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Nach ihrer Ankunft auf einem Militärflughafen in Bogotá am Mittwochnachmittag (Ortszeit) fiel die 46-Jährige Betancourt als erstes ihrer Mutter Yolanda Pulecio und dann ihrem Mann Juan Carlos Lecompte in die Arme.
Bei einer Ansprache sagte Betancourt, die gesundheitlich in erstaunlich guter Verfassung zu sein schien, auf Spanisch und Französisch: «Ich danke Euch Kolumbianern. Ich danke Euch Franzosen und allen, die mich weltweit begleitet haben».
Die Befreiung fand in einem Waldgebiet des Verwaltungsbezirks Guaviare im Südwesten des Landes statt, wie der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos auf einer Pressekonferenz sagte. Seinen Angaben zufolge war es gelungen, eigene Leute in den «obersten Zirkel» der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) einzuschleusen.
Da die Geiseln zunächst in drei Gruppen aufgeteilt worden seien, hätten die Undercover-Agenten zunächst mit einem gefälschten Befehl von FARC-Chef Alfonso Cano bewirkt, dass die Geiseln wieder zusammengeführt wurden.
Die eingeschleusten Agenten machten den FARC-Rebellen demnach zudem glaubhaft, Cano habe den Transport der Geiseln in den Süden des Landes angeordnet. Daraufhin wurden die Gefangenen laut Santos in einen Helikopter verfrachtet, der in Wirklichkeit der Armee gehörte und in dem sich kolumbianische Geheimdienstagenten befanden.
Auch Betancourt äusserte sich zum Verlauf der Befreiungsaktion: Sie und die 14 weiteren befreiten Geiseln hätten nicht gewusst, dass es sich bei der Besatzung des Helikopters um in die Rebellen- Gruppe eingeschleuste Agenten der kolumbianischen Armee gehandelt habe.
Die Soldaten seien wie die Guerillas gekleidet gewesen und hätten wie sie gesprochen. Erst als der Helikopter in der Luft war, habe einer der Soldaten gesagt: «Wir sind von der kolumbianischen Armee. Sie sind frei!»
Der Helikopter habe daraufhin etwas an Höhe verloren, da die Geiseln in die Luft sprangen. «Wir haben geschrien, geweint und uns umarmt. Wir konnten es nicht glauben», erzählte Betancourt. «Das ist ein Wunder», sagte sie.
Umgeben von Betancourts Kindern gratulierte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Mittwochabend im Élyséepalast dem kolumbianischen Präsidenten Uribe für die Befreiung der Politikerin. Gleichzeitig bedankte er sich unter anderem bei der Schweiz und Spanien, «die uns immer geholfen haben».
Betancourts Tochter Melanie erklärte sichtlich bewegt:»Das ist der so lange erwartete Augenblick. Ich warte darauf, meine Mutter in die Arme schliessen zu können. Das ist der grösste Augenblick meines Lebens.» Es gebe aber noch weitere Geiseln im Dschungel. «Man darf sie nicht vergessen.»
Forderungen
In diesem Zusammenhang forderten Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon, EU-Aussenkommisar Benita Ferreo-Waldner und verschiedene Länder, darunter auch die Schweiz, die FARC-Rebellen auf, die anderen noch in ihrer Gewalt befindlichen Geiseln sofort und ohne Bedingungen freizulassen. Die FARC haben noch etwa 700 Menschen in ihrer Gewalt. (SDA)