Anschlagsserie in Jordanien Bewaffnete Angreifer töten zehn Menschen

KARAK (JORDANIEN) - Bei einer Serie bewaffneter Angriffe im Süden Jordaniens sind am Sonntag zehn Menschen getötet worden, darunter Polizisten, aber auch Zivilisten.

Eine Ambulanz bringt Verletzte der Anschlagsserie ins Spital.  play
Eine Ambulanz bringt Verletzte der Anschlagsserie ins Spital.  Reuters

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Bewaffnete griffen heute im jordanischen Touristenort Karak mehrere Polizeipatrouillen sowie eine Polizeiwache an. Mindestens 27 Menschen, darunter Sicherheitskräfte und Zivilisten, wurden bei den Schiessereien verletzt, wie die Sicherheitsabteilung der Regierung nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Petra mitteilte.

Zuerst sei eine Polizeipatrouille beschossen worden, die zu einem Hausbrand gefahren war. Die Angreifer, die sich in dem Haus aufhielten, hätten einen Polizisten verletzt und seien dann im Auto geflüchtet. Kurz darauf hätten bewaffnete Männer eine andere Patrouille angegriffen, jedoch niemanden verletzt.

Zur gleichen Zeit hatten sich den Angaben zufolge mehrere Bewaffnete in der mittelalterlichen Zitadelle von Karak, einer der grössten Kreuzfahrer-Burgen der Region, verschanzt, das Feuer auf eine Polizeiwache eröffnet und mehrere Polizisten und Passanten verletzt. Die Verletzten seien ins Spital gebracht worden.

«Die Polizei und Sicherheitskräfte haben die Burg und die Umgebung umstellt und einen Einsatz gestartet, um die Bewaffneten zur Strecke zu bringen», hiess es laut Petra in der Mitteilung. Das Sicherheitsministerium ging von fünf oder sechs Bewaffneten aus.

Der jordanische Regierungschef Hani al-Malki sprach vor dem Parlament von zehn Bewaffneten. An dem Einsatz rund um die Zitadelle von Karak, das östlich des Toten Meeres liegt, seien auch Spezialkräfte beteiligt.

Ein hochrangiger Vertreter der Sicherheitsbehörden sagte, mehrere Menschen sässen in einem unteren Stockwerk der Zitadelle fest. Medienberichte über eine Geiselnahme in dem von Touristen gern besuchten Bauwerk wies er zurück.

«Es gibt keine Geiseln», sagte er. Einige Menschen hätten aber Angst gehabt, die Zitadelle zu verlassen, «weil die Bewaffneten und die Sicherheitsbeamten sich gegenseitig beschossen».

Über die Lautsprecher der Moscheen nahe der Sehenswürdigkeit wurden die Menschen lokalen Medien zufolge aufgefordert, die Umgebung wegen des Gefechts zwischen den Bewaffneten und den Einsatzkräften zu verlassen. Bis in den späten Abend waren Schüsse zu hören.

Zunächst bekannte sich niemand zu den Angriffen. In der konfliktreichen arabischen Welt gilt das Königreich Jordanien als eines der stabilsten Länder. Wegen zahlreicher Kulturdenkmäler zieht es auch viele ausländische Touristen an.

Tödliche Konflikte und Anschläge sind vergleichsweise selten. Zu einem tödlichen Anschlag auf das Militär nahe der syrischen Grenze bekannte sich im Juni allerdings die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Das Land hat Hunderttausende Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen und befürchtet, dass darunter auch IS-Kämpfer sind.

Jordanische Sicherheitskräfte gehen hart gegen Sympathisanten des IS vor. Jordanien ist an der US-geführten Militärkoalition gegen die Dschihadisten in Syrien und im Irak beteiligt. (bau/SDA)

Publiziert am 18.12.2016 | Aktualisiert am 18.12.2016
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4 Kommentare
  • Paul  Entlebucher 19.12.2016
    Wir können nur hoffen, dass Jordanien die IS im Land isolieren kann, den es ist wichtig, dass ein stabiler Staat in dieser Unruheregion besteht. Dass man gegen Daesh mit aller Härte vorgeht ist vorbildlich und ware auch für Europa mehr als nur eine Option. Hier werden die Kriminellen höchstenfalls überwacht und können ihre verbrecherischen Kreise ziehen.
  • Holger  Breiten 18.12.2016
    China ist unterwegs in die Region und fährt die grossen Dinger spazieren.
    Ihr wisst noch wo eure Jodtabletten sind?
  • Boris  Kerzenmacher 18.12.2016
    "Das Land hat Hunderttausende Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen und befürchtet, dass darunter auch IS-Kämpfer sind"
    Wenn das Thema nicht so ernst wäre, könnte man das mit Polemik auf ähnliche Verhältnisse in Europa kommentieren.
    Bedauerlicherweise ist die Wahrscheinlichkeit eine grössere Anzahl Kämpfer des Daesh (IS) aufgenommen zu haben, ungleich grösser.
    Insofern bitter, als dass Jordanien bisher ein Hort der Stabilität war.
  • Thomas  Zürcher 18.12.2016
    Jordanien ist ein relativ stabiler Staat aber trotzdem könnte der unter Druck in Syrien und dem Irak kommende IS versuchen das Königreich mit Anschlägen zu destabilisieren.Jordanien ist an der US-geführten Militärkoalition gegen die Terrorgruppe in Syrien und im Irak beteiligt.