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Rund 25000 Menschen haben an der Trauerfeier von Jörg Haider Abschied genommen. Viele Frauen erschienen im traditionellen Dirndl zu der Trauerfeier, die Männer im Trachtenanzug. Zudem reisten Kärntner Chöre und Blaskapellen an. In Kärnten, wo Haider fast zehn Jahre lang als Landeshauptmann regierte, wurde der Politiker als Volksheld verehrt.
Eine Ehrengarde des Militärs zog Haiders Sarg, mit einer Kärnter Landesflagge und roten Rosen bedeckt, durch Klagenfurt. Zur offiziellen Abschiedsfeier vor dem Rathaus kam fast die gesamte österreichische Regierungsriege, angeführt von Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer.
Versöhnliche Worte
Der Sozialdemokrat Gusenbauer fand am Sarg Haiders versöhnliche Worte. Haider gebühre über alle politischen Lager hinweg Respekt und Anerkennung. «Er hat keinen kalt gelassen – im Positiven wie im Negativen», sagte Gusenbauer.
Gerade die Reaktionen auf seinen Tod hätten gezeigt, dass Haider Menschen bewegt und starke Emotionen ausgelöst habe. Gusenbauer attestierte dem Rechtspolitiker ein feines Gespür für die Sorgen der Menschen und mögliche Veränderungen.
Andere Redner beklagten mehrfach, in Kärnten sei «die Sonne vom Himmel gefallen». Haider werde in Kärnten immer da sein, seine Spuren seien ewig, sagte sein Nachfolger als Landeshauptmann, Gerhard Dörfler.
In der ersten Reihe sassen in schwarzen Dirndln Haiders Witwe Claudia und seine beiden erwachsenen Töchter. Auch die Mutter des Rechtspolitikers war da. Unter den Ehrengästen sass unter anderen der Sohn des libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam, der mit Haider befreundet war.
Kein Neonazi-Aufmarsch
Vertreter von mehreren rechten Burschenschaften reckten ihre Degen in die Höhe, Weltkriegsveteranen kamen aus ganz Österreich mit ihren Fahnen. Ein in einigen Medien befürchteter Aufmarsch von Neonazis blieb aber aus.
Der umstrittene Rechtspolitiker war am vergangenen Samstagmorgen betrunken und viel zu schnell bei Klagenfurt mit seinem Dienstwagen von der Strasse abgekommen. Sein Auto überschlug sich mehrfach, der 58-Jährige war sofort tot.
Der Leichnam soll später eingeäschert und im engsten Familienkreis im Kärntner Bärental beigesetzt werden. Ein Termin dafür ist nicht bekannt. (SDA)