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Die hübsche Blondine erscheint an Ilans Arbeitsplatz im Zentrum von Paris. Die Tochter von nordafrikanischen Einwanderern bringt den Telefon-Verkäufer dazu, ihr in die Vorstadt Bagneux zu folgen.
In einer der anonymen Plattenbauten der Siedlung beginnt am 21. Januar für Ilan ein dreiwöchiges Martyrium. In einer Wohnung und im Keller quält die Barbaren-Bande den Sohn eines Rabbiners mit Teppichmessern und brennendem Benzin. Ihr Anführer, ein 23-jähriger gelernter Klempner, nennt sich «Mohammed» oder: «Gehirn der Barbaren».
Wie bei einer Geisel im Irak machen die über ein Dutzend jungen Kriminellen (17 bis 32) Fotos von ihrem Opfer. Seinen Eltern schicken sie Briefe mit wirren Lösegeldforderungen.
Nackt und mit einer Kapuze über dem Kopf wird Ilan schliesslich am 13. Februar von Passanten in einer anderen Pariser Vorstadtsiedlung auf offener Strasse gefunden. Er stirbt noch auf dem Weg ins Spital.
Die Polizei schnappt einen der Täter am Ort der geplanten Lösegeldübergabe in Belgien. Die restliche Gang ist schnell ermittelt. Elf Bandenmitglieder werden in Paris festgenommen. Der weibliche Lockvogel stellt sich und gibt sich ahnungslos. Einzig das «Gehirn der Barbaren» kann sich in die elterliche Heimat Elfenbeinküste nach Westafrika absetzen.
Die jungen Arbeitslosen waren schon als gefährliche Gewalttäter aktenkundig. Es stellt sich heraus, dass die Gang schon mehrmals junge Juden in ihre Gewalt bringen wollte.
Doch die Behörden spielen die antisemitische Seite der Tat herunter. «Sie wollen keine neue Konfrontation mit den Muslimen», erklärt sich das ein Verwandter Ilans.
Frankreichs Innenminister Nicolas Sarkozy sieht es so: «Es war Geldgier, kein purer Antisemitismus. Aber diese jungen Leute denken eben, wenn wir zufällig einen armen Juden entführen, dann helfen ihm irgendwelche Verwandte oder die ganze jüdische Gemeinde.»
Die französische Öffentlichkeit jedenfalls ist in heller Aufregung über die grausame Tat mit rassistischem Hintergrund mitten in Paris. Die Polizei ermittelt nun energisch. Ein Fahnderteam ist nach Westafrika gereist, um das «Gehirn der Barbaren» in der Elfenbeinküste aufzuspüren.
Ist auf der Flucht: das «Gehirn der Barbaren».- Reuters