Aufstand in Guantanamo

  • Aktualisiert am 03.01.2012

SAN JUAN (Kuba) – Die Uno will das Gefangenenlager schliessen lassen. Derweil versuchen Häftlinge mit Suiziden, gegen die Haftbedingungen zu protestieren. Oder wie gestern mit einer Revolte.

Heute forderte das UN-Komitee gegen Folter die USA zur Schliessung Guantanamos auf. Die dort inhaftierten Personen sollten frei gelassen oder vor Gericht gestellt werden.

Die USA wollen davon aber nichts wissen. Die Gefangenen im umstrittenen US-Gefangenenlager Guantanamo greifen deshalb auch weiterhin zu traurigen Mitteln, um auf die Misstände aufmerksam zu machen. Ein Gefangener versuchte gestern, sich in einem Gemeinschaftsraum zu erhängen. Das Wachpersonal schritt zwar ein, wurde aber von Mithäftlingen mit behelfsmässigen Waffen wie Ventilatoren und Leuchten attackiert.

Ebenfalls gestern hatten drei andere Häftlinge versucht, sich mit hohen Dosen von Medikamenten, die sie zuvor gehortet hatten, das Leben zu nehmen. Auch diese Suizide konnten verhindert werden. Sie lösten allerdings keinen Aufstand aus.

Selbstmorde in Guantanamo

Im Januar 2002 wurde das Guantanamo-Gefangenenlager auf Kuba errichtet. Seitdem gab es insgesamt 39 Suizidversuche, darunter allein zwölf eines 32 Jahre alten Häftlings aus Bahrein. Auch mit einem Hungerstreik, dem sich 131 Gefangene anschlossen, wurde gegen die Haftbedingungen im Lager protestiert.
Seit Jahren hinter Gittern, ohne dass ihm der Prozess gemacht wurde: ein Gefangener in Guantanamo.- Reuters

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