Arabische Emirate verbieten Raubkatzen als Haustiere Protz-Scheichs müssen auf Kuschel-Tiger verzichten

In den Vereinigten Arabischen Emiraten gelten nicht nur Auto, Haus und Yacht als Statussymbole – sondern auch das exotische Haustier. Dieses tierfeindliche Geprotze soll nun ein Ende haben.

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Mindestens ein Gepard gehört in jeden Protz-Haushalt der Arabischen Emirate. Auch Tiger, Löwen und Pumas machen sich gut als Prestigeobjekte. Dieses tierfeindliche Verhalten soll nun ein Ende haben: Unter jahrelangem Druck diverser Tierschutzorganisationen haben die Vereinigten Arabischen Emirate ein Gesetz eingeführt, das Eigentum und Handel mit wilden Tieren untersagt, schreibt CNN.

Saftige Bussen oder Gefängnis

Wer nun beim Spaziergang mit dem Tiger erwischt wird, muss mit einer Busse von rund 200’000 Franken rechnen – oder gar mit einem Gefängnisaufenthalt! Wilde Tiere sollen nur noch in Zoos, Wildtierparks, Zucht- und Forschungszentren gehalten werden. Das neue Gesetz sei ab sofort in Kraft, sagt Ronel Barcellos, Direktor des Abu Dhabi Wildlife Centers. Die Tierhalter müssen ihre gefährlichen Haustiere an die Behörden übergeben.

Die neue Regelung sei ein «Meilenstein», sagt El-Sayyed Muhammad, der Direktor des Middle East International Fund for Animal Welfare. Seine Institution ist die grösste Tierschutzorganisation des Landes, schreibt «taz.de». 

Effekt auf Wilderei erhofft

«Wir erwarten auch, dass dieses neue Gesetz einen grossen Effekt auf die Wilderei in Ostafrika haben wird.» Die Golfstaaten gehören zu den besten Kunden des illegalen Tierhandels. Gepardenbabys seien besonders beliebt.
«In den Golfstaaten gibt es sicherlich Hunderte aus Ostafrika geschmuggelte Geparden- und Löwenbabys», sagt El-Sayyed.

Laut der neusten Untersuchung ist dies gar ein Grund, weshalb Geparden vom Aussterben bedroht sind. Das Netzwerk Traffic schätzt, dass mit dem illegalen Handel mit Wildtieren Hunderte Millionen Franken umgesetzt werden. Ein Tigerwelpe koste bis zu 3000 Franken, ein seltener weisser Löwe bringe auf dem Schwarzmarkt rund 50’000 Franken ein. Auch Gorillas, Hyänen und andere exotische Tiere finden in den Golfstaaten regen Absatz.

«Das ist Tiermissbrauch»

Die Motivation, sich ein exotisches Tier anzuschaffen, liege einerseits im Begehren nach Prestige, andererseits herrsche aber auch das Missverständnis, dass man damit zum Schutz und Überleben der Spezies beitrage, sagt El-Sayyed. Bei Geparden existiert zudem auch ein legaler Handel – Zuchtzentren in Südafrika verkaufen die Raubkatzen offiziell als Haustiere. (kra)

Publiziert am 12.01.2017 | Aktualisiert am 12.01.2017
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3 Kommentare
  • Thomas  Zürcher 12.01.2017
    Nichts ist bei den Scheichs anscheinend unmöglich!Für mich ist aber das halten von Raubkatzen als Haustiere in fragwürdiger Trend, denn die Unberechenbarkeit der Raubtiere wird schnell vergessen.Jederzeit kann der Killerinstinkt solcher Tiere erwachen und dann kann es um Leben und Tod gehen bekanntestes Beispiel "Siegfried & Roy".
    • Markus  Schweizer 12.01.2017
      Falsch bei Sigfrid & Roy war das der Beschützer Instinkt. Sonst hätte der Tiger komplett zu gebissen und er hätte keine Überlebenschance gehabt.
  • Georg  Kuster 12.01.2017
    Bravo. Wenn sich das so weiter entwickelt in den arabischen Emiraten, dann verbieten sie in 80 - 200 Jahren vielleicht sogar die Haltung von Haussklaven, wie es sie unzählige gibt, und in weiteren 50 - 60 Jahren dürfen alle Frauen vielleicht sogar unverschleiert auf der Rückbank eines Autos sitzen.