«Albtraum aller Eltern» Vier Schüler sterben bei Amoklauf an kanadischer Schule

LA LOCHE - Kanada unter Schock: An einer Schule im abgelegenen Ort La Loche hat ein Unbekannter um sich geschossen, vier Menschen getötet und weitere verletzt. Der mutmassliche Schütze ist in Haft.

Vier Schüler sterben bei Amoklauf an kanadischer Schule

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Amok von München schrieb eigenes Manifest Ali Sonboly (†18) plante Tat...
2 IS bekennt sich zu Anschlag in Ansbach (D) Täter war «Soldat des...
3 Baggerfahrer Salbey (57) beschimpfte Münchner Amok «Ich warf meine...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
21 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

Kanadas Premierminister Justin Trudeau weilte eigentlich noch zum Weltwirtschaftsforum in der Schweiz – seine Gedanken waren heute Morgen jedoch bereits wieder in seiner Heimat. In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz sprach er in Davos von einem «schrecklichen und tragischen Tag».

Will für einen neuen Kurs sorgen: Justin Trudeau. play
«Tragischer Tag»: Kanadas Premierminister Justin Trudeau. Keystone

Zuvor hatte ein Unbekannter an einer Schule in der kanadischen Ortschaft La Loche um sich geschossen, vier Menschen getötet und weitere schwer verletzt. Es war die schwerste Straftat an einer Schule in Kanada seit 26 Jahren. Das Motiv des Täters war zunächst unklar.

«Dies ist der Albtraum aller Eltern», sagte der Premierminister vor versammelten Journalisten. Polizeisprecherin Maureen Levy sagte, die Polizei sei nach einem Notruf angerückt. 45 Minuten nach den Schüssen in der Schule sei ein Verdächtiger festgenommen und seine Waffe beschlagnahmt worden.

Nach Angaben von Gemeindebürgermeister Kevin Janvier handelte es sich bei dem mutmasslichen Täter um einen Schüler der High School. Die Opfer seien Schüler und Angestellte der Schule.

«So etwas sieht man meistens im Fernsehen»

Zeugen sagten dem Fernsehsender CBC, sie hätten mindestens sechs Schüsse in der Schule in der abgelegenen Stadt im Mittleren Westen Kanadas gehört.

«Ich bin aus der Schule gerannt», sagte der Schüler Noel Desjarlais CBC. Alle hätten laut geschrien. «Es sind sechs, sieben Schüsse gefallen, bevor ich draussen war - ich glaube, danach wurde noch mehrere Male geschossen.»

Laut dem Blatt «Star Phoenix» tötete der Schütze erst zwei junge Verwandte, bevor er sich zur nahe gelegenen Schule aufmachte. Polizeisprecherin Levy bestätigt später, dass neben der Schule auch ein Haus durchsucht werde. «Habe gerade zwei Leute getötet», soll der junge Mann in einem sozialen Netzwerk nach der ersten Tat geschrieben haben. Das Alter der Opfer nannte Levy nicht.

In der Gemeinde La Loche rund 600 Kilometer nördlich von Saskatoon leben etwa 2500 Menschen. Die meisten von ihnen sind indianischer Abstammung.

«Viele Menschen stehen unter Schock, normalerweise sieht man so etwas im Fernsehen», sagte Teddy Clark, ein Vertreter der Ureinwohner.

Schiessereien in Kanada seltener als in den USA

Die Abgeordnete Georgina Joliebois, früher Bürgermeisterin von La Loche, zeigte sich «schockiert und traurig über die Schiesserei». Brad Wall, Regierungschef von Saskatchewan, sprach von «entsetzlichen Vorkommnissen» und versprach Unterstützung für die Betroffenen.

Der kanadische Tennisstar Milos Raonic widmete seinen Drittrundensieg bei den Australian Open in Melbourne den Menschen in La Loche. «Ganz Kanada und - ich bin mir sicher - die ganze Welt stehen hinter Euch», sagte er.

Im Vergleich zu den USA sind Amokläufe in Kanada selten. Im Dezember 1989 hatte ein junger Mann in der Polytechnischen Hochschule von Montréal 14 Menschen, darunter zehn Studentinnen, getötet, bevor er sich selbst umbrachte.

An der Concordia-Universität in Montréal gab es im August 1992 eine Schiesserei mit vier Toten. Trudeau kündigte eine Überprüfung der Waffengesetze an. (SDA/gr)

Publiziert am 23.01.2016 | Aktualisiert am 23.01.2016
teilen
teilen
21 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

2 Kommentare
  • Oliver  Hardy 23.01.2016
    Nicht schon wieder!Hört das denn nie mehr auf.In immer kürzeren Abständen passieren solche Sachen.Ein Amoklauf passiert niemals spontan.Wie krank ist diese Gesellschaft.Gibt es keine Warnsignale?
  • Camille  LaFontaine aus Bern
    23.01.2016
    Ob Kanada, USA oder ein anderes Land: überall wo Raubtierkapitalismus soziale Netze zerstören und ständige Produktewerbung und Schönheitsideale das Individuum wertlosfühlend machen besteht die Gefahr, dass fiese Mitschüler die Person noch so in die Isolation und Ecke hänseln, dass diese einmal nicht mehr kann und zurückschlägt.