Finn kein Einzelfall Blutiger Kampf ums Zoorevier

  • Aktualisiert am 20.01.2012

BERN – Bär Finn ist nicht der Einzige: Immer wieder werden Zootiere ungefragt von Menschen «besucht». Meistens endets blutig.

Der psychisch kranke Mann (25) rannte auf den 250-Kilo-Bären Finn zu, berichteten am Samstag Augenzeugen. Es ist nicht der erste ungebetene «Besucher» eines gefährlichen Zootiers. Immer wieder schockieren ähnliche Meldungen die Öffentlichkeit.Oft ist bei den gefährlichen Aktionen Alkohol im Spiel, oft sind es psychisch kranke Menschen, die ins Tiergehege stürmen. Allein im Berner Bärengraben gab es vor dem gestrigen Drama schonDen Menschen hat das Gefühl für Gefahren verlassenBernd Schildger, der Direktor des Tierparks Dählhölzli ist ratlos: «Den Menschen hat das Gefühl verlassen für Realitäten und Gefahren.» Der einzige «absolute Schutz» wäre, keine Wildtiere mehr zu halten, sagte er zur «Aargauer Zeitung».Gerade in den vergangenen Monaten schokierten mehrere Berichte von menschen in Zoogehegen die Öffentlichkeit: Im Oktober 2007 kommt ein Besucher der Attraktion des Pekinger Zoos zu nah: Panda Gu Gu attackiert den 15-Jährigen, der ins Gehege springt, und zerfleischt ihm beide Beine bis auf die Knochen. Das launische Tier hat bereits einen Betrunkenen verletzt, der ihn umarmen wollte.Besuch beim «einsamen Knut»Am 12. Dezember 2008 springt ein geistig verwirrter Mann im Zoo Berlin ins Gehege des wohl berühmtesten Eisbären: Knut. Pfleger können das Tier mit einer Rinderkeule ablenken, der 37-Jährige kommt unverletzt davon. Knut sei ihm einsam und traurig vorgekommen, erklärt der Mann.Drei Wochen später verletzt der Pekinger Panda Gu Gu zum dritten Mal in seinem achtjährigen Leben einen Zoobesucher. Ein Vater will das Spielzeug seines Sohnes holen, das diesem in Gu Gus Gehege gefallen ist. Da bezahlt er mit einem Panda-Biss ins Bein.Mandys zerrissener PulloverAn Karfreitag 2009 springt – wieder in Berlin, und mitten in der Fütterungszeit – eine verschuldete, allein erziehende Mutter in den Wassergraben zu den Eisbären. Bärin Nancy beisst die 32-jährige Mandy K. in Arme, Rücken und Beine. Dann wird die Frau aus dem Wasser gezogen (siehe Video) und ins Spital gebracht. Nancy behält Mandys zerfetzten Pulli.Am 26. September klettert in San Francisco ein Mann ins Gehege der Grizzly-Schwestern Kachina und Kiona. Alarmierte Tierpfleger können die Bären mit einem Warnschuss ins Innengehege treiben und den Eindringling befreien. Der 27-Jährige trägt lediglich ein paar Verbrennungen vom elektrischen Zaun davon.Nächtliches Rendevous mit einem GrizzlyZwei Wochen später verteidigt der Sibirische Tiger Vitali sein Reich im Zoo von Calgary. Als zwei 27-Jährige morgens um 1 Uhr über den ersten Zaun klettern und am zweiten stehen, erwischt Vitali einen Eindringling am Arm. Die Männer klettern wieder zurück, der Verletzte muss mit tiefen Bisswunden ins Spital. (dip)
Eisbärin Nancy mit dem zerfetzten Pulli von Mandy K.- «Bild»-Zeitung /Lothar Mueller

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