Bisher Berichte von zwei Verletzten Schweres Nachbeben in Italien – Häuser eingestürzt

Mehrere heftige Erdbeben haben am Mittwochabend und in der Nacht Mittelitalien erschüttert. Ein Erdstoss der Stärke 5,4 trieb die Menschen um 19.11 Uhr auf die Strassen. Ein zweites, noch stärkeres Beben ereignete sich zwei Stunden später. Mehrere Ortschaften meldeten schwere Schäden.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Drama auf der Wildsau-Pirsch Jäger trifft Liebespaar – tödlich
2 Trump über Merkel, Aleppo und Nuklearwaffen Der Zerfall der EU ist ihm...
3 Als Baby in Florida entführt Kamiyah (18) zurück bei ihrer Familie

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
5 shares
23 Kommentare
Fehler
Melden

Zwei Monate nach der Erdbeben-Katastrophe in Mittelitalien mit fast 300 Toten haben erneut mehrere schwere Erdstösse die Region erschüttert.

Bisher war von einem Toten die Rede, der wegen eines Herzinfarktes gestorben sein soll. Wegen strömendem Regen, Dunkelheit und weit mehr als 100 Nachbeben war die Nacht für die betroffenen Menschen vor allem in den Gemeinden in der Region Marken voller Angst und Schrecken.

 

Der heftigste Erdstoss wurde nahe der Ortschaft Visso südöstlich von Perugia gemessen. Die Stärke variierte nach Angaben unterschiedlicher Erdbebenwarten zwischen 5,9 und 6,1 auf der Richter-Skala.

Glück im Pech: Viele Menschen hatten wegen eines Vorbebens schon ihre Häuser verlassen und hielten sich im Freien auf. Spezial-Teams suchten bereits nach möglichen Vermissten - es sehe derzeit aber so aus, als gebe es keine.

Rund 40 Menschen seien wegen leichter Verletzungen oder anderer Beschwerden aufgrund eines Schocks behandelt worden. Der Chef des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio, sprach im Radio von «einigen Tausend» Obdachlosen.

Der Innenminister Angelino Alfano ist vorsichtig optimistisch: «Wenn es sich bestätigt, dass es keine Opfer und Schwerverletzten gab, dann ist es angesichts der Stärke des Bebens ein Wunder», sagte Minister Angelino Alfano am Donnerstag im Radio.

Schwere Schäden an Gebäuden

Fernsehbilder und Fotos auf Social Media zeigen schwere Schäden an Gebäuden. «Es ist wie nach einem Bombenangriff», berichteten Augenzeugen.

Zahlreiche Kirchen der Gegend wurden schwer beschädigt. Der Kirchturm des Wallfahrtsorts von Santa Maria in Via in der Kleinstadt Camerino stürzte auf ein gegenüber liegendes Gebäude. Auch in Visso, Epizentrum der Erdbeben vom Mittwochabend, stürzte eine Kirche ein.

Erneute Beben wecken die Angst

Die Erdstösse ereigneten sich in der gleichen Region, wo Ende August ein heftiges Beben 298 Todesopfer forderte, die meisten davon in der Ortschaft Amatrice (BLICK berichtete).

Der Bürgermeister des Städtchens, Sergio Pirozzi, sagte, auch in seinem Ort sei es erneut zu Schäden gekommen. «Es gab Einstürze, aber nur von Gebäuden, die schon beschädigt waren», sagte er laut Ansa. «Natürlich weckt das wieder die Angst.»

 

Augenzeugen in der Unglücksregion sprachen zunächst von einer «apokalytischen Situation». Die Erde habe «furchtbar lang» gebebt, sagte Marco Rinaldi, Bürgermeister der Gemeinde Ussita dem TV-Sender Sky TG24.

«Die kritischste Situation ist in Castelsantangelo sul Nera, wo die Stromversorgung fehlt», sagte Cesare Spuri vom Zivilschutz in der Region Marken. Der Bürgermeister des Ortes, Mauro Falcucci, sagte einem Fernsehsender: «Mit Sicherheit gab es Einstürze.»

