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Ein verzweifelter Abschiedsbrief: Yoav B.* schreibt seinen Eltern, dass er unheilbar krank sei und nicht mehr leben wolle. Die Eltern wissen weder ein noch aus. Sie leben in Jerusalem, ihr Sohn ist Arzt in Australien. In ihrer Verzweiflung bitten sie das israelische Aussenministerium um Hilfe.
Das benachrichtigt sofort seine Botschaft in Australien. Die Polizei wird alarmiert. Und diese macht den Wohnort des Arztes schnell ausfindig.
Doch Yoav B. ist nicht dort. Seine Freundin Lili erzählt, dass er spurlos verschwunden sei. Er habe ihr nur gesagt, er wolle nach Asien fliegen – beruflich.
Die Polizei ermittelt und findet heraus: Yoav B. ist über Singapur nach Zürich geflogen. Die Eltern schöpfen Verdacht. Erst vor kurzem haben sie in der Zeitung einen Bericht über die Schweizer Sterbehilfe-Organisation Dignitas gelesen.
Die israelische Botschaft in Bern wird alarmiert. Die schaltet schnell. Sie verlangt von Dignitas Auskunft. Die Sterbehilfe-Organisation teilt mit: Yoav B. ist seit kurzem tot. Gestorben an einem Gift-Cocktail. Der Tod sei schnell und ohne Qualen eingetreten.
Die israelische Botschaft will den Tod des Arztes nicht kommentieren – Privatangelegenheit.
Eine Frage bleibt: Weshalb mixte er sich den Todes-Cocktail nicht selber, sondern reiste um die halbe Welt?
Dignitas-Chef Ludwig A. Minelli: «Wir haben keine Veranlassung, Ihnen irgendwelche Informationen zukommen zu lassen.»
* Name der Redaktion bekannt