Baum-Mann wird endlich seine Wurzeln los!

  • Publiziert: 17.15 Uhr, Aktualisiert: 03.01.2012

JAKARTA – Nach jahrelangem Leiden ist der an einem seltenen Gen-Deffekt leidende Indonesier Dede auf dem Weg der Besserung. Ihm wurden kiloweise schwere Wucherungen entfernt.

Dede ist ein leidgeprüfter Mann. Als 15-Jähriger verletzte er sich auf einer Baustelle am Knie. Kurz danach wuchsen an seinem Körper übergrosse Warzen. Sein Zustand verschlimmerte sich nach diesem schwarzen Tag zusehends.

Aus seinen Händen und Füssen sprossen wurzelähnliche Wucherungen, die ihm auf seiner Heimatinsel Jakarta den Namen «Tree Man» (Baum-Mann) einbrachten. Der Grund für seine bizarre Verwandlung war eine Mischung aus einem angeborenen Gen-Deffekt und eine Infektion mit Papillomaviren.

Nach einigen Jahren konnten seine Familie und seine Freunde den Anblick des zweifachen Vaters nicht mehr ertragen. Seine Frau verliess ihn und seine Kinder musste er in die Obhut von Verwandten geben, weil er nicht mehr für sie sorgen konnte. Auch Arbeit konnte er keine mehr finden, da er weder in der Lage war ein Werkzeug halten, noch normal zu laufen. Aber damit nicht genug. Zu all dem Kummer kam auch noch die Demütigung. Um seine Kinder wenigstens finanziell zu unterstützen, stellte er sich in einer Freak-Show zur Schau.

Sechs Kilo Wucherungen entfernt

Doch jetzt kann der mittlerweile 37 Jahre alte Dede auf ein Ende des Martyriums hoffen. Bei der letzten Operation (bereits die achte!) vor wenigen Tagen wurden ihm sechs Kilogramm Gewebemasse entfernt. Jetzt trennen ihn nur noch 300 Gramm fleischiges Geäst von einem normalen Leben. Diese sollen ihm nun im Oktober bei der mittlerweile neunten Operation entfernt werden.

Dede geht es derweil wieder bäumig: «Jetzt kann ich mit meinen Kindern zusammenleben. Ich kann mich bewegen und überall hingehen.» Sein grösster Wunsch ist eine neue Liebe. Auch Dedes Papa Ateng wünscht sich, dass sein Sohn möglichst bald wieder eine Frau an seiner Seite hat. Wenn die Vitamin-Therapie anschlägt, die Dedes Arzt Rahmat Winata seinem Patienten verordnet hat, steht einem Happy-End jedenfalls nichts mehr im Wege.

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