Unruhen Athen brennt wieder

  • Aktualisiert am 03.01.2012

ATHEN – Ein Jahr nach dem Tod eines 15-jährigen Griechen durch eine Polizeikugel ist es in Athen erneut zu Ausschreitungen von Jugendlichen gekommen.

Allein in der Hauptstadt waren mehr als 6000 Polizisten im Einsatz, um Zusammenstösse wie vor einem Jahr zu verhindern. Trotzdem wurden Schaufensterscheiben zertrümmert und Mülltonnen angezündet. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Tränengas ein.Laut Radioberichten drangen Autonome auch in das Rektorat der Universität ein, beschmierten die Wände mit Sprüchen und hissten die rotschwarze Fahne der Anarchie auf dem historischen Gebäude. Der Rektor der Universität wurde leicht verletzt und ins Spital gebracht.Fussballspiel unterbrochenAm Abend wurde ein Fussballspiel im Athener Olympiastadion für eine halbe Stunde unterbrochen. Unbekannte hatten während der Halbzeit des Spiels zweier Stadtclubs ausserhalb des Stadions die Polizei angegriffen. Das von den Beamten eingesetzte Tränengas wurde vom Wind ins Stadion getrieben.Auch in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki kam es zu Ausschreitungen. Vermummte warfen dort Brandflaschen auf die Polizei und zerstörten mehrere Schaufenster. Hunderte Passanten flohen aus dem Zentrum. Für Montag sind weitere Demonstrationen gegen «Polizeiwillkür» angekündigt.In der der Athener Vorstadt Palaio Faliro nahmen zahlreiche Menschen an einer «Seelenmesse» am Grab von Alexandros Grigoropoulos (†15) teil. Die Mutter hatte zu friedlichen Protesten aufgerufen, um das Andenken an ihren Sohn zu wahren. Die Medien wurden gebeten, dem Grab fernzubleiben.Die Wut sitzt tiefDer Jugendliche war am 6. Dezember 2008 im Stadtteil Exarchia durch eine Kugel aus der Waffe eines Polizisten getötet worden. In den folgenden Tagen und Wochen demonstrierten in Griechenland zehntausende Menschen gegen die Polizeigewalt.Die Wut der Demonstranten über die hohe Arbeitslosigkeit und die schlechte wirtschaftliche Lage im Land gaben den Protesten zusätzlichen Auftrieb. Immer wieder zu kam es Zusammenstössen zwischen Jugendlichen und Ordnungskräften, die Sachschäden beliefen sich auf Millionenhöhe.Auch ein Jahr nach dem Zwischenfall scheint die Wut bei vielen jungen Griechen nicht kleiner geworden zu sein. Allein in Athen sind heute mehr als 3000 Menschen dem Aufruf von Studentenorganisationen und linksgerichteten Parteien gefolgt und auf die Strasse gegangen. (SDA)

Top 3

1 Dicke Hintern sind gesund Warum grosse Hinterteile im Vorteil sindbullet
2 Neues Bild aufgetaucht Hier sitzt Breivik nach seinem Massenmord in...bullet
3 Bestien im Blutrausch So brutal sind Hundekämpfe in Pakistanbullet

Ausland