Alle sieben Sekunden Immer mehr Mädchen werden als Kinder verheiratet

Die Kinderrechtsorganisation «Save the Children» warnt vor einer wachsenden Zahl von Mädchen, die bereits im Kindesalter verheiratet werden. Das geht aus einem Bericht hervor, der heute anlässlich des Weltmädchentags veröffentlicht wurde.

Weltweit wird alle sieben Sekunden ein Mädchen unter 15 Jahren verheiratet. (Symbolbild) play
Weltweit wird alle sieben Sekunden ein Mädchen unter 15 Jahren verheiratet. (Symbolbild) KEYSTONE/AP/NIRANJAN SHRESTHA

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Demnach leben laut den Vereinten Nationen derzeit weltweit rund 700 Millionen Frauen und Mädchen in Ehen, die sie vor ihrem 18. Lebensjahr eingingen. Im Jahr 2050 könnten es bis zu 1,2 Milliarden sein, schätzt «Save the Children«. Weltweit werde alle sieben Sekunden ein Mädchen unter 15 Jahren verheiratet.

Indien hat höchsten Anteil der Kinderehen

In Ländern wie Afghanistan, dem Jemen, Indien und Somalia würden Mädchen teilweise bereits im Alter von zehn Jahren verheiratet, heisst es in dem Bericht. Kinderehen seien «der Anfang eines Teufelskreises aus Benachteiligungen». In diesem Teufelskreis würden Mädchen «die grundlegenden Rechte auf Bildung, Entwicklung und Kindsein verwehrt».

Den höchsten Anteil an Kinderehen hat dem Bericht zufolge Indien. Dort seien fast die Hälfte (47 Prozent) der Mädchen unter 18 Jahren betroffen. Am Beispiel Nigerias zeigt die Organisation auf, dass Mädchen aus armen Familien sehr viel häufiger früh verheiratet werden als ihre reicheren Altersgenossinnen. In dem afrikanischen Land seien 40 Prozent der armen Mädchen bereits mit 15 Jahren verheiratet, unter den reichsten Mädchen nur drei Prozent.

Am besten gehts den Mädchen in Schweden

Auch Gewalt, sexuelle Ausbeutung, schädliche Bräuche wie die weibliche Genitalverstümmelung, schlechtere Bildungschancen und unzureichende Gesundheitsversorgung stellen weiterhin Bedrohungen für Mädchen dar.

»Save the Children» hat ein Ranking von 144 Ländern der Welt nach den fünf Kriterien Frühverheiratung, jugendliche Schwangerschaften, Schuldbildung für Mädchen, Frauenanteil im Parlament und Müttersterblichkeit erstellt. Die Schweiz kommt vor allem wegen ihrer geringen Zahl von Parlamentarierinnen nur auf Platz neun. Am besten ergeht es Mädchen demnach in Schweden. Auf Platz 2 folgt Finnland, vor Norwegen, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Slowenien und Portugal.

Letzter Platz belegt Niger

Am schlechtesten schneiden afrikanische Länder südlich der Sahara ab. Den letzten Platz belegt Niger, hinter Tschad und der Zentralafrikanischen Republik. «Die schlimmsten Länder für Mädchen gehören gleichzeitig zu den ärmsten Ländern der Welt", heisst es im Bericht.

Doch auch einige westliche Länder zeigen Schwächen. Beispielsweise ist in Grossbritannien (Rang 15) und den USA (Rang 32) die Zahl der Mädchen, die bereits als Jugendliche schwanger werden, verhältnismässig hoch. In Deutschland, das auf dem zwölften Platz liegt, sind dagegen Kinderehen relativ häufig. (sda/gru)

