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Auch ausserhalb der USA herrschten Trauer und Bestürzung. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach Bush ihr Beileid aus. Die englische Königin Elizabeth, die sich nur selten öffentlich zu tagesaktuellen Ereignisse äussert, reagierte in einer Erklärung «geschockt und betrübt».
Ein Einzeltäter hatte am Montag der Technischen Hochschule Virginias in Blacksburg 32 Menschen erschossen und mindestens 15 verletzt, einige davon schwer. Nach dem Blutbad nahm er sich das Leben.
Motiv und Hintergrund des Massakers waren zunächst unklar. Ebenfalls nicht bekannt war vorerst, ob der Täter Student oder Mitarbeiter der Universität war, an der insgesamt 25000 Studenten eingeschrieben sind. Sein Name wurde von den Behörden nicht veröffentlicht. Ein Ermittler der US-Bundespolizei FBI, Richard Kolko, sagte, Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es auf Grund der ersten Beweislage nicht. Bei den meisten Toten handelte es sich um Studenten.
Bei einer Pressekonferenz wollte Polizeichef Wendell Flinchum nicht ausschliessen, dass ein Mitverschwörer oder ein zweiter Täter an dem Massaker beteiligt war. Die Polizei habe «eine Person von Interesse» vernommen, die eines der Opfer gekannt habe. Nähere Einzelheiten wollte er nicht sagen.
Die in die Kritik geratene Universitätsleitung verteidigte unterdessen die späte Warnung an die Studenten. Die Behörden hätten irrtümlich angenommen, der Täter habe nach den ersten Schüssen das Schulgelände wieder verlassen, sagte der Präsident der Technischen Hochschule Virginias in Blacksburg, Charles Steger. «Wir hatten keinen Grund zur Annahme, dass noch ein weiterer Zwischenfall passieren würde».
Einige Studenten hatten kritisiert, dass sie von den ersten tödlichen Schüssen erst Stunden später erfahren hätten. Der Student Jason Piatt sagte dem Sender CNN, die erste Warnung sei von der Universität per E-Mail rund zwei Stunden nach den ersten Schüssen gekommen. «Während sie diese E-Mail verschicken, werden 22 weitere Leute getötet.»
Steger verteidigte sein Vorgehen. «Wir können Entscheidungen nur auf Basis der Informationen treffen, die wir zur betreffenden Zeit hatten. Wir konnten nicht stundenlang darüber nachdenken.» Die Behörden wären zunächst davon ausgegangen, dass es sich um eine häusliche Auseinandersetzung handele.
Bei dem Amoklauf wurden nach vorliegenden Ermittlungen zunächst zwei Studenten in einem Wohnheim erschossen, die anderen starben rund zwei Stunden später in einem Unterrichtsgebäude. Die Studierenden wurden per E-Mail angewiesen, in den Gebäuden zu bleiben und sich von den Fenstern fern zu halten. Augenzeugen berichteten, dass Studenten in Panik aus Fenstern gesprungen seien, um sich in Sicherheit zu bringen.
Der Lehrbetrieb wurde für Dienstag abgesagt. Die Schule ist vor allem für ihre Fakultät für Ingenieurswesen bekannt.