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Die «Kieler Woche» versetzt die norddeutsche Hafenstadt jedes Jahr in den Ausnahmezustand. Bei herrlichem Wetter strömten auch gestern Hunderttausende zum grössten Volksfest nördlich von München. Für den besonderen Adrenalinschub sorgt der «Power Tower»: An dem Turm schnellen Abenteuerlustige in ihren Sitzen innert Sekunden 60 Meter hoch und plumpsen wieder zurück.
Doch das Vergnügen hätte gestern beinahe tödlich geendet. Ein 43-jähriger Angestellter des Freifallturms war am Abend dabei, die Sicherheitsbügel der Fahrgäste zu kontrollieren. Da packte ihn plötzlich eine 15-Jährige und hielt ihn fest. «Jetzt fährst du mit», sagte sie dem verdutzten Schausteller.
Für diesen begann eine wahre Höllenfahrt, denn eine Sekunde später wurde die Gondel nach oben katapultiert und raste die 60 Meter wieder nach unten – und das gleich zweimal.
Mit Müh und Not konnte sich der 43-Jährige während des rasanten Auf und Abs an einem Sicherheitsbügel festklammern. Zwei Fahrgäste packten ihn zudem an seiner Kleidung – und retteten ihm damit wohl das Leben. Zutiefst geschockt, aber unverletzt erreichte der Schausteller nach zwei Minuten wieder sicheren Boden.
Die Teenagerin, die ihm den Schock seines Lebens eingebrockt hat, sagte nachher aus, es hätte alles nur ein Spass sein sollen. Doch könnte ihr nun ein ernstes Nachspiel blühen: Heute erging eine Strafanzeige wegen Nötigung gegen sie. (hhs)
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Ein solcher Freifallturm wurde in Kiel beinahe zur tödlichen Falle für einen Angestellten. (www.cedarpoint.com)