Bis zu 80 Tote bei Flüchtlingsdrama vor Haiti

  • Publiziert: 28.07.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

PORT-AU-PRINCE (Haiti) – In der Karibik ist ein Boot mit bis zu 200 Flüchtlingen aus Haiti gekentert und gesunken. 115 Menschen konnten gerettet werden, dutzende Menschen werden noch vermisst.

Die Überlebenden des Unglücks konnten sich auf Riffs retten und wurden dort von der Küstenwache geborgen. Mehrere Menschen wurden schwer verletzt ins Spital gebracht. Die US-Behörden suchten mit einem Helikopter nach weiteren Überlebenden des völlig überfüllten Bootes.

Das Schiff war in der Nähe der Turks- und Caicosinseln, einem britischen Überseegebiet, gekentert. Die Inselgruppe liegt zwischen den Bahamas und Haiti. Das Boot stammte laut Medienberichten aus der Hafenstadt Cap Haïtien. Es sei seit drei Tagen unterwegs gewesen, als es auf der Flucht vor der Küstenwache versehentlich auf ein Riff geriet.

Flucht vor der Armut

Zu hunderten wagen die Haitianer die lebensgefährliche Bootsfahrt, um der Armut im ärmsten Land Amerikas zu entgehen. Sie brechen von Nordhaiti in brüchigen Booten auf, um über die Turks- und Caicosinseln und die Bahamas die USA zu erreichen.

Dabei kommt es immer wieder zu schweren Unglücken mit vielen Toten. So kamen im Mai 2007 über 50 Haitianer ums Leben, als ihr Boot vor den Turks- und Caicosinseln kenterte. Im Mai dieses Jahres starben bei einem Unfall vor der Küste Floridas neun haitianische Flüchtlinge. (sda/gmu)

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