So denkt Gaddafi über unsere Aussenministerin: «Altes Weib Micheline Calmy-Rey»

  • Publiziert: 15.06.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Ann Guenter

Max Göldi ist aus der libyschen Gefangenschaft zurück. Doch damit ist die Krise nicht unbedingt ausgestanden. Der Gaddafi-Clan hetzt weiter. Vor allem gegen Micheline Calmy-Rey.

Max Göldi ist wieder in der Schweiz. Und Libyen hat sein Gesicht in der Krise nicht verloren: ABB-Mitarbeiter Göldi verbüsste nach seiner Geiselhaft auch noch eine viermonatige Haftstrafe. Auch Geld soll geflossen sein. Die Rede ist von 1,5 bis zwei Millionen Franken.

Doch für Libyen ist die Angelegenheit offenbar nicht erledigt. Zumindest nicht auf der Internet-Seite «Hannibal.ly», hinter der wohl die libysche Regierung selbst steckt (Blick.ch berichtete).

Die neusten Einträge: Lobgesänge auf die libysche Regierung und die Familie Gaddafi. Immer wieder wird betont, dass sich die Schweiz vor der Ausreise Max Gödlis offiziell zum zweiten Mal bei Libyen entschuldigt hat.

«Weib» und Streunerkatze

Dass Max Göldi nicht länger als libysches Faustpfand herhält, passt der Wüstenregierung nicht wirklich. Sie schiesst vor allem auf Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, die Göldi zusammen mit dem spanischen Aussenminister Miguel Angel Moratinos heimholte.

Auf «Hannibal.ly» sind zwei beleidigende Karikaturen der Schweizer Aussenministerin zu sehen. Die eine zeigt Calmy-Rey mit eingefallenen Wangen, faltigem Hals und übertrieben breiten Gesichtszügen wie aus einer Horror-Muppetshow. Überschrieben ist das Bild mit «Altes Weib Micheline Calmy-Rey». Die andere Karikatur vergleicht Calmy-Rey mit einer abgemagerten Streunerkatze.

«Weib», Streunerkatze – beide Bilder sagen einiges über das Frauenbild der Libyer aus.

Aufgerüstete Hass-Seite

Die Krise mag offiziell am Abklingen sein. Doch die libysche Hass-Seite gegen die Schweiz hat aufgerüstet. Die Startseite ziert jetzt ein Konterfei von Staatschef Gaddafi – überschrieben mit der Jihad-Aufforderung gegen die Schweiz.

Der geneigte Besucher kann zudem darüber abstimmen, ob die Schweizer Botschaft in Libyen geschlossen werden und das Land alle Kontakte zur Alpenrepublik abbrechen soll.

Weiter sind auch Youtube-Videos aufgeschaltet. Eine Hetzrede Gaddafis wohl gegen die Schweiz. Und ein Video von einer Mini-Demonstration gegen die Verhaftung von Gaddafi-Sohn Hannibal.

Geblieben sind die alten Forderungen, die Schweiz sowie alle Schweizer Produkte zu boykottieren. Und die zerrissene Schweizer Fahne mit dem Hakenkreuz darin.

play Während die Aussenministerin auf der lybischen Seite schon so verhunzt wird. (hannibal.ly)

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