In den Marken sollten drei Krankenhäuser geräumt werden. Am Donnerstag sollten mehrere Schulen in Mittelitalien geschlossen bleiben.

Schäden auch in Rom

Auch in Rom gab es Schäden. In mehreren Gebäuden seien Risse festgestellt worden, meldete Ansa. Nach dem ersten Erdstoss seien binnen einer halben Stunde rund hundert Notrufe beim Zivilschutz eingegangen. Das Aussenministerium wurde sicherheitshalber geräumt.

Das jüngste Beben und die vorherige Katastrophe in der Region Ende August könnten nach Experteneinschätzung direkt miteinander zusammenhängen.

«Die Entfernung zwischen beiden Beben ist rund 30 Kilometer. Es ist also durchaus möglich, dass da eine gewisse Wechselwirkung ist», sagte der Seismologe Frederik Tilmann der Deutsche Presse-Agentur.

Der Forscher am Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam hält es für denkbar, dass beide Ereignisse damit Teil eines grösseren Abbaus von Spannungen sind - mögliche weitere Beben sind damit nicht ausgeschlossen. (SDA)

Publiziert am 26.10.2016 | Aktualisiert am 27.10.2016
teilen
teilen
5 shares
23 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

23 Kommentare
  • Annemarie   Setz 27.10.2016
    Die Erdbebengefahr in gewissen Regionen Italiens ist sehr gross. Die .Verschiebung der afrikanischen und der europäischen Erdplatte kommt voran Italiens Versuve brodeln. Die Aussage, Italien sei eine "Horrordestination" ist aber völlig daneben. Unter Horrornation verstehe ich ein Land wie Syrien, wo die Menschen dauernd leiden. Auch kann man nicht einfach alle Städte und Ortschaften in Italien, die teils Jahrhunderte alte Schätze bergen, kurz schnurz erdbebensicher machen.
  • Regula  Rütli aus Luzern
    27.10.2016
    Leider ist davon auszugehen, dass die Hilfsgelder, die nun in das Erdbebengebiet fliessen werden, im Mafia-Sumpf versickern, statt die Gebäude sicherer zu machen. Beim nächsten Beben wird es dann wieder grosse Schäden geben, aber niemand will es gewesen sein. Pazienza, wie man in Italien sagt.
  • Urs  Glaus , via Facebook 27.10.2016
    Vorbereiten auf das, was noch kommen könnte, kann sich niemand ... wir vergessen bei all den Kommentaren, dass Italien 2 brandgefährliche Vulkane beheimatet ... Experten warnen seit vielen Jahren vor möglichen Ausbrüchen ... dass vermehrte Erdbeben die Auslöser eines solchen Ausbruches sein könnten, darüber streiten sich die gelehrten auch nicht mehr, denn die Geschichte über hunderte von Jahren ist Beweis genug dafür, dass es zu einem Vulkanausbruch gewaltigen Ausmasses kommen könnte ...
  • michael  przewrocki aus basel
    27.10.2016
    Wenn es so weitergeht-Wallis-jetzt Rom- müsste Anfang/Mitte nächster Woche Athen bzw. die Türkei dran sein. Hoffentlich werden sie gewarnt.
  • Armin  Bruesch aus Thusis
    27.10.2016
    Das ist Tektonik. Jetzt sind die Europäische und die Afrikanische Platte die sich bewegen. Das ist die Naturkraft und diese kann man nicht regulieren, trotz PC, Handy und Satellite. Das ist Evolution.
    • Sammy  Martins aus Biel
      27.10.2016
      "Evolution ist die allmähliche Veränderung der vererbbaren Merkmale einer Population von Lebewesen von Generation zu Generation." was dies mit dem Erdbeben zu tun hat, kann ich nicht verstehen, Herr Bruesch.