Ausgerechnet: Berlusconis Showgirl empfing Michelle und Co.

  • Publiziert: 08.07.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
play Mara Carfagna (ganz rechts) durfte heute Michelle Obama und die anderen First Ladies in Rom begrüssen. (AP)

ROM – Italiens höchster Schürzenjäger Silvio Berlusconi würde seine schöne Ministerin Mara Carfagni vom Fleck weg heiraten – heute durfte sie schon mal First Lady spielen.

Während sich die Mächtigen der Welt in der mittelitalienischen Erdbebenregion Abruzzen zum G8-Gipfel versammelten, haben die First Ladies heute in Rom für Aufsehen gesorgt. Mit besonderer Spannung wurde der Auftritt von Stilikone Michelle Obama erwartet.

Die zehn anwesenden hohen Damen – darunter neben Michelle unter anderem die Schwedin Filippa Reinfeldt, die Britin Sarah Brown, die Inderin Gursharran Kaur und die erste der fünf Ehefrauen des südafrikanischen Präsidenten Zuma, Siza Kele Khumalo – wurden von den jungen Ministerinnen Mariastella Gelmini und Mara Carfagna empfangen.

Lario hinterlässt eine Lücke

«In Ermangelung einer italienischen First Lady», titelten italienische Medien heute –in Anspielung auf die Ehesituation des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Seine Noch-Gattin Veronica Lario hatte Anfang Mai öffentlich ihren Scheidungswillen bekundet und einen Wochen lang in den Medien ausgetragenen Rosenkrieg ausgelöst.

Dass ausgerechnet Gleichstellungsministerin Mara Carfagna nun an Larios Stelle trat, entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Silvio Berlusconi war stets ein grosser Fan des 33-jährigen Ex-Showgirls und liess sich gar zur Aussage hinreissen, dass er sie sofort heiraten würde – wenn er nicht selber verheiratet wäre. Erst auf einen Rüffel Larios hin entschuldigte sich der Casanova öffentlich bei seiner Gattin.

Luxustasche für einen guten Zweck

Bei einem kurzen Empfang bekamen die «Signore del G8» heute von der Ehefrau des römischen Bürgermeister Gianni Alemanno eine aus recycelten Materialien gefertigte Handtasche aus einer Luxusboutique der Ewigen Stadt überreicht. Der Erlös der Edel-Taschen sollte Frauen-Hilfsorganisationen in Afrika zu Gute kommen, hiess es.

Im Anschluss war für den Mittag ein Lunch auf der «Terrazza Caffarelli» gleich hinter dem römische Rathaus geplant sowie ein Besuch der Kapitolinischen Museen. Für den späten Nachmittag stand noch ein Tee im Quirinalspalast mit der Gattin des italienischen Staatspräsidenten, Clio Napolitano, auf dem Programm.

Als «grosse Abwesende» galten die Gattin des französischen Ministerpräsidenten, Carla Bruni Sarkozy, die auf eigene Faust erst morgen Abend in LAquila eintreffen soll, sowie die Russin Swetlana Medwedewa. (SDA/hhs)

G8-Gipfel G8 mit Fortschritten beim Klimaschutz

LAQUILA – Im Ringen um den Klimaschutz zwischen G8-Staaten und Schwellenländern zeichnet sich ein Minimalkonsens ab. Die Schwellenländer erkannten zwar erstmals an, dass der Temperaturanstieg gestoppt werden muss. Auf konkrete Reduktionsziele liessen sie sich bislang aber nicht ein. In einem Entwurf verständigten sich die grössten Industriestaaten mit den grossen Schwellenländern darauf, dass die Erderwärmung im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters nicht um mehr als zwei Grad zunehmen darf. Erstmals stimmten auch die USA dieser Begrenzung zu. Wie dieses Ziel erreicht werden soll, geht dagegen aus dem Entwurf nicht hervor, der Reuters vor Beginn des G8-Gipfels im italienischen LAquila heute vorlag. Angestrebt worden war, den Ausstoss der Treibhausgase bis 2050 zu halbieren. Dies wäre eine gute Voraussetzung für die Erreichung des Zwei-Grad-Zieles.

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