Betancourt: «Merci, Suisse!»
BERN – Ingrid Betancourt hat der Schweiz für ihre Bemühungen zugunsten der FARC-Geiseln gedankt. Das EDA will die Vermittlungen trotz Kritik weiterführen.
Aktualisiert um 21:08 | 07.07.2008
Sie habe immer «absolutes Vertrauen» gehabt, dass die Beteiligung der Schweiz dem Prozess dienlich sei, sagte Betancourt heute in der Nachrichtensendung «19:30» des Westschweizer Fernsehens (TSR).
«Ich weiss, wie oft die Gesandten enorme Risiken auf sich genommen haben, um mit Leuten zu sprechen, die nicht einfach zu finden waren», ergänzte die kolumbianisch-französische Doppelbürgerin ihren Dank an die Schweiz.
Die Worte der Ex-Geiseln tun den involvierten Schweizer Diplomaten gut. Denn der Vermittler Jean-Pierre Gontard geriet zuletzt ins Fadenkreuz der Kritik. Der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos warf dem Romand vor, Absprachen mit der FARC-Guerilla getroffen zu haben.
Weiteres Engagement
Trotz dieser Spannungen zwischen Bern und Bogotá will sich die Schweiz weiter mit der nötigen Diskretion für die Befreiung von Geiseln in Kolumbien engagieren. Laut dem Aussenministerium geniesst Gontard breites Vertrauen: «Sein Mandat wird von allen Seiten anerkannt», sagte heute Georg Farago, Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).
Die Vermittlungen in Zusammenarbeit mit Spanien und Frankreich waren auf Antrag von Präsident Alvaro Uribe und der FARC lanciert worden, um eine humanitäre Lösung in der Geiselfrage zu erleichtern. «Diese Mediation bleibt aktuell», sagte Farago.
Gontards Name war in den Dateien des von den kolumbianischen Behörden beschlagnahmten Computers des FARC-Vize Raul Reyes aufgetaucht, der am 1. März getötet worden war. Bogotá erwartet deshalb eine Erklärung betreffend der Übergabe von 480´000 Dollar an die FARC, die in Costa Rica beschlagnahmt wurden.
Keine Geldübergabe
Die Angelegenheit geht auf Verhandlungen im Jahr 2000 zurück, als zwei Novartis-Mitarbeiter von der FARC entführt worden waren. Gontard handelte damals eine Freilassung der Geiseln gegen Lösegeld aus.
Das EDA betont jedoch, dass Gontard für die Geldübergabe nicht als Vermittler gedient habe. Auch Novartis-Chef Daniel Vasella erklärte, seines Wissens habe Gontard nicht als Geldbote gewirkt. (SDA/hhs)
«Ich weiss, wie oft die Gesandten enorme Risiken auf sich genommen haben, um mit Leuten zu sprechen, die nicht einfach zu finden waren», ergänzte die kolumbianisch-französische Doppelbürgerin ihren Dank an die Schweiz.
Die Worte der Ex-Geiseln tun den involvierten Schweizer Diplomaten gut. Denn der Vermittler Jean-Pierre Gontard geriet zuletzt ins Fadenkreuz der Kritik. Der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos warf dem Romand vor, Absprachen mit der FARC-Guerilla getroffen zu haben.
Weiteres Engagement
Trotz dieser Spannungen zwischen Bern und Bogotá will sich die Schweiz weiter mit der nötigen Diskretion für die Befreiung von Geiseln in Kolumbien engagieren. Laut dem Aussenministerium geniesst Gontard breites Vertrauen: «Sein Mandat wird von allen Seiten anerkannt», sagte heute Georg Farago, Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).
Die Vermittlungen in Zusammenarbeit mit Spanien und Frankreich waren auf Antrag von Präsident Alvaro Uribe und der FARC lanciert worden, um eine humanitäre Lösung in der Geiselfrage zu erleichtern. «Diese Mediation bleibt aktuell», sagte Farago.
Gontards Name war in den Dateien des von den kolumbianischen Behörden beschlagnahmten Computers des FARC-Vize Raul Reyes aufgetaucht, der am 1. März getötet worden war. Bogotá erwartet deshalb eine Erklärung betreffend der Übergabe von 480´000 Dollar an die FARC, die in Costa Rica beschlagnahmt wurden.
Keine Geldübergabe
Die Angelegenheit geht auf Verhandlungen im Jahr 2000 zurück, als zwei Novartis-Mitarbeiter von der FARC entführt worden waren. Gontard handelte damals eine Freilassung der Geiseln gegen Lösegeld aus.
Das EDA betont jedoch, dass Gontard für die Geldübergabe nicht als Vermittler gedient habe. Auch Novartis-Chef Daniel Vasella erklärte, seines Wissens habe Gontard nicht als Geldbote gewirkt. (SDA/hhs)
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