Altkanzler Schröder kritisiert Merkel wegen Flüchtlingen «Viel Herz, aber keinen Plan»

Der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) geht auf Distanz zur Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Die Kapazitäten bei der Aufnahme, Versorgung und Integration von Flüchtlingen in Deutschland sind begrenzt.

Miteinander verknüpft: Angela Merkel, Gerhard Schröder. play
Bei der Präsentation seines Buches trafen Bundeskanzlerin Merkel und ihr Vorgänger Schröder aufeinander. Getty Images

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Alles andere sei eine Illusion, sagte Schröder dem «Handelsblatt». Den unbegrenzten Zuzug von Flüchtlingen nach Deutschland bezeichnete er als Fehler. «Man muss den Eindruck gewinnen, als hätten nationale Grenzen keine Bedeutung mehr. Das ist gefährlich und das ist auch nicht richtig.»

Zwar sei der Entschluss, die Flüchtlinge von der Balkanroute nach Deutschland zu lassen, «aus humanitären Gründen nachvollziehbar.» Doch hätte Merkel betonen müssen, dass es sich um eine einmalige Hilfsaktion handelt. «Mein Eindruck ist, dass die Bundeskanzlerin in diesem Moment viel Herz, aber keinen Plan hatte, wie ich unlängst formulierte», sagte Schröder.

Der Altkanzler wertete es als zentrales Versäumnis der CDU, dass sie ein Einwanderungsgesetz stets abgelehnt habe. «Da wurde schlicht die Realität ignoriert. Mit der Folge, dass jetzt Hunderttausende Flüchtlinge rechtlich in ein Asylverfahren gepresst werden, weil man keine Kontingente über ein Einwanderungsgesetz definiert hat», sagte Schröder.

Er könne nicht nachvollziehen, dass Merkel trotz der erkennbaren Probleme durch die Vielzahl der Flüchtlinge erst in der nächsten Legislaturperiode ein Einwanderungsgesetz verhandeln wolle. (SDA/bih)

Publiziert am 14.01.2016 | Aktualisiert am 15.01.2016
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  • Martin  Kares 15.01.2016
    ...und Schröder hatte einen Plan aber kein Herz. Das merken vor allem Arbeitslose ab 50, Leiharbeitnehmer, Leute mit Riesterrenten- Versicherungsvertrag etc.PP.
  • Peter  Weber aus Zürich
    15.01.2016
    Das Problem ist: zuviele Flüchtlinge treffen auf einen Staat mit erfolgreicher Wirtschaft aber ausgelutschten Bürgern. Das kann nicht gut gehen. Im Endeffekt verdoppeln sich wahrscheinlich die Sozialhilfekosten innert wenigen Jahren. 70 Prozent Normalos verlieren dabei etwas, während es die 5 Prozent Wohlhabenden wenig juckt und die 25 Prozent Rote & Grüne es gut finden.
  • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
    15.01.2016
    Frau Merkels Politik-Stil ist vergleichbar mit einem Lehrer der nicht seinen Lehrplan abarbeitet sondern die Unterrichtsthemen von seinen Schülern wählen lässt. Der dann versucht diese Themen so zu gestalten das er seinen vorgegebenen Stoff umsetzen kann. Jeden Monat werden im Kanzleramt die Ergebnisse der Meinungsforschungsinstitute analysiert und danach wird die Politik ausgerichtet. Das ist eine Politik aus dem Bauch des Volkes heraus und kann, weil rein emotional, auch einmal Probleme machen
  • Köbi  Karrer 15.01.2016
    "Viel Herz und keinen Plan", nicht schlecht ausgedrückt. Beschreibt nach meiner Meinung das generelle Politverhalten der meisten Frauen und nicht nur von Kanzlerinnen. Eine Ausnahme davon, war die britische Premierministerin Margeret Tatcher, das Feindbild der Linken schlechthin.
  • Ernst  Schaffhauser aus Bodensee
    15.01.2016
    Angie hat vielleicht ein grosses Herz, doch die Vergangenheit hat schon oft gezeigt dass Menschen mit Herz ausgenutzt werden, das Herz von Angie wird ausgesaugt bis zum Stillstand, sie hat sich ihr eigenes Grab geschaufelt, sie sollte schnellst möglich ihren ostdickschädel korrigieren ansonsten gefährdet sie ganz Europa, wahrscheinlich ist es eh zu spät, doch auch späte,Einsicht ist Einsicht, warum merkt sie nicht dass sie ganz langsam die einsamste eiserne Lady wird ?
    • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
      15.01.2016
      Da täuschen Sie sich. Frau Merkel regiert nach Umfrageergebnissen. Aber sie übernimmt sie nicht ohne vorher eines ihrer Ziele darin einzubinden. Das ist ihr Stil, nie ein Ziel direkt und offen angehen sondern immer nur im Fahrwasser des Mainstream umsetzen. Es ist auch nicht Frau Merkel die Deutschland für Flüchtlinge attraktiv macht sondern die Bilder Tausender freiwilliger Helfer die Flüchtlinge mit Essen und Kleiderspenden empfangen. Die Deutschen sind eben unverbesserliche Romantiker.