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Thad Allen, Chef der Küstenwache, sprach die erlösenden Worte: Die Mission «Top Kill» sei erfolgreich verlaufen. Aus dem Leck trete weder Gas noch Öl aus. Wenn der Druck vom Leck noch mehr abnehme, müsse aber mit Zement ganz abgedichtet werden.
BP und die Regierung hüteten sich aber davor, die Mission als «erfolgreich» bezeichnen. Dies könne laut der «Los Angeles Times» erst geschehen, wenn das Leck vollständig mit Zement abgedichtet sei.
Seit pumpte BP riesige Schlammmassen in das Bohrloch. Und die Live-Bilder vom Ölleck veränderten sich: Das unablässig ausströmende Öl wich einer Wolke aus hellerem Material.
BP hatte die Erfolgschancen des noch nie in 1500 Metern Tiefe angewandten Verfahrens zuvor auf 60 bis 70 Prozent beziffert. Eines der grössten Risiken sei gewesen, dass sich das Leck durch den Beschuss mit Schlamm noch vergrössern könne.
160 Kilometer Küste in Louisiana verschmutzt
Nach den Worten von Louisianas Gouverneur Bobby Jindal sind mittlerweile 160 Kilometer Küste in Louisiana durch das Öl betroffen. Es seien Strände wie auch Marschland verschmutzt worden. In einigen Fällen handle es sich um schweres Öl, in anderen lediglich um einen Film.
Der Einsatz gegen die Ölpest kostete BP nach Angaben von Konteradmiral Mary Landry von der Küstenwache bislang 750 Millionen Dollar. Die US-Regierung habe bisher 100 Millionen Dollar ausgeben müssen, die sie allerdings von dem Ölkonzern zurückerhalte.
US-Präsident Barack Obama kündigte deutlich schärfere Regelungen für Ölbohrungen im Meer an. Die Regierung werde strengere Sicherheitsstandards und rigidere Kontrollen auf Bohrinseln einführen, hiess es aus dem Weissen Haus. Die Ölindustrie sieht hohe Kosten und ein zu starr reguliertes System auf sich zukommen, berichteten US-Medien.
Obama und seine Regierung sind unter Druck geraten, weil sie Kritikern zufolge zu spät auf die Umweltkatastrophe reagierten. Morgen will der Präsident zum zweiten Mal die von der Ölpest betroffene Region in Louisiana besuchen. (num/SDA)