Bericht zu den Putin-Hackern So lacht Russland über die CIA

Die Russen zerpflücken erwartungsgemäss den Bericht über Putins Cyber-Manipulationen während der US-Präsidentschaftswahlen. Nicht mal die Datumsangaben könnten die US-Geheimdienste richtig abschreiben.

US-Bericht zu Hackerangriffen: Russland nimmt CIA nicht ernst play
Russlands Präsident Wladimir Putin: Sein Sprecher bezeichnet die Anschuldigungen der amerikanischen Geheimdienste als «Hexenjagd». Keystone

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Der 25-seitige Hackerangriff-Bericht, den die amerikanischen Geheimdienste am Freitag veröffentlicht haben, sorgt in den USA für viel Diskussionsstoff. Laut den Geheimdiensten soll Putin Hackerangriffe und eine Medienkampagne angeordnet haben, um die US-Wahlen zu beeinflussen.

In Russland erntet der Bericht von CIA, FBI und NSA hingegen nur Spott. Sieben Seiten der Untersuchung befassen sich mit dem vom russischen Staat finanzierten Auslandssender RT und dessen Einfluss auf die US-Präsidentschaftswahl.

RT hat postwendend reagiert und macht sich über die Anschuldigungen lustig. Der russische Staatssender zitiert aus dem Bericht: «RT begann während der Vorwahlen mit offener Unterstützung für Trumps Kandidatur.» Die Anschuldigungen im Bericht besagen zudem, RT habe die demokratische Kandidatin zu «verleumden» und Clintons «Wählbarkeit und mögliche Präsidentschaft zu beschädigen» versucht. Dem entgegnet RT mit Hinweisen auf eigene Sendungen mit anderer Ausrichtung. 

«Schuldig im Sinne der Anklage»

Zudem fragt der Sender süffisant, ob die amerikanischen Top-Spione vielleicht ihre Russischkurse verschlafen hätten. In Russland wird das Datum nämlich in der Reihenfolge Tag, Monat, Jahr angegeben, während in den USA der Monat vor dem Tag kommt. In ihrem Bericht scheinen die US-Geheimdienste das vergessen zu haben: So verweisen sie auf ein Interview, das angeblich am 7. April publiziert worden sein soll, tatsächlich aber am 4. Juli (04/07) erschienen sei. 

Auf den Vorwurf, dass der Sender aktiv mit Wikileaks zusammengearbeitet und wohlwollend über dessen Chef Julian Assange berichtet habe, meint RT nur: «Schuldig im Sinne der Anklage. Wie auch Fox News und andere Medien, die in den letzten Jahren exklusive Interviews mit Assange zeigten.»

RT spottet weiter, die Geheimdienste hätten offensichtlich Mühe, zwischen Meldung und Kommentar zu unterscheiden und gibt gönnerhaft Tipps, wer bei ihnen Kommentare verfasse, was Zitate seien und was der Sender gar nicht selbst produziert habe. 

Kreml und Trump sind sich einig: «Das ist eine Hexenjagd»

Schliesslich findet RT die Beschreibung des eigenen Senders im Geheimdienstbericht amüsant. Der Staatssender zitiert daraus: «RT fokussierte auf Kritik am amerikanischen Wirtschaftssystem, an der amerikanischen Währungspolitik, behauptete, die Wall Street sei geizig und kritisierte den Stand der US-Schulden.»

Sowie: «Die Berichte von RT charakterisieren die USA als Überwachungsstaat und behaupten verbreitete Verletzungen von Bürgerrechten, Polizeibrutalität und Drohnengebrauch.» Der Sender kommentiert trocken: «Einige Geschichten sind einfach schwierig zu ignorieren.»

Der Kreml selbst äussert sich kurz und bündig zu den Vorwürfen: «Wir sind es langsam müde, diese Anschuldigungen zu hören. Das Ganze wird zu einer regelrechten Hexenjagd», sagte Regierungssprecher Dimitri Peskow. Er benutzte dabei denselben Ausdruck – «witch hunt» (Hexenjagd) – wie die angebliche Putin-Marionette Trump in seinem Tweet nach der Veröffentlichung des Berichts. (pfc)

Publiziert am 10.01.2017 | Aktualisiert am 13.01.2017
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5 Kommentare
  • Arne  Tvedt 10.01.2017
    which hunt (wie von Ihnen. angegeben) wäre welche Jagd ? Hexenjagd wäre richtigerweise witch hunt ... ausgesprochen wird beides fast gleich.
    • Hans  Peter 11.01.2017
      Danke an Arne Tvedt, und schon ein wenig peinlich dass BLICK es immer wieder verpasst beim "proof reading" die Fehler zu erkennen und Peinlichkeiten rausgibt... Grosses Verbesserungspotential.
  • Ernst  Dittmar aus Adliswil
    10.01.2017
    Barack Obama unternimmt wirklich das Menschenmögliche, um Donald Trump eine möglichst verfahrene Situation zu hinterlassen. Wir können nur hoffen, dass er sein Versprechen, noch während seiner Restamtszeit in die Ukraine einzumarschieren, nicht auch noch wahr macht.
  • Abbas  Schumacher aus Basel
    10.01.2017
    Die Russen sind Unschuldig, an allem was denen vorgeworfen wird. Es fehlen entweder Beweise, oder wie in dem Fall, man ist unfähig sich gegen solche Attacken zu schützen? Egal, ob die Russen die Krim annektieren, die Russen fühlen sich immer im Recht und sie werden so weiter machen und leugnen, dass sie etwas Strafbares gemacht haben. Viel Vergnügen weiterhin mit Russland, dass unschuldigste Land auf Erden...
    • Oskar  Mate 10.01.2017
      Ach ne Herr Schumacher, und sie denken dass sei bei den Amerikanern und den anderen Staaten anders? Es ist wirklich wichtig, dass man die geopolitischen Gegebenheiten versteht. Russland hat sich die Krim und die Ostukraine geholt, weil sowohl die EU als auch die Nato so ziemlich jede Vereinbarung gebrochen haben. Nicht dass ich diesen Einmarsch gutheisse, aber Sie sollten wirklich das gesamte Bild sehen. Russland sah seine Schwarzmeerflotte gefährdet. Dies hatte Konsequenzen.