Roboter entschärfte Bomben mit Wasser Batman-Killer bastelte 30 Granaten

CENTENNIAL (USA) - James Holmes stellte in seiner Wohnung eine explosive Falle auf: Granaten, Benzin – es hätte gereicht, um das gesamte Stockwerk in die Luft zu jagen.

  • Publiziert: 23.07.2012, Aktualisiert: 24.07.2012
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30 Granaten bastelte James Holmes, verband sie mit knapp 40 Litern Benzin – wäre die Sprengfalle ausgelöst worden, hätte dies nicht nur seine Wohnung, sondern auch die anderen Wohnungen in seinem Haus in die Luft gejagt. Das enthüllte ein Justizbeamter gegenüber «CNN». «Stellen Sie sich den Feuerball vor, den das gegeben hätte.»

Die Explosion hätte alles in Brand gesetzt. «Bis die Feuerwehr dort gewesen wäre, hätte bereits das ganze Haus gebrannt», sagt der Informant weiter. Die Bombe stellte das Können des Entschärfungsteams auf die Probe. Die Granaten waren verkabelt und führten zu einer Box in der Küche. Ein ferngesteuerter Roboter konnte diese mittels Wasserspritzern unschädlich machen.    

Erste Anhörung

James Holmes sitzt in Einzelhaft, um ihn vor seinen Mitgefangenen zu schützen. Der Killer wurde gestern zu seiner ersten Anhörung vor Richter William Sylvester gebracht. Er kam durch einen unterirdischen Tunnel aus dem Gefängnis von Arapahoe County ins Gericht in der Ortschaft Centennial.

Unterdessen hat sich die Familie des Täters zu Wort gemeldet. Über eine Anwältin hat diese ihr Mitgefühl für die Opfer geäussert. Zugleich appellierten die Eltern von James H., der Fall solle vor Gericht und nicht in den Medien entschieden werden.

«Die Familie möchte bekräftigen, dass sie mit dem Herzen bei den Opfern und deren Familien ist», sagte die Anwältin Lisa Damiani im TV-Sender CNN. Sie fügte hinzu, die Eltern wollten derzeit nicht über die Beziehung zu ihrem Sohn sprechen.

Damiani äusserte sich in San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien, dem Wohnort der Eltern. Sie wollte aber nicht sagen, wo sich die Familie derzeit aufhalte. «Ich fürchte um ihre Sicherheit», sagte sie.

Holmes spricht nicht

Homes trug dunkelrote Gefängniskleidung und hatte orange gefärbte Haare. Der Mann hatte am Freitag an der Premiere des neusten Batman-Films «The Dark Knight Rises» im amerikanischen Aurora 12 Menschen kaltblütig erschossen und 58 weitere verletzt.

Bisher hat Holmes keine Aussagen gemacht, sich geweigert, mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten. «Er spricht nicht mit uns», sagte Auroras Polizeichef Dan Oates laut «Spiegel.de». Er verschanze sich hinter seinem Pflichtverteidiger.

Auch heute bei der ersten Anhörung vor dem Richter blieb der 24-jährige Batman-Killer stumm. Er blickte im Gerichtssaal nur starr ins Leere und liess seine Pflichtanwältin für sich sprechen. Teilweise hatte er Mühe, die Augen offen zu halten. Stand der Killler unter Medikamenten-Einfluss? Die Staatsanwältin habe «keine Kenntnisse davon», sagt sie.

Offizielle Anklage am kommenden Montag

Der Richter verfügte, dass Holmes in Untersuchungshaft bleiben muss. Die offizielle Anklage soll am kommenden Montag erhoben werden.

Wird Staatsanwältin Carol Chambers für Holmes die Todesstrafe forderm? Jedenfalls denkt sie laut darüber nach. Laut dem TV-Sender «ABC» gab sie bekannt, dass sie mit Opfern und Angehörigen darüber spreche.

Chambers hat schon bei zwei von drei Todeskandidaten im US-Staat Colorado die Anklage geführt. Die einzige Hinrichtung in Colorado seit 1976 fand 1997 statt. Vier Personen befinden sich im Moment in der Todeszelle. (bih/noo/SDA)

 

 

Ist das alles nur Show?»

Beliebteste Kommentare

  • Andreas  Benyuska , Penang , via Facebook
    Ist ja schon sehr interessant. Jetzt schreit jeder nach der Todesstrafe. Ein paar Wochen/Monate zuvor hatten die gleichen Leute noch laut gerufen, dass es unmenschlich sei die Todesstrafe einzusetzen und dass Amerika sich schaemen sollte. So schnell aendern sich die Tatsachen.
  • Karl  Müller , Bümpliz
    Klar kommt hier schnell der Wunsch nach der Todesstrafe, aber ehrlich wer dies fordert ist in der Steinzeit hängen geblieben. Fals der Täter Psychisch gestört war, was bei einer solchen Tat fast anzunehmen ist, dann kann man Ihn aus Humanitären gründen nicht hinrichten, es wäre das gleiche wie wenn man einen geistig Behinderten auf den Stuhl schnallt. Zudem darf der Staat niemals irgendjemand zum Tode verurteilen, den auch das ist Mord.. Ist Mir schon klar das hier meine Meinung nicht besonders populär ist, Ich erwarte das aber auch nicht anders. Auch wer Auge um Auge fordert ist nicht besser als irgendein Taliban, aber bitte wenn Ihr euch den alle auf diese Stufe stellen wollt, macht nur. Ich zumindest bin stolz auf die Schweiz, dass wir diesen Mist abgeschaft haben. Ansonsten kann Ich nur Auswandern empfehlen, aber denkt doch bitte daran, dass die Svp viele Wähler verliert wenn Ihr alle geht

Alle Kommentare (29)

  • Andreas  Jäggi , Solothurn
    Was ich nicht verstehen kann ist, dass so einem gestörten Typ noch einen teuren Prozess gemacht wird.
  • Heinz  Keller-Sutter
    Dieser Mensch ist praktisch schon tot. In Amerika sind solche Leute im Knast nicht besser aufgehoben als auf einer offenen Strasse. Selbst in Einzelhaft. Vergewaltiger und Kindermörder sind in Amerikas Gefängnissen ein rotes Tuch für andere Häftlinge. Ich bezweifle dass dieser Herr das Ende von 2012 noch erlebt... denn oftmals sitzen diese Typen ganz in der Nähe von anderen Tätern welche nichts mehr zu verlieren haben...
    • 24.07.2012
    • 20
    • 1
  • Sandro  Antognazzi , Niederuzwil
    Todesstrafe ist die Todesstrafe der Zivilisation!
  • Stephanie  Sapin , via Facebook
    der ist absolut benebelt!trotzdem gibt es niemanden das recht menschenleben zu nehmen auch nicht für den us-bundestaat!!!
    • Andreas  Jäggi , Solothurn
      Oh doch, er hat es auch getan. Die Opfer hatten null Chanchen. Warum soll man dann im Gegenzug dem Täter noch eine Chance geben??
      • 24.07.2012
      • als Kommentar auf Stephanie  Sapin
      • 18
      • 20
  • Vincenzo  Gemma , via Facebook
    Es wird viel über die Todesstrafe geredet bei den US-Sender, keiner spricht aber an, wieviele Waffen in kürzester Zeit sich diese Person verschafft hat. Wohlgemerkt alles legal in einem Waffenladen! Ist das nicht Terrorismus oder gilt das nur für für die Menschen im Morgenland?
    • 24.07.2012
    • 27
    • 5
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