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Wegen der umstrittenen Massenschlachtung von Schweinen ist es gestern in Ägypten zu gewalttätigen Protesten wütender Schweinezüchter mit mindestens 20 Verletzten gekommen. Die Bauern bewarfen in einem Vorort von Kairo Polizisten mit Steinen und Flaschen.
Diese wehrten sich mit Tränengas und Gummigeschossen. Als die Demonstranten einen Kontrollposten im Stadtteil Mantschijet Nasr zerstörten, wurde auch ein Warnschuss abgegeben. Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurden zwölf Polizisten und acht Demonstranten verletzt. Auch in Chanka nördlich von Kairo kam es zu Zusammenstössen.
28000 Schweine an einem Tag geschlachtet
Die ägyptischen Behörden hatten am Samstag mit der Massenschlachtung von Schweinen begonnen. In Kairo wurden allein gestern 28000 Schweine zu Schlachthöfen gefahren. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sollen die Massenschlachtungen drei bis vier Wochen dauern.
Die Behörden hatten die Aktion zunächst als Vorsichtsmassnahme gegen eine Ausbreitung der Schweinegrippe dargestellt, dann aber erklärt, die Massenschlachtung habe nichts mit der Schweinegrippe zu tun. Es handle sich um eine «allgemeine Gesundheitsmassnahme».
Die Schweinezüchter hatten empört auf die Schlachtanordnung reagiert, da die Schweinegrippe laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht durch den Verzehr von Schweinefleisch ausgelöst wird. In Ägypten ist zudem bislang kein Fall von Schweinegrippe bekannt.
Die etwa 250000 Schweine in Ägypten werden vor allem von koptischen Christen gezüchtet und verspeist. Im Islam gelten Schweine als unrein. (SDA)