Auch Italien hat Nase voll vom Cisalpino

  • Publiziert: 14.02.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

BERN – Die italienische Staatsbahn Trenitalia hat Angst um ihren Ruf – deshalb macht sie nun der eigenen Tochterfirma Cisalpino ordentlich Feuer unter dem Triebwagen.

Trenitalia wird in der Diskussion um die Probleme mit dem Lotterzug Cisalpino aktiv: Die Italiener drohen ihrer Tochtergesellschaft mit «allen nützlichen Massnahmen», um ihr eigenes Ansehen zu schützen.

Trenitalia kritisiert vor allem Mängel im Service von Cisalpino. In einer Medienmitteilung hält Trenitalia fest, dass sie ihrer Tochtergesellschaft einen Brief mit dem entsprechenden Inhalt geschrieben habe, «um den Ernst der Lage zu unterstreichen».

Das Angebot von Cisalpino entspreche nicht dem Standard der Mutterhäuser Trenitalia und SBB, heisst es weiter. Die Unternehmen betreiben Cisalpino gemeinsam. Trenitalia kritisiert, dass die Fahrgäste in Lugano und Domodossola seit dem Fahrplanwechsel umsteigen müssen.

Dies ist auf die verspätete Auslieferung der neuen Neigezüge (ETR-610) zurückzuführen. Trenitalia hält dazu fest, dass sie deswegen eine Umstellung des Fahrplans gefordert habe: Cisalpino sollte während sechs Monaten mit dem alten Fahrplan verkehren. Cisalpino war heute für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Anfang Januar hatte Cisalpino auf der Lötschberg-Linie ihre pannenanfälligen Neigezüge vorübergehend aus dem Verkehr gezogen, um sie zu warten. Stattdessen setzt sie konventionelle Züge der SBB ein. Das Bundesamt für Verkehr fordert von Cisalpino bis Ende Februar einen Bericht über die Ursachen der Qualitätsmängel. (SDA/hhs)

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