Frage zu Sex-Vorwürfen Assange tickt in Interview aus

  • Publiziert: 21.12.2010, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Fabienne Riklin

STOCKHOLM/LONDON - Ein Journalist konfrontiert den WikiLeaks-Gründer mit Details zu den angeblichen Vergewaltigungen – vor laufender Kamera. Da rastet Assange aus.

WikiLeaks-Gründer Julian Assange (39) sieht nach der Freilassung sein Leben in Gefahr. «Es gibt eine Bedrohung für mein Leben. Es gibt Bedrohungen für meine Leute», sagte Assange in seiner südostenglischen Unterkunft im Anwesen eines Freundes gegenüber einem «ABC»-Journalisten.

Der 39 Jahre alte Australier muss eine elektronische Fussfessel tragen und sich täglich bei der örtlichen Polizeistation melden. In Schweden wird ihm sexueller Missbrauch zweier Frauen vorgeworfen.

Assange rastet in Interview aus

Im «ABC»-Interview schuldigt Assange die Medien an. Sie hätten sein Image mit enthüllenden Details zum Vorwurf der Vergewaltigung getrübt.

Als der ABC-Journalist Assange direkt mit den Vergewaltigungs-Vorwürfen konfrontiert, eskaliert die Situation vor laufender Kamera: Im Gerichtssaal sei die Rede gewesen, dass er der Frau «mit Gewalt die Beine gespreizt und sie runtergedrückt» habe, fängt der Journalist seine Frage an, doch er kann sie nicht zu Ende stellen. Assange tickt aus und bricht das Interview ab. Wütend läuft er davon und schimpft den Journalisten einen «Boulevard-Idioten».

Dritte Sex-Gespielin aufgetaucht

Die britische Zeitung «Guardian», eins der internationalen Partnermedien von WikiLeaks bei den jüngsten Veröffentlichungen, hat unterdessen Einzelheiten über die schwedische Anklage veröffentlicht. Der härteste Vorwurf lautet demnach, Assange soll mit einer schlafenden Frau ungeschützten Sex gehabt haben. Dies wird sowohl in Schweden als auch in Grossbritannien als Vergewaltigung gewertet.

Dem Zeitungsbericht zufolge sollen nicht die ihn beschuldigenden beiden Frauen, Anna (30) und Sophia (26), Anzeige erstattet haben.

Was für für einen Frauenverschleiss Assange hat, zeigt der neuste Vorwurf auf. Wie «Bild.de» berichtet, ist nun noch eine dritte Sex-Gespielin aufgetaucht, mit der Assange in der selben Woche wie mit Anna und Sophia Sex gehabt haben soll.

Schweizer Botschafter warnt vor Uran-Schmuggel

Am Sonntag hat Wikileaks eine brisante US-Depesche veröffentlicht: Der Schweizer Botschafter der tansanischen Hauptstadt Daressalam, Hans-Peter Schöni, hat die USA auf eine Route des Uranschmuggels aus der Demokratischen Republik Kongo in den Iran aufmerksam gemacht.

Weiter schreibt Schöni in der Depesche an die USA, dass er seine Informationen von zwei in Genf ansässigen Unternehmen bezogen habe. Die Firmen seien jedoch nicht bereit, ihre Beobachtungen schriftlich zu bestätigen.

Der US-Botschafter hält in einem zweiten Absatz fest, dass es «allen relevanten Diensten» der USA nicht möglich gewesen sei, die Existenz der Schmuggelroute zu belegen. Wegen ihrer «potentiellen Bedeutung» leite er die von den Schweizern erhaltenen Informationen trotzdem nach Washington weiter.

Uran und Iran ein Dauerthema

Seit einigen Jahren mehren sich die Vorwürfe gegen die iranische Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, sie arbeite unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie heimlich am Bau von Nuklearwaffen.

Die Verhandlungen um das iranische Atomprogramm kommen nicht vom Fleck. (fr)

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