Anschläge und Kämpfe in Syrien Über 50 Tote trotz Waffenruhe

DAMASKUS - Seit Ende Jahr gilt in Syrien eine landesweite Waffenruhe. Doch so richtig ruhig ist es bis heute nicht. Besonders in der Nähe von Damaskus gehen die Kämpfe auch dieses Wochenende weiter.

Krieg in Syrien: Waffenruhe wieder verletzt durch Kämpfe & Anschläge play
Duma in der Agglomeration von Damaskus wird von Rebellen gehalten. Die Stadt ist von den Luftangriffen schwer gezeichnet. Reuters

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Drama auf der Wildsau-Pirsch Jäger trifft Liebespaar – tödlich
2 Schweizer Mädchen Que (6) und Mutter wieder vereint Jetzt spricht...
3 Trump über Merkel, Aleppo und Nuklearwaffen Der Zerfall der EU ist...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
4 shares
1 Kommentar
Fehler
Melden

Offiziell gilt die Feuerpause in Syrien zwar noch – doch die Waffen schweigen nicht überall. Um die Wasserversorgung der Hauptstadt Damaskus wieder herzustellen, begann die syrische Armee heute eine Offensive.

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kam es im Tal Wadi Barada erneut zu Gefechten und Luftangriffen. Die Wasserversorgung der syrischen Hauptstadt ist seit kurz vor Weihnachten unterbrochen. Rebellen und Regierung machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Kämpfe um Wasserpumpen

Die unter der Ägide der Türkei und Russland verhandelte Waffenruhe war von Beginn weg brüchig. In den vergangenen Tagen waren die Kämpfe um die Wasserpumpen allerdings zurückgegangen. Eine russische Delegation hatte nach Angaben aus Militärkreisen mit den Rebellen verhandelt.

Nachdem die Gespräche über einen Zugang der syrischen Regierung zu den Wasserwerken im Tal Wadi Barada gescheitert waren, habe die Armee nun eine neue Offensive gestartet, teilte ein Vertreter der syrischen Armee mit. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass die syrische Führung eine Eliteeinheit damit beauftragt habe, die Wasserquellen und das Pumpwerk zurückzuerobern.

Über 50 Tote bei zwei Anschlägen

Neben den Kämpfen erschütterten am Wochenende auch zwei Anschläge das Land. In der nordsyrischen Stadt Asas starben nach Angaben von Aktivisten mindestens 48 Menschen bei der Explosionen eines mit Sprengstoff beladenen Tanklasters.

Unter den Todesopfern seien fünf islamische Richter und 14 Rebellenkämpfer, die übrigen seien Zivilisten, meldete die oppositionsnahe Beobachtungsstelle, deren Angaben auf Aktivisten vor Ort beruhen und von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen sind.

Oppositionskreise berichteten, dass das Fahrzeug auf einem Markt vor dem Gerichtsgebäude in Asas explodiert sei. Videos und Fotos von Aktivisten zeigten massive Schäden an Häusern. In der Strasse klafften tiefe Löcher. Das Gerichtsgebäude wurde völlig zerstört.

Autobombe explodiert

Asas wird von Rebellen kontrolliert und liegt nördlich der Grossstadt Aleppo unweit der Grenze zur Türkei. Regimegegner gehen in der Region gemeinsam mit türkischen Truppen gegen die syrische Kurdenmiliz YPG und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor.

Zunächst war unklar, wer für die Explosion verantwortlich ist. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verübt in Syrien immer wieder Bombenanschläge. Auch Asas hatte in den vergangenen Monaten mehrere Explosionen erlebt. Das Attentat am Samstag war das bislang folgenschwerste.

Heute starben zudem bei der Explosion einer Autobombe an einem militärischen Kontrollpunkt in Beit Dschinn, nahe den Golanhöhen, acht Menschen. (SDA/lha)

Publiziert am 08.01.2017 | Aktualisiert am 09.01.2017
teilen
teilen
4 shares
1 Kommentar
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

1 Kommentare
  • Thomas  Zürcher 08.01.2017
    Warum ist Syrien sowohl für nichtislamische als auch für radikalislamische Kräfte so wichtig? Der "Stellvetreterkrieg" in Syrien ist wahrlich kein klassischer Bürgerkrieg, sondern vielleicht ein für die Zukunft Eurasiens entscheidender Weltordnungskrieg, in dem Mächte und Kräfte kämpfen, die unterschiedliche geopolitische bzw. geostrategische und wirtschaftliche Interesse und zum Teil völlig entgegengesetzte religiöse und weltanschauliche Überzeugungen haben.