CENTENNIAL (USA) - James Holmes stellte in seiner Wohnung eine explosive Falle auf: Granaten, Benzin – es hätte gereicht, um das gesamte Stockwerk in die Luft zu jagen.
30 Granaten bastelte James Holmes, verband sie mit knapp 40 Litern Benzin – wäre die Sprengfalle ausgelöst worden, hätte dies nicht nur seine Wohnung, sondern auch die anderen Wohnungen in seinem Haus in die Luft gejagt. Das enthüllte ein Justizbeamter gegenüber «CNN». «Stellen Sie sich den Feuerball vor, den das gegeben hätte.»
Die Explosion hätte alles in Brand gesetzt. «Bis die Feuerwehr dort gewesen wäre, hätte bereits das ganze Haus gebrannt», sagt der Informant weiter. Die Bombe stellte das Können des Entschärfungsteams auf die Probe. Die Granaten waren verkabelt und führten zu einer Box in der Küche. Ein ferngesteuerter Roboter konnte diese mittels Wasserspritzern unschädlich machen.
Erste Anhörung
James Holmes sitzt in Einzelhaft, um ihn vor seinen Mitgefangenen zu schützen. Der Killer wurde gestern zu seiner ersten Anhörung vor Richter William Sylvester gebracht. Er kam durch einen unterirdischen Tunnel aus dem Gefängnis von Arapahoe County ins Gericht in der Ortschaft Centennial.
Unterdessen hat sich die Familie des Täters zu Wort gemeldet. Über eine Anwältin hat diese ihr Mitgefühl für die Opfer geäussert. Zugleich appellierten die Eltern von James H., der Fall solle vor Gericht und nicht in den Medien entschieden werden.
«Die Familie möchte bekräftigen, dass sie mit dem Herzen bei den Opfern und deren Familien ist», sagte die Anwältin Lisa Damiani im TV-Sender CNN. Sie fügte hinzu, die Eltern wollten derzeit nicht über die Beziehung zu ihrem Sohn sprechen.
Damiani äusserte sich in San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien, dem Wohnort der Eltern. Sie wollte aber nicht sagen, wo sich die Familie derzeit aufhalte. «Ich fürchte um ihre Sicherheit», sagte sie.
Holmes spricht nicht
Homes trug dunkelrote Gefängniskleidung und hatte orange gefärbte Haare. Der Mann hatte am Freitag an der Premiere des neusten Batman-Films «The Dark Knight Rises» im amerikanischen Aurora 12 Menschen kaltblütig erschossen und 58 weitere verletzt.
Bisher hat Holmes keine Aussagen gemacht, sich geweigert, mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten. «Er spricht nicht mit uns», sagte Auroras Polizeichef Dan Oates laut «Spiegel.de». Er verschanze sich hinter seinem Pflichtverteidiger.
Auch heute bei der ersten Anhörung vor dem Richter blieb der 24-jährige Batman-Killer stumm. Er blickte im Gerichtssaal nur starr ins Leere und liess seine Pflichtanwältin für sich sprechen. Teilweise hatte er Mühe, die Augen offen zu halten. Stand der Killler unter Medikamenten-Einfluss? Die Staatsanwältin habe «keine Kenntnisse davon», sagt sie.
Offizielle Anklage am kommenden Montag
Der Richter verfügte, dass Holmes in Untersuchungshaft bleiben muss. Die offizielle Anklage soll am kommenden Montag erhoben werden.
Wird Staatsanwältin Carol Chambers für Holmes die Todesstrafe forderm? Jedenfalls denkt sie laut darüber nach. Laut dem TV-Sender «ABC» gab sie bekannt, dass sie mit Opfern und Angehörigen darüber spreche.
Chambers hat schon bei zwei von drei Todeskandidaten im US-Staat Colorado die Anklage geführt. Die einzige Hinrichtung in Colorado seit 1976 fand 1997 statt. Vier Personen befinden sich im Moment in der Todeszelle. (bih/noo/SDA)
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