Belagerte Stadt Madaja Assad-Anhänger verhöhnen Hungernde

MADAJA (SYRIEN) - In der belagerten nordsyrischen Stadt Madaja sterben Menschen den Hungertod. Anhänger der Regierungstruppen posten derweil Fotos von Fressgelagen auf Facebook und Twitter.

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Die Versorgungslage in Madaja ist dramatisch. Die Bewohner der durch Regierungstruppen und die Hisbollah belagerten Stadt nordwestlich von Damaskus essen Berichten zufolge Gras, Blätter und ihre eigenen Haustiere, um nicht zu verhungern. Über 200 Menschen sind laut dem Hilfswerk Ärzte ohne Grenzen akut unterernährt und brauchen dringend Hilfe. Fünf Bewohner – darunter ein neunjähriger Bub – seien bereits an Unterernährung gestorben.

Dieses Bild eines vollkommen abgehungerten jungen Mannes soll in Madaja aufgenommen worden sein. play
Dieses Bild eines vollkommen abgehungerten jungen Mannes soll in Madaja aufgenommen worden sein. Reuters

Während die Menschen in Madaja um ihr Überleben kämpfen, verhöhnen Anhänger Assads im Netz die Hungernden. Unter zwei Hashtags, die übersetzt «Solidarität mit der Belagerung von Madaja» und «Solidarität mit Madaja» heissen, posten regierungstreue Bürger auf Facebook und Twitter Fotos von Buffets, Grillplatten, Tellern voller Essen und gefüllten Kühlschränken.

Hilfskonvois sollen Madaja heute erreichen

Madaja wird seit rund einem halben Jahr von Regierungstruppen belagert. Trotz mehrfacher Aufforderungen der UNO, Hilfslieferungen in die belagerten Städte zuzulassen, war dies monatelang verweigert worden.

Vergangene Woche hatten die Assad-Truppen schliesslich eingewilligt, Hilfskonvois in die Stadt zu lassen – die Lieferung von Hilfsgütern verzögerte sich allerdings. Erst heute sollen ein UN-Konvoi sowie Hilfsgüter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz Madaja erreichen. «Es ist typisch, dass es eine Weile dauert – es gibt immer administrative Hürden», sagt Melissa Fleming, Sprecherin des UNO-Flüchtlingskommissariats UNHCR zu «BBC». 

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Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der dringend Hilfsbedürften in Madaja auf 40'000, die Hälfte davon Kinder. Auch in den Städten Fua und Kafraja in der Provinz Idlib droht eine humanitäre Katastrophe, wenn nicht bald Lebensmittel geliefert werden können. Die beiden Städte sind von Rebellen eingekesselt.

Die Belagerungen zeugen von einem Machtkampf zwischen den Rebellen und der syrischen Regierung. Auf die Einkesselung von Fua und Kafraja durch die Rebellen hatte Assad mit einer Belagerung der Orte Madaja und Zabadani reagiert. Ein Abkommen zur Lieferung von Hilfsgütern gestaltete sich äusserst schwierig, da dazu eine Einigung der Konfliktparteien unerlässlich war. (lha/SDA)

Publiziert am 11.01.2016 | Aktualisiert am 11.01.2016
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Dramatische Hungersnot in der syrischen Stadt Madaja Kinder müssen Gras essen

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43 Kommentare
  • Rolf  Gerber aus Zürich
    12.01.2016
    Es ist schon unglaublich, wie viele hier immer noch an der CIA Propaganda des bösen Assad und Putin hängen. Immer schön die Augen vor der Wahrheit verschliessen. Die Wahrheit kann auch gar nicht wichtig sein, da ja auch die Medien diese nicht veröffentlichen. Blendet weiter die immer grössere Zahl von hochrangigen Beamten die anscheinend alle Verwicklungen der USA herbeilügen und sicher von Putin bezahlt werden. Assad hat von Anfang an Radikale bekämpft wie es nun alle machen. Er war aber böse.
  • Artur  Nuttli , via Facebook 11.01.2016
    Rolf Hobi: Genau wir die Schweiz, eine offizielle schweizerische Pressemitteilung. Dies war sogar im Teletext lesbar, müssen sie leider verpasst haben, ich wiederhole es für sie.
    Nr.1 USA 10 Mia
    Nr.2 Russland 6 Mia
    Nr.5 Deutschland 1,2 Mia
    Nr.7 China 1,01 Mia
    Nr.13 Schweiz 350 Mio.
    quelle:wikipedia
    Das ist der Unterschied zu Gadaffi Assad, die haben das staatliche Öl jedem Bürger gut geschrieben. Ich darf nicht über die eigene Schweiz pauschalisieren aber Sie dürfen das mit Syrien tun?
    • Marion   Jost aus Schönenwerd
      11.01.2016
      So, Sie glauben wohl noch an Märchen! Warum hat Putin Milliarden und im Gegenzug sogar obdachlose Kinder auf den Strassen? Sagen können die dort drüben noch viel, bewiesen ist nichts!
  • Artur  Nuttli , via Facebook 11.01.2016
    Dieser Artikel ist verwerflich! Es kursieren diverse Fotos von hungernden Menschen diese hier noch nicht bestätigt im Netz, jedoch sind die krassesten Fotos zwischen dem Zeitraum von 2009 bis May 2015 gemacht worden und zum Teil stammen sie aus Syrien aber die meisten aus anderen Ländern. Manchmal wird sogar im Photoshop die Augenfarbe von blau auf braun geändert, nur damit es suggeriert es sei aus Nordafrika. Zudem ist der erste russische LKW bereits mit Nahrung eingetroffen!
  • Rodolfo  Giavelottino 11.01.2016
    Auf der gleichen Blick-Seite lese ich, dass Schwule erstmals Brüste berühren und Dino für unsere Eishockeyaner neue federnde Banden fordert......Dekadenz pur. Unsere Sorgen und Sörelein, und die echten Nöte der anderen........ Wir haben ja schon Nerven! Kampf dem Terror, Kampf dem Hunger, aber auch Kampf unserer Verblödung!
  • Marion   Jost aus Schönenwerd
    11.01.2016
    Tja, somit ist der Beweis erbracht, dass Assad sein eigenes Volk total egal ist!! Auch wenn das Foto vom Gelage ev. schon älter ist, die Tatsache dass kleine Kinder eines fürchterlichen Todes sterben kann man nicht mehr wegreden! Wer ihn jetzt noch verteidigt hat echt Tomaten auf den Augen und Honig im Kopf!