Berlin sucht den Massenmörder Ein Attentat – aber kein Täter

BERLIN - Es war offenbar nicht der festgenommene Flüchtling, der auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin für Terror gesorgt hat. Das heisst: Der Massenmörder läuft immer noch frei herum. Er ist bewaffnet!

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Mit 580 PS und Vollgas in die Menschenmenge: Die Besucher des Weihnachtsmarkts in Berlin hatten gegen die schwere Waffe des Attentäters keine Chance. Allein die Zugmaschine des Scania-Sattelschleppers wiegt über sieben Tonnen, zusammen mit den geladenen Stahlträgern wurde der Lastwagen zu einem kaum zu stoppenden Torpedo. Menschen und Stände wurden weggeschleudert oder unter den grossen Rädern zermalmt.

+++Anschlag Berlin+++Berlin sucht den LKW Täter vom Weihnachtsmarkt play
Der Todestruck wird abgeschleppt. In der Frontscheibe stecken die Überreste der Dekoration eines Weihnachtsmarktstandes. Getty Images

 

Der Mann, der am Steuer des massigen Trucks sass, läuft noch immer frei herum. Vermutlich ist er bewaffnet! Bei der Berliner Polizei herrscht Alarmstimmung. Polizeipräsident Klaus Kandt: «Wir fahren umgehend Massnahmen hoch und postieren überall Polizisten mit Maschinenpistolen und Schutzwesten – auch bei Zugängen zu den rund 50 Weihnachtsmärkten in der Stadt.»

+++Anschlag Berlin+++Berlin sucht den LKW Täter vom Weihnachtsmarkt play
Wohl der falsche Mann: Ein Verdächtiger wird abgeführt. Offenbar ist der Täter immer noch auf freiem Fuss. Welt

Anfänglich hielt die Polizei einen 23-jährigen Flüchtling aus Pakistan für den Täter. Ein Augenzeuge hatte ihn verfolgt und gemeldet. Der Pakistaner ist den Behörden als Kleinkrimineller bekannt. Gestern hiess es bei der Berliner Polizei aber: «Wir haben den falschen Mann.»

Musste der Täter zuerst fahren lernen?

Der Täter hatte offenbar wenig Ahnung von Lastwagen. Darauf deuten GPS-Daten des Trucks hin, der einem polnischen Speditionsunternehmen gehört. Die Auswertung zeigt, dass jemand den LKW um 15.44 Uhr, 16.52 Uhr und 17.37 Uhr bewegt hat, obwohl er bis zu seiner Entladung am Dienstag vor der Firma Thyssen Krupp Schulte hätte stehen bleiben sollen. Der polnische Speditionschef Ariel Zurawski sagte: «Es sah aus, als wenn jemand geübt hätte, den Wagen zu fahren.»

+++Anschlag Berlin+++Berlin sucht den LKW Täter vom Weihnachtsmarkt play
Ariel Zurawski zeigt auf seinem Handy ein Bild seines Cousins. EPA

Viel mehr ist für die Zeit bis zum Anschlag um 20.02 Uhr nicht bekannt. Vermutlich hatte der Täter den polnischen LKW-Chauffeur, Zurawskis Cousin, bedroht und den Lastwagen gestohlen. Ariel Zurawski sah das Polizeifoto seines getöteten Verwandten: «Es war mit Sicherheit zu sehen, dass er gekämpft hatte. Sein Gesicht war blutig und geschwollen.»

Pole lebte beim Anschlag noch

Die Obduktion ergab, dass er bis zum Attentat gelebt hat. Er sass in der Fahrerkabine, als der Terrorist mit dem Lastwagen auf die Menschenmenge zuraste. Offenbar zückte der Terrorist ein Messer, stach mehrfach zu, weil der Pole ins Lenkrad griff. Als der LKW zum Stehen kam, erschoss der Attentäter Lukasz U. und lief davon.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) bestätigte, dass der Pole Opfer sei und nicht Täter. Der Chauffeur hatte gegen 15 Uhr noch mit seiner Frau telefoniert. Er hinterlässt neben ihr auch ein 17-jähriges Kind.

