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Der 72-jährige Milliardär und Medienmogul zerrt in Italien die linksliberale Zeitung «La Repubblica» vor Gericht und fordert eine Million Euro (1,5 Mio. Fr.) Schadensersatz. Hintergrund sind die jeden Tag von dem römischen Blatt gestellten «zehn Fragen» an den Regierungschef, die dieser für diffamierend hält. Die Zeitung berichtete heute selbst über das anstehende Verfahren.
«La Repubblica» will in dem Fragenkatalog etwa wissen, wann Berlusconi die junge Noemi Letizia kennengelernt hat, und ob er Kontakt zu anderen Minderjährigen gehabt habe oder habe, was ihn dazu gezwungen habe, über Monate hinweg «nicht die Wahrheit zu sagen» und vier verschiedene Versionen zum «Fall Noemi» zu liefern. Nachgefragt wird auch nach Berlusconis angeblichem Treffen mit einem Callgirl und ob ihn das als Regierungschef erpressbar machen könnte.
Berlusconi geht auch gegen die französische Wochenzeitung «Nouvel Observateur» wegen eines Artikels mit dem Titel «Sex, Macht und Lügen» und gegen «El Pais» vor. Das spanische Blatt druckte Fotos ab, die Gäste von Berlusconi auf dessen Luxusanwesen auf Sardinien nackt zeigen.
«Bin kein Heiliger»
Berlusconi argumentiert, die «Repubblica»-Fragen seien Phrasen, die gar keine Antworten verlangten, sondern «wahre Umstände» suggerieren wollten. Der 72-Jährige hatte wiederholt betont, «kein Heiliger» zu sein, dabei allerdings keine Beziehungen zu Minderjährigen gehabt und auch niemals für Sex bezahlt zu haben.
Die italienische Bevölkerung scheint jedoch ebenfalls endlich Klarheit über die Mauscheleien ihres Regierungschefs bekommen zu wollen. Die Facebook-Gruppe mit dem Namen «Antworte, Berlusconi!» zählt bereits knapp 120000 Mitglieder. (SDA/num)
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Die 10 Fragen beantwortet er nicht – geht nun aber juristisch dagegen vor: Silvio Berlusconi. (Reuters)