Bill Clinton will US-Geiseln nach Hause holen

  • Publiziert: 04.08.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
play Die beiden US-Journalistinnen wollten im März über nordkoreanische Flüchtlinge berichten – und sitzen seither hinter Gittern. (AP)

PJÖNGJANG – Überraschender Besuch in Nordkorea: Der frühere US-Präsident Bill Clinton kämpft heute vor Ort für die Freilassung von zwei Journalistinnen.

Der Ehemann von US-Aussenministerin Hillary Clinton wurde von hochrangigen Funktionären am Flughafen in Empfang genommen worden (siehe Diashow). «Unsere Kinder empfingen Herrn Clinton mit Blumen», hiess es im nordkoreanischen Fernsehen.

Grund für den Besuch sind zwei in Nordkorea inhaftierte Journalistinnen: Laura Ling und Euna Lee arbeiten für die Mediengruppe Current TV in San Francisco, die von Al Gore mitbegründet worden ist. Gore war unter Clinton Vize-Präsident.

Ling und Lee waren Mitte März nahe der chinesisch-nordkoreanischen Grenze ergriffen worden, als sie über nordkoreanische Flüchtlinge berichteten. Sie wurden wegen «schweren Verbrechens gegen die koreanische Nation und illegalen Grenzübertritts» zu jeweils zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt.

Treffen mit Kim Jong Il geplant

Nach südkoreanische Informationen ist zudem ein Treffen Clintons mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il geplant. Mit dem Besuch verknüpfe sich deshalb auch die Hoffnung, dass Clinton die Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm wiederbeleben könnte, hiess es.

Das Regime in Pjöngjang hatte im April seinen unwiderruflichen Rückzug von den seit 2003 laufenden Gesprächen erklärt. Das kommunistische Land reagierte damit auf die Verurteilung des Starts einer nordkoreanischen Langstreckenrakete durch den Uno-Sicherheitsrat.

An den Gesprächen waren ausser Nordkorea und den USA auch China, Südkorea, Japan und Russland beteiligt. Den jüngsten Atomtest im Mai hatten im Uno-Sicherheitsrat auch China und Russland, die bisher die Verbindung nach Pjöngjang gehalten hatten, scharf verurteilt. (SDA/dip)

Clinton wie Carter

Ähnlich wie Bill Clinton hatte bereits 1994 Ex-Präsident Jimmy Carter nach Ende seiner Amtszeit Nordkorea besucht. Er hatte den damaligen Machthaber und Staatsgründer Kim Il Sung, den Vater des heutigen Diktators, getroffen. Das Treffen hatte Nordkorea damals an den Verhandlungstisch zurückgeführt. Derzeit gilt das Land, dessen Bevölkerung unter bitterer Armut leidet, international als isoliert.
play Blumen für Bill: Clinton wird am Flughafen Sunan in Pjöngjang empfangen. (Reuters)

Top 3

1 Teufelskerl! Mann springt aus 731 Metern Höhe – ohne Fallschirmbullet
2 Auf Sardinien Schweizer (46) stürzt in den Todbullet
3 Private Firma kauft 14 Kampfjets «Wie Top-Gun, nur besser und globaler»bullet

Ausland