Aleppo kurz vor dem Fall – Jubelszenen und Todesangst «Sie sind nur Stunden davon entfernt, uns zu töten»

ALEPPO - Siegesfeiern bei den einen, Todesangst bei den anderen – der nahende Sieg Assads im Krieg um Aleppo scheidet die Geister.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Trump erträgt die Wahrheit nicht «Noch nie wohnten so viele Menschen...
2 Sie spielten Billard, als die Schneewalze kam Hotel-Kinder überlebten...
3 Pannenhandy Galaxy Note 7 Samsung bestätigt Akku als Brandherd

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
13 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

Nach Jahren des Kriegs sollen nun die finalen Stunden des Kampfs bevorstehen: Aleppo steht kurz vor der vollständigen Eroberung durch die syrische Armee.

«Gräueltaten» – während andere feiern

Das versetzt einige in Hochstimmung: Das staatliche syrische Fernsehen zeigt feiernde Menschen, die Bilder von Staatschef Bashar al-Assad und syrische Flaggen hochhalten. Während sie mit Freudenschüssen den errungenen Sieg feiern, verabschieden sich die anderen in Todesangst von der Welt. 

Schlacht um Aleppo hat bald ein Ende: Jubelszenen und Todesangst play
Anhänger des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad feiern den nahenden Sieg. OMAR SANADIKI

Die Uno warnt vor «Gräueltaten» gegen die Bevölkerung, das Rote Kreuz berichtet von einer katastrophalen gesundheitlichen Situation. Tausende Zivilisten sind noch immer in der syrischen Stadt gefangen. Die Menschen seien den Kämpfen zwischen Assad-Truppen und Rebellen schutzlos ausgeliefert, schreibt das Rote Kreuz: «Sie können nirgendwo hin fliehen.»

Syrische Regierungstruppen und ihre Verbündeten haben nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen Tagen mindestens 82 Zivilisten im Ostteil Aleppos getötet. Die Opfer seien regelrecht hingerichtet worden. Unter den Toten seien auch elf Frauen und 13 Kinder.

«Rettet meine Tochter»

«Jede Bombe ist ein Massaker.» Es gebe keine Möglichkeit, sich zu schützen auf dieser kleinen Fläche, sagt @Linashamy in einem Video vor Ort. «Es ist fast vorbei, und sie sind nur noch Stunden davon entfernt, uns zu töten», schreibt @Rami_Zien. Menschen aus Aleppo schreiben, sie seien «überrascht», noch am Leben zu sein, oder stellen fest:

«Das könnte meine letzte Nachricht sein», twittert @Mr_Alhamdo. «Rettet die Menschen von Aleppo. Rettet meine Tochter und andere Kinder.»

Auch die 7-jährige Bana und ihre Mutter twittern in Todesangst: «Ich bin sehr traurig, dass uns niemand aus dieser Welt hilft, niemand evakuiert mich und meine Tochter.»

Giftgasangriff in Hama

Während die ganze Welt nach Aleppo schaut, hat sich in der Stadt Hama, im Westen des Landes, bereits die nächste Gräueltat ereignet: Rund 100 Menschen sollen durch einen Giftgas-Angriff ums Leben gekommen sein, berichtet die Hilfsorganisation Union of Medical Care and Relief Organizations (UOSSM). Unter den Opfern sollen auch viele Kinder sein. (kra/SDA)

Publiziert am 13.12.2016 | Aktualisiert am 17.12.2016
teilen
teilen
13 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

6 Kommentare
  • Pierre  Koella 14.12.2016
    Der schöne Traum vom Frieden ? Falsch... Man darf wohl damit rechnen, dass der Krieg sich nur verschiebt. Denn die IS-Kämpfer haben schon die nächste Stadt erobert. Und jetzt muss diese wieder unter Beschuss genommen werden. Also ein Krieg OHNE Ende !
  • John  Fulton aus Lyss
    13.12.2016
    Aleppo fällt nicht, sondern wird befreit. Die Söldner, welche monatelang die Bevölkerung als Geisel hielten, werden nicht alle davon kommen. Es wird von Seiten der syrischen Armee sicherlich zu Greueltaten kommen. Aber was haben die Rebellen zu erwarten, wenn sie sogar Giftgas verwendet habe? Und was passiert mit den gefangenen westlichen Ausbildnern, wohl freies Geleit. Der Westen kann jetzt die versprochenen Hilfslieferungen schicken, welche alle ausstehenden sind.
  • Thomas  Zürcher 13.12.2016
    Ja es ist die Hölle auf Erden und eine humanitäre Katastrophe was sich da unten abspielt.Diese unfassbare Brutalität,diese Barbarei diese Kriegsverbrechen und das alles vor den Augen der Weltöffentlichkeit.Einfach nur traurig!
  • Hans  Scheidegger 13.12.2016
    Wer jetzt meint, nach der "Befreiung" der blutgetränkten Geröllhalde Aleppo sei der Frieden in Syrien greifbar nahe, der täuscht sich gewaltig. Es wird in diesem Land noch lange Kriegsverbrechen, ethnische Säuberungen und Vertreibungen geben. Die zahlreichen unterschiedlichsten Rebellengruppen sind nicht so schnell zu besiegen. Und wie immer in solchen schrecklichen, grausamen Auseinandersetzungen ist die Zivilbevölkerung am Meisten betroffen. Leider herrscht im Nahen Osten noch lange Krieg.
    • Heinz R.  Staub 13.12.2016
      Ich wünschte mir zu Weihnachten, dass sie Unrecht haben. Aber leider sehe ich das auch so. Die Menschen bekämpfen sich seit tausenden von Jahren, seit die Geschichte aufgeschrieben wird, gibt es meines Wissens höchstens ein paar Jahre, wo auf dieser Welt nicht irgendwo Krieg geführt wurde. Traurige Weihnacht für sehr viele.
    • John  Fulton aus Lyss
      13.12.2016
      Sobald die Söldner nicht mehr finanziert werden, ist dort ganz schnell Frieden. Aber eben, diese Leute, man weiss genau wer es ist, hat kein Interesse daran. Trump könnte dies andern, wenn er will.