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Silvio Berlusconi (rechts) und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gestern an der gemeinsamen Pressekonferenz. (AP)
Die Lage ist ernst: Fast täglich landen auf der italienischen Insel Lampedusa Flüchtlinge aus Afrika. Die Flüchlingslager sind überfüllt. Die dortigen hygienischen Zustände ein Gräuel.
Und was sagt Italiens Regierungs-Chef Silvio Berlusconi dazu? Er vergleicht sie mit Konzentrations-Lagern aus der Nazi-Zeit!
So unglaublich es klingt: Mit diesem Vergleich versucht Berlusconi sich für seine eigene Politik zu rechtferigen. Seit seiner Machtübernahme fährt die italienische Regierung eine rigorose Abschiebe-Praxis gegen Flüchtlinge aus Afrika.
«Ich glaube, es ist viel einfacher, die individuelle Situation im Herkunftsland zu prüfen», meinte der Regierungschef an einer Pressekonferenz mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. «Anderfalls kommen sie hierher und landen in einem Lager, das – ich sollte das nicht sagen – einem Konzentrationslager gleicht.»
Ein erneuter verbaler Ausrutscher. Noch vor einem Monat redete sich Berlusconi ins Abseits, als er die provisorischen Hilfslager für die Erdbebenopfer von LAquila mit einem Ferien-Camp verglich (Blick.ch berichtete).
Der neue Sprach-Stolperer ist umso bemerkenswerter, als dass Berlusconi noch im Januar die Zustände in den Auffanglager um einiges positiver beschrieb: «Lampedusa ist kein Konzentrationslager, die Flüchtlinge können jederzeit ein Bier trinken gehen.» Die Aussage hatte damals zu Protesten und Ausschreitungen in den betroffenen Lagern geführt. (ent)