Mit Anlauf, ohne Licht

Der Täter hatte den Truck um 19.34 Uhr für seinen tödlichen Plan in Bewegung gesetzt. Auf der Kantstrasse holte er Anlauf, bevor er in Höhe der Einmündung zur Budapester Strasse auf das Marktgelände bei der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche donnerte. Viele Marktbesucher sahen ihn zu spät: Der Terrorist hatte am LKW die Scheinwerfer ausgeschaltet.

Publiziert am 21.12.2016 | Aktualisiert am 21.12.2016
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23 Kommentare
  • Alex  Zogg aus Ebikon
    21.12.2016
    Höhere Politiker werden durch zahlreiche Bodyguards geschützt für das Volk gibts nicht mal mehr nützliche Abschrankungen obwohl die "Experten" schon lange davon gewahrt haben. Na ja ist eben nur das normale Volk.
  • Boris  Kerzenmacher 21.12.2016
    Warnung des US-Aussenministerium, vor ca. einem Monat:
    "Das US-Außenministerium rät wegen einer erhöhten Terrorgefahr zu besonderer Vorsicht bei Reisen nach Europa in der Weihnachtszeit"
    Entweder ging diese Warnung an den Sicherheitsbehörden unbemerkt vorbei oder man hat sie einfach als Panikmache abgetan.
    (focus-us-aussenministerium-raet-zu-vorsicht-bei-europareisen-in-der-weihnachtszeit)
  • Hans-Peter  Brechbühl 21.12.2016
    Was mich sehr ärgert über das schweigen der EU
    verantwortlichen. Haben wir die vielen Attentate in
    Europa nicht dieser Organisation zu verdanken mit
    diesen vielen Fehlendscheiden. Überall mangelhafte
    bis gar keine Kontrollen mehr, dann ist man erstaunt
    wenn solche Anschläge gemacht werden können.
    • Hans-Peter  Brechbühl 21.12.2016
      Leider gibt es in ganz Europa wie auch in
      der Schweiz Politiker und Politikerinnen
      die im glauben sind die EU sei eine gute
      Sache und wollen uns Bürger noch davon
      überzeugen.
  • Chris  Patton aus Biel
    21.12.2016
    @R.M. World, und wer soll den Armee Truck fahren, Will Smith oder Matt Damon, sehr abenteuerliche Ideen und leider sind wir hier in Europa noch nicht in einem Hollywood Film wo es Drohnen hat und DNA genommen wird etc. Zum Glück, ich würde das übel eher an der Wurzel anpacken und in Afghanistan, Syrien etc. mal die Strategie überdenken.
  • Niels  Huggli aus Zug
    21.12.2016
    Es ist schlimm, was da passiert ist. Der Attentäter soll schnell gefasst werden. Von Terror zu sprechen, ist zu diesem Zeitpunkt zu früh. Man erinnere sich an den Piloten, der 150 Passagiere in den Tod nahm. Es ist gut, dass die Medien zurückhaltend sind und keine Hysterie anzetteln. Dass der IS die Tat für sich reklamiert und hofft, die Medien und Bürger über reagieren und auf alle Muslime los gehen, ist Teil der IS Strategie. Ruhig bleiben, die Sache pragmatisch angehen.
    • Regula  Rütli aus Luzern
      21.12.2016
      Sie haben Recht Herr Huggli. Und wenn ich es mir recht überlege, lässt das Ganze nur den Schluss zu, dass man Deutschland besser meidet. Das Flugzeugunglück war ja auch von einem Deutschen ausgelöst, nun das Unglück auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin. Ich als Schweizerbürgerin werde zukünftig jedenfalls schauen, dass ich so wenig Berührungspunkte mit Deutschland und Deutschen habe wie möglich, da mir mein Leben lieb ist!