Bis in einer Woche Syrien-Konferenz einigt sich auf Waffen-Stillstand

MÜNCHEN (D) - Die USA, Russland und weitere 15 Staaten haben sich an der Syrien-Konferenz heute Nacht auf eine Waffenruhe geeinigt. Bis in einer Woche soll sie umgesetzt sein, so das Ziel.

Syrien-Konferenz einigt sich auf Waffen-Stillstand

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Bei den Syrien-Verhandlungen in München haben sich Russland, die USA und wichtige Regionalmächte in der Nacht auf das Ziel geeinigt, bis Ende nächster Woche eine Feuerpause im Bürgerkriegsland durchzusetzen. Kampfhandlungen sollen ab sofort reduziert werden und humanitäre Hilfe beginnen.

US-Aussenminister John Kerry sprach in München von einer Einigung auf eine «vollständige Einstellung der Kampfhandlungen» in Syrien. Die Umsetzung könnte in einer Woche erfolgen. Die Modalitäten müssten indes noch vereinbart werden. Die Entscheide hätten aber das Potenzial, den Alltag der Syrer zu verändern.

Es sei vereinbart worden, «dass humanitärer Zugang verbessert werden soll» und «dass wir sofort starten mit einer signifikanten Reduzierung der Gewalt», sagte der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier. Die Menschen in den eingeschlossenen Städten sollen binnen Tagen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden.

Die Angriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat und die radikalislamische Al-Nusra-Front sind von der angestrebten Waffenruhe nicht betroffen.

Wichtiges Etappenziel

«Ob das ein Durchbruch war, wird sich in den nächsten Tagen beweisen müssen», fügte Steinmeier allerdings hinzu. Auch Kerry erklärte: «Die eigentliche Bewährungsprobe wird sein, ob sich alle Mitglieder der Gruppe in der Realität an die Verpflichtungen halten.»

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow sagte zur angestrebten Feuerpause: «Das ist eine komplizierte Aufgabe. Es gibt zu viele Kräfte, die an militärischen Aktivitäten beteiligt sind.»

Die Waffenruhe und die Gewährleistung des humanitären Zugangs in Syrien bezeichnete Steinmeier als «Zwischenziele», die erreicht werden müssten, «damit in Zukunft, hoffentlich in absehbarer Zeit, die politischen Gespräche zwischen Opposition auf der einen Seite und Repräsentanten des Regimes auf der anderen Seite in Genf wieder fortgesetzt werden können». Die UNO sei dazu noch im Februar bereit.

Oppositions-Bündnis will erst Taten sehen

Syriens Hauptoppositionsgruppe begrüsste die Einigung in München. Ein Sprecher sagte aber auch, dass Auswirkungen der Vereinbarungen zu sehen sein müssen, bevor die Gruppe an den politischen Genfer Gesprächen teilnehmen werde.

Die Vereinbarung erzielten die Vertreter der Syrien-Kontaktgruppe aus 17 Staaten sowie der UNO, der Europäischen Union und der Arabischen Liga.

Die Fronten zwischen der syrischen Staatsführung, deren Streitkräfte von Russland mit Luftangriffen unterstützt werden, und ihren Gegnern waren zuletzt verhärtet. Insbesondere in der Provinz Aleppo nahm die Gewalt seit vergangener Woche massiv zu. Die Genfer Gespräche waren deswegen auf das Monatsende vertagt worden. Im syrischen Bürgerkrieg wurden bereits mehr als 260'000 Menschen getötet. (SDA)

Publiziert am 12.02.2016 | Aktualisiert am 13.02.2016
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7 Kommentare
  • Ruedi  Wic aus Embrach
    12.02.2016
    Es gibt eigentlich nur eine Lösung, Assad anerkennt die Opposition als zusätzlich politische Kraft in Syrien. Die Oppositionen unterstützen Assad gegen den IS bis das ganze Syrien wieder eine Einheit ist. Ich frage mich immer wieviele Flüchtlinge und Tote gab es zu der Zeit als Assad noch alleine regierte! Sind nicht diejenigen schuldig die die Opposition vorbehaltlos unterstützen EU, USA, Saudi Arabien und Arabischen Emiraten. Die Profiteure dieser Unterstützung der IS von Saudis finanziert.
    • Köbi  Karrer 12.02.2016
      Die haben die Toten zumindest in Kauf genommen. Sollen also jetzt nicht die heuchlerischen Gutmenschen spielen. Spätestens seit dem missglückten arabischen Frühling wussten alle, dass sowas nur in Gewalt und Tod enden kann.
    • Mike  Gartner 12.02.2016
      Selbstverständlich, die USA sind für alle Unbill der Weltgeschichte (und vermutlich auch im Weltall) seit Menschengedenken schuld. Wissen wir doch längst...
  • Wilhelm  Hess 12.02.2016
    Gute Idee so können sich die IS wieder aufrüsten .. Blöder kann es nicht gehen als endlich die Terrorgruppen vernichten.
  • Urs  Saladin , via Facebook 12.02.2016
    Wie bei all solchen Konferenzen, es werden Vereinbarungen getroffen, aber niemand weiss, wie die umgesetzt werden sollen! Viel Geld, das wesentlich sinnvoller eingesetzt werden könnte.
    Man darf gespannt sein, was effektiv das Resultat sein wird, und was in einer Reduzierung der Kampfhandlungen zu verstehen ist. Da die IS von einem Waffenstillstand nicht betroffen ist, bleibt ohnehin jede Auslegung offen, wo es IS-Stellungen haben könnte!
  • Jack   Hammer aus Rütli
    12.02.2016
    Und was sagen die ISIS und der Assad dazu ? Gab es auch andere Vertreter des Volkes ? Fremde Länder entscheiden über das Wohl eines anderen Volkes , das hat bis heute nie funktioniert ( Vietnam , Afghanistan , kolonial Afrika und Asien, alle die Fehler die die UK mit nahen Osten und Indischen Subkontinet gemacht haben etc ..) .
    Mir tun die Armen und unschuldigen Menschen leid , weil sich meistens nichts ändert . Die Reichen werden reicher und die Armen ärmer, bis zum jüngsten Tag .
  • Jean-Piere  Neidhart aus Sattahip/Chonburi
    12.02.2016
    Also wenn der Lawrow und der Kerry am Verhandlungstisch sitzen kann nichts wirklich intelligentes dabei herauskommen. Das Toeten wird weitergehen und die Politik beweist ein weiteres mal, dass sie die Probleme welche sie selbst erzeugt hat von ihr nicht zu loesen sind.