BLICK in Berlin «Ich habe meinem Schutzengel gedankt»

BERLIN - Nach dem Anschlag mit zwölf Toten steht die deutsche Hauptstadt unter Schock. BLICK hat am Tag danach mit Berlinern gesprochen.

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Die Angst bleibt: Einen Tag nach dem Anschlag mit mindestens 12 Toten steht die deutsche Hauptstadt unter Schock. Der Breitscheidplatz ist abgesperrt, am Morgen wird der Todes-Laster abgeschleppt. Aus der Seite des Sattelschleppers ragt die Ladung, riesige Stahlelemente. Die Weihnachtsmärkte bleiben heute in ganz Berlin geschlossen.

Trauer und Wut

Auch nach Weihnachts-Shopping ist hier niemandem zumute. Überall liegen Blumen, Kerzen werden angezündet, in der Gedächtniskirche liegt ein Kondolenzbuch aus. Berlin betet für die Opfer. Der Kurfürstendamm, die schillerndste Einkaufsstrasse der Stadt, ist heute eine Trauermeile.

Atina G. legt Blumen nieder. play
Atina G. legt Blumen nieder. parwez

«Ich kann es einfach nicht fassen. Ich bin erschrocken, traurig und wütend», sagt Atina G. (51) zu BLICK. Ihr kommen die Tränen, als sie über den gestrigen Abend spricht. Aber: «Wir dürfen uns davon nicht zerstören lassen.»

Das denkt auch Luiz Luz (33). «Ich war in einem Restaurant um die Ecke, als es passiert ist. Es kann jeden treffen. Aber Berlin ist stark, wir werden das schaffen und uns nicht unterkriegen lassen», sagt der Hauptstädter.

Luiz Luz betet für die Angehörigen der Opfer. play
Luiz Luz betet für die Angehörigen der Opfer. parwez

Sebastian Kielhorn (53) ist zum Breitscheidplatz gekommen, um eine Blume für die Opfer abzulegen. «Plötzlich ist der Terror so nah», sagt der Erzieher, «das ist erschütternd und macht Angst. Aber das Leben muss weitergehen.»

«Ich danke meinem Schutzengel»

Dieser Meinung ist auch Klaus Tschauner (78). Der Rentner aus dem Stadtteil Reinickendorf kauft trotz allem heute Weihnachtsgeschenke. «Natürlich ist der Anschlag tragisch. Aber wir können uns deswegen nicht einschliessen», sagt er.

So schnell wie Tschauner wird sich Maria Kriegmaier (22) nicht vom Schock erholen. Die Studentin wollte am Montagabend eigentlich auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gehen. «Nur durch einen Zufall sind wir einen Tag vorher gegangen», sagt die Studentin. Sie hat sich in das Kondolenzbuch eingetragen: «Ich habe den Angehörigen mein Beileid ausgesprochen und meinem Schutzengel gedankt.»

Publiziert am 20.12.2016 | Aktualisiert am 20.12.2016
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Breitscheidplatz: BLICK-Reporterin Jessica von Duehren am Ort des Geschehens. play
Breitscheidplatz: BLICK-Reporterin Jessica von Duehren am Ort des Geschehens. parwez

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8 Kommentare
  • Sascha  Gilgen aus Oberengstringen
    20.12.2016
    Der IS hat ein paar tausend Anhänger, der Rest also Wir sind so viel mehr aber die kennen keine Angst oder Furcht geschweige Gnaden. Wir jedoch sehen jeden Menschen als Lieb oder sogar als Freund an. Stattdessen sollten wir uns wehren und somit den Terror und die IS vernichten, sei es mit harten Strafen, Todesstrafe oder Veralberung der Terroristen.
    Einfach den Pfeil umdrehen!
  • Adrian  Rüst , via Facebook 20.12.2016
    Verkehrsopfer in Deutschland 2016 rund 3500, Terroropfer 2016 weniger als 30! Gehen wir nun nicht mehr auf die Strassen? Hetzen wir pauschal gegen Autofahrer? Gibt es für die Verkehrsopfer weltweite Anteilnahme?
    Es wäre wünschenswert, den "Terror" als das zu akzeptieren, was er ist: Die äusserst seltene Tat einiger weniger Verrückter.
  • Silvio  Valentino aus Winterthur
    20.12.2016
    @Susanne  Reich: Wenn es diese höhere Kraft war, die dafür gesorgt hat, dass diese junge Frau davon gekommen ist, dann ist dieselbe höhere Kraft doch auch dafür verantwortlich, dass andere getötet oder verletzt wurden. Man kann es sich nicht so aussuchen, wie es Ihnen passt: Ja, es liegt an uns, und wenn das so ist, dann gibt es auch keine Schutzengeln, die beim einen intervenieren und die anderen drauf gehen lassen. Wer wirklich an die Opfer und ihre Familien denkt, sagt so etwas nicht.

  • Thomas  Zürcher 20.12.2016
    Ich frage mich immer wieder wenn es solche Terroranschläge gibt.Wann wacht Europa endlich aus seinem Dornröschenschlaf auf?Was muss noch alles passieren damit endlich unsere Politiker merken das es fünf vor zwölf ist. Die salbungsvollen Reden europäischer Politiker nützten nichts, solange deren Worten keine Taten folgten.Die Terroristen nützen das gnadenlos aus und überziehen Europa mit verheerenden Anschlägen.Wir müssen JETZT handeln bevor es zu spät ist es steht viel auf dem Spiel.
  • Georg   Kraubi aus konstanz
    20.12.2016
    ...wahrscheinlich genau so wenig wie Intelligenz mit Silvio...aber falls du es noch nicht bemerkt hast, sagt man dass oft im Zusammenhang mit glücklicher Schicksalsfügung für die jeweilige Person...
    • Silvio  Valentino aus Winterthur
      20.12.2016
      Ja, "man" sagt so manches, auch wenn es hanebüchen ist. Eigentlich sagt sie: danke Schutzengel, dass du mich gerettet hast. Was mit den Opfern ist und ihren "Schutzengeln", streift sie nicht einmal. Stelle dir vor, wie das bei deren Familien ankommt. Aber wenn du mir schon ganz mutig "wenig Intelligenz" unterstellst, dann würde ich dir mal raten nachzulesen, was Immanuel Kant zur kirchlichen Engellehre geschrieben hat. Ihr tut mir so leid mit eurer hilflosen Sehnsucht nach Geborgenheit.