Aus Sicherheitsgründen Marokko führt Burka-Verbot ein

CASABLANCA - Nach Frankreich und dem Tessin zieht nun auch Marokko nach: Kleiderhändler müssen binnen 48 Stunden alle Burkas vernichten. Man hat Angst vor weiteren Anschlägen.

Weil sie zu gefährlich sind: Marokko führt Burka-Verbot ein play
Burkaträgerinnen mit einem Kind in Afghanistan. Reuters

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Die Regierung im nordafrikanischen Marokko will Medienberichten zufolge innerhalb von nur 48 Stunden den Ganzkörperschleier aus dem Land verbannen. Wie die BBC unter Berufung auf einen ranghohen Beamten im Innenministerium berichtet, werden sowohl der Verkauf als auch die Produktion und der Import von Burkas verboten.

Der Grund dafür seien Sicherheitsbedenken. «Extremisten haben das Kleidungsstück wiederholt genutzt, um Verbrechen zu verüben», sagte der Ministeriumsmitarbeiter.

Offene Auslegung des Korans

Die Burka ist in Marokko nicht sehr verbreitet. Die meisten Frauen tragen Hidschab – ein Kopftuch, welches das Gesicht frei lässt und unter dem Kinn zusammengebunden wird.

Weil sie zu gefährlich sind: Marokko führt Burka-Verbot ein play
Nora Illi vom Islamischen Zentralrat der Schweiz (im Nikab) kämpfte gegen das Verhüllungsverbot im Tessin.  Keystone

Seit einer Anschlagsserie in Casablanca vor 13 Jahren hatte König Mohammed VI. versucht, einen moderaten Islam im Land durchzusetzen. Eine von ihm gegründete Imamschule lehrt eine tolerante und offene Auslegung des Korans.

Bald auch in der Schweiz?

Marokko ist nicht das erste muslimisch geprägte afrikanische Land, das die Burka verbietet. Auch im Tschad ist die Vollverschleierung – und dort neben der Burka auch der Nikab – seit 2015 aus Sicherheitsgründen verboten.

Auch Frankreich hatte 2011 ein Burkaverbot eingeführt. In der Schweiz ist das Tragen einer Vollverschleierung seit dem 1. Juli 2016 im Kanton Tessin verboten. Zurzeit wird in Bern darüber diskutiert, ob das Verbot aufs ganze Land ausgedehnt werden soll. Gleichzeitig werden Unterschriften für eine Initiative mit dem gleichen Ziel gesammelt. (gf)

Publiziert am 12.01.2017 | Aktualisiert am 13.01.2017
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50 Kommentare
  • Bianca  Schwarz 13.01.2017
    Ich bin grundsätzlich de Meinung, dass unser Land die Menschen in Frieden und Freiheit ausziehen will, und dazu gehören solche Symbole wie Verschleierung und auch genauso die Rocktragepflicht für Frauen bei Strengreligiösen dazu. Wir hier möchten, dass jeder Mensch von Herz aus frei ist und sich frei bewegen kann, ohne Einschränkung, und wem es nicht passt, gehört hier nicht hin!!
  • Uriella  Bianca aus Utopia
    12.01.2017
    wenn an gewissen Schulen schon Sennenhemdli verboten werden, warum soll man dann in der Schweiz Burkas gestatten? Diese Kriecherei, verkauft als politisch korrektes Verhalten, stempelt uns als rückgratlose Nation ab.
    • Heinrich  Z aus Zürich
      13.01.2017
      Die ewig gleiche Ausrede....dass wir Religionsfreiheit hätten, ist ein eklatantes Missverstaendnis. Die Religionen gewaehren ihren Nachkommen diese Freheit keineswegs und uns Nichtglaeubigen werden sie diese baldmöglichst verbauen. Sie kennen ja die Vorgehensweise die sie gegen die Nichtglaubigen empfehlen. Wenn denn sich mal unser Intelligenten bequemen wuerden, sich diesem Sachverhalt anzunehmen. Könntet doch mal eine "Studie" machen, oder nicht?
  • Dani  Rosso 12.01.2017
    Es ist doch eigentlich ganz einfach... Jeder kann/soll glauben was er will,in seinem Kopf!! Es steht jedem frei dort hin zu gehen wo sie nackt rumlaufen, in Hosen, im Rock oder voll verhüllt!! In der Öffentlichkeit muss man sich dem jeweiligen Land anpassen oder man geht wieder dort hin wo es so gemacht wird wie man es will. Dieses "aufzwängen" unter dem Namen der Religion ist (egal welcher Glaube) eine Frechheit! Niemand zwingt jemanden z.B. hier zu leben wenn er das Gesicht nicht zeigen will!
  • Sagg  Zement 12.01.2017
    Ein Stück Stoff zu verbieten bringt keine Sicherheit, nur weitere Unterdrückung und Diskriminierung. Aber wenn die Islampohoben dann endlich Ruhe geben, sollen sie das Stück Stoff meinetwegen halt verbieten. Falls ich irgendwann das Gefühl habe, dass nur noch grüne Hüte Sicherheit geben, werde ich eine entsprechende Initiative lancieren. Hach, ist das niedlich.
    • Sarah  Keller 12.01.2017
      Lieber Zement-Sagg, nicht nur geben die "Islamophoben" dann Ruhe, sondern auch all die geplagten Frauen, die man seit Kindheit des Gehörs und der Sicht beraubt, erfahren ungeahnte Erleichterung und bekommen ein grosses Stück Würde zurück. Wenn man es nötig hat, sich über so etwas lustig zu machen, ist man arm dran. Wenn man dazu noch behauptet, das bringe nur weitere Unterdrückung und Diskriminierung, ist man entweder ein ignoranter Macho oder eben ein ganz gefühlloser, lingger Sagg Zement.
    • Sagg  Zement 12.01.2017
      Liebe Sarah Keller, ich mache mich nicht über den Umstand lustig sondern über die zu wenig nachdenkenden, polemischen Kommentareschreiber und den Verbots-Forderern. Glauben sie im ernst, dass betroffene Frauen mit dem geforderten Verbot weniger diskriminiert werden? Ich glaube eher, das geforderte Verbot ist Mittel zum Zweck. Sie sollen es wenigstens ehrlich beim Namen nennen und dazu stehen, welche Rassen und Menschen Sie eher nicht so unter uns haben wollen.
  • Arturo  Baruffaldi , via Facebook 12.01.2017
    Die Religionsfreiheit ist ein Grund- und Menschenrecht. Wie jedes andere Grundrecht auch, kann die Religionsfreiheit mit anderen Grundrechten kollidieren („Normkollision“). v.wikipedia (GRUNDRECHTEN einer Demokratie oder ähnliches )