Bildschirm als Risiko Für Knirpse sind 10 Minuten Tablet genug

Fernseher, Smartphones, Tablets: Experten und Behörden wollen Kinder unter drei Jahren von Bildschirmen fernhalten.

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Nach zehn Minuten ist Schluss: Eltern sollen den Tablet-Konsum von Kindern einschränken, finden Experten. Getty Images

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Kinder unter drei Jahren sollten von allen Bildschirmen ferngehalten werden – danach sind zehn Minuten pro Tag okay. Diese Empfehlung gab kürzlich die französische Behörde für audiovisuelle Medien heraus.

Zudem sollen Kleinkinder die gleiche Episode einer Serie mehrmals anschauen, um sie besser zu verstehen. Die TV-Bilderflut könne die Kleinen überfordern und «ihre Entwicklung beeinträchtigen», so der Conseil supérieur de l'audiovisuel (CAS).

Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie hat ähnliche Richtlinien, wie «Le Matin» schreibt: Kleinkinder sollen nicht mehr als eine Viertelstunde pro Tag vor dem Fernseher oder am Tablet verbringen. 

Richtlinien, nicht Verbote

Sollte man die Kleinen deswegen nach zehn Minuten vom Screen wegzerren? Der Suchtforscher Jean-Félix Savary relativiert. Es handle sich um Empfehlungen, nicht um Verbote. «Ein Kind, das mehr als zehn Minuten vor dem TV sitzt, weil seine Lieblings-Serie länger dauert, wird nicht gleich süchtig», so Savary.

Tablets, Smartphones, Laptops, Fernseher – viele sehen in der Häufung der Bildschirmen eine Gefahr. Savary fühlt sich an den Anfang der TV-Zeit erinnert: «Seit 60 Jahren sagen uns die Moralisten den Weltuntergang voraus, weil die Jungen angeblich gewalttätiger und asozialer werden. Das ist jedoch nie eingetreten.»

Der Psychologe Alain Valterio kritisiert die Richtlinien: Man «will das Kind von allem schützen, so wie man die Bevölkerung vor dem Passivrauchen schützen will». Man solle nicht das Medium an sich verteufeln. «Es ist der Inhalt der Sendungen, der das Kind beeinflusst, nicht der Bildschirm.»

Die «3-6-9-12-Regel»

Als Hilfestellung für Eltern hat der französische Psychologe Serge Tisseron folgende Empfehlungen herausgegeben:

3 Jahre

Bildschirme eignen sich nicht für Kinder vor diesem Alter. Es empfehlen sich traditionelle Spiele und Spielsachen. Ab drei Jahren sollte der Konsum noch sehr bescheiden bleiben.

6 Jahre

In diesem Alter kann man dem Kind die ersten Videospiele zumuten. Jedoch sollten Eltern auf jeden Fall auf die Altersbeschränkungen der Games achten.

9 Jahre

Langsam kann das Kind das Internet erkunden – jedoch nur in Begleitung von Erwachsenen. So kann man verhindern, dass es problematische Bilder zu Gesicht bekommt und ihm beibringen, nicht alles zu glauben, was im Internet steht.

12 Jahre

Jetzt darf das Kind alleine im Netz surfen. Es empfiehlt sich, anfangs bestimmte Zeiten dafür zu reservieren und eine Kontroll-Software zu installieren. (rey)

Publiziert am 23.02.2016 | Aktualisiert am 24.02.2016
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7 Kommentare
  • Anton  Keller aus Zürich
    24.02.2016
    Schaut dazu auf Youtube ein Video von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer. Der ist nicht von IT-Konzernen bezahlt.
  • Marlen  Volderbergen 24.02.2016
    Dass die Eltern des im Bild gezeigten Goofs nichts taugen, zeigt sich auch daran, dass das Kind im Flughafen auf einem Sessel hockt und die Schuhe auf den Sitzfläche hält. Das ist rücksichtslos und muss einem Kleinen beigebracht werden.
  • jürg  frey aus teufen
    24.02.2016
    Wozu sich die Mühe machen was aufzuhalten, wo man nichts aufhalten kann. Die kranke Gesellschaft wird sich nach einiger Zeit in Reha-Zentren erholen müssen, bei denen WiFi und Co. nichts verloren haben.
  • jürg  frey aus teufen
    24.02.2016
    0 Minuten wären genug. Aber wenn Mamis schon ihre Kinderwagen telefonierend und simslend durch die Gegend schieben, auf dem Spielplatz lieber auf des Mutter besten Freund schauen, statt aufs Kind, dann frag ich mich schon manchmal, warum dann Kinder in die Welt setzen. Gott diese Zeiten. Nächstens gehen sie mit 3D Brille den Kinderwagen schieben.
    • Marco  Weber 24.02.2016
      Sie scheinen mit dem Fortschritt so Ihre Mühe zu bekunden was?
  • tamara  vogonto aus Bisswegen
    24.02.2016
    Besser wäre, den Eltern Tipps zu geben, was man mit dem Kind in diesem Alter spielt oder womit man sich beschäftigt. Das passive Glotzen auf einen Bildschirm lässt jedes Kind verblöden. Sieht man ja an den heute 14-jährigen.
    • Marco  Weber 24.02.2016
      Bei älteren Generationen erkennt man das teilweise auch! Und damals wurde doch noch Zeitung gelesen und sich zusammen unterhalten? Kann also nicht der Grund sein!