Tiere im Golf von Mexiko helfen sich nach Ölpest Bakterien retten die Pelikane

  • Publiziert: 08.47 Uhr, Aktualisiert: 03.01.2012

WASHINGTON - Fünf Pelikane aus dem Golf von Mexiko erholen sich im Zoo. Für ihre Artgenossen siehts auch gut aus: Mikroben fressen jetzt das Öl.

Noch verschmutzt ein Ölteppich den Golf von Mexiko, unter Wasser schweben Giftwolken. Fische und Vögel leiden, das Öl hat ihnen schwer zugesetzt.

Für fünf weisse Pelikane aus dem Golf von Mexiko ist der Horror vorbei: Seit Mitte Juli sassen sie im Zoo von Brookfield in Quarantäne, wurden geputzt und gepflegt. Jetzt endlich sind sie wieder gesund und dürfen ins Wasser.

Gute Nachricht für freie Pelikane

Auch für die Pelikane, die nicht evakuiert wurden, gibt es eine gute Nachricht: Im Golf haben Bakterien Ölschwaden von der Fläche Manhattans zersetzt.

Nach unzähligen menschlichen Rettungsversuchen erledigt nun die Natur die Drecksarbeit: Eine neu entdeckte Mikrobenart vernichtet das Öl in der Tiefe. Sie wurde offensichtlich durch die Ölpest nach der im April angeregt.

Die sogenannten Proteobakterien könnten Kohlenwasserstoffe schneller als angenommen abbauen, schreiben US-Forscher im Fachmagazin «Science». Dabei verringerten sie – anders als die meisten bekannten Öl-zersetzenden Bakterien – den vorhandenen Sauerstoff nicht in bedeutendem Ausmass.

Das Phänomen «Meeresschnee»

Bereits zwei Wochen nach dem Abdecken des leckgeschlagenen Bohrlochs Mitte Juli seien die untersuchten Ölschwaden nicht mehr nachweisbar gewesen, sagte Terry Hazen vom Lawrence Berkeley National Laboratory.

Es sei jedoch ein Phänomen namens Meeresschnee aufgetreten, das darauf hingedeutet habe, dass sich die Mikroben an den Kohlenwasserstoffen gütlich getan hätten. Auch heute gibt es laut den Forschern keine Anzeichen mehr für den untersuchten Ölschwaden.

Über Hälfte des Öls verschwunden?

Dies bedeutet jedoch nicht, dass von den 4,9 Millionen Fass Rohöl, die nach der Explosion der BP-Bohrinsel ins Meer geflossen sind, nichts mehr übrig ist. Schätzungen der US-Regierung von Anfang August zufolge sind 50 Prozent des Öls aus dem Golf verschwunden, der Rest baut sich demnach rasch ab. (sda/jes)

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