Publiziert am 11.10.2016 | Aktualisiert am 25.11.2016
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  • Felix  Saxer aus Ruswil
    11.10.2016
    Wir sollten uns nicht immer in Gesetze, Regeln und Traditionen anderer Länder einmischen. Das versucht ja momentan die IS, sie will Europa islamisieren. Zurecht sind wir entsetzt. Wir sollten endlich lernen, andere Länder und deren Sitten zu akzeptieren und nicht immer alles Europa und unserem Gutdünken anpassen wollen.
    • Susanne  Reich 11.10.2016
      Bei Körperverletzung/Missbrauch/Demütigung/Ausnutzen hört der Spass auf. Dies hat weder etwas mit Religion noch mit Bräuchen zu tun. In manchen Fällen ist der Glaube eine beliebte Ausrede für Unrecht.
  • Ernst  Dittmar aus Adliswil
    11.10.2016
    Es ist noch gar nicht so lange her, dass in der Schweiz Kinder heiraten durften. Noch in den 1960er-Jahren wurde die Ehemündigkeit mit nur drei Worten gesetzlich geregelt: "Heiraten macht mündig". Erst 1996 wurde die Ehemündigkeit auf 18 Jahre festgelegt. Der fundamentale Wandel kam mit dem Frauen Stimm- und Wahlrecht. Können arme Länder mit ganz anderen Kulturen eine solche Veränderung innerhalb von wenigen Jahrzehnten schaffen? Bekämpfung der Armut wäre vermutlich der beste Weg dazu.
    • Tata  Tatyana 11.10.2016
      Ja so ist es , denn Familien geben Mädchen zu erst weg , denn die Entlasten dann die Grossfamilien . Knaben Männer haben die Aufgabe den Eltern im Alter zu helfen , denn Armut ist meistens der Grund bei Mädchen , dass man die lost hat, leider ist das so , wegen der Armut
    • Karen  Mind 11.10.2016
      Damals war die Mündigkeit aber noch bei 20 Jahren. Heiratete man mit 18 Jahren, wurde man mündig. Unter 16 Jahren durfte auch in der Schweiz niemand heiraten.
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    11.10.2016
    Ja und ???? Wenn das dort tief verwurzelte Tradition ist was geht uns das an? Entweder Indien ändert das in Eigenregie oder es bleibt halt eben Tradition. Hände weg von uralt eingesessenen Traditionen anderer Länder - sie stehen wenigstens dazu nicht wie die Schweizer Regierung, der sämtliche Traditionen unseres Landes gleichgültig sind, die sie mit Füssen treten und an die EU verscherbeln.
    ewz
    • Jürg  Grunder , via Facebook 11.10.2016
      Es ist noch nicht so lange her da waren Verdingkinder auch eine Tradition in der Schweiz. Menschenrechte sind für mich aber überall gültig. Tradition hin oder her.
    • Jürg  Steiner , via Facebook 11.10.2016
      Lieber Jürg Grunder, Ja, Verdingkinder waren früher Tradition. das ist nicht gut. Das haben wir ja geändert. Dafür heute noch Entschädigungen zu Zahlen ist absoluter Blödsinn. Wenn dann sollten dies die Profiteure (Bauern etc. ) tun! Ich habe vor kurzen ein Video einer Steinigung teilweise gesehen. Dies wird heute noch praktiziert. Dies sollten sich Leute ansehen müssen welche solche Kulturen in unserem System zulassen wollen.
  • Alina  Bosshart aus Ullapool
    11.10.2016
    Kein Wunder gibt es mehr, wenn die Behörden von europäischen Ländern diese Traditionen aus islamischen Ländern bei uns akzeptieren. Die sind mit schuld daran, dass sich das vermehrt. Es ist ja so wichtig alles zu tolerieren.
  • Karl  Zaugg aus Nishitokyo
    11.10.2016
    Schade steht nichts über die Religion der als Kinder verheirateten Mädchen. Aber das darf man wohl nicht.
    • Marco  Weber 11.10.2016
      Ist natürlich auch wichtig zu erwähnen! Genügt es Ihnen nicht zu wissen in welchen Ländern das vorkommt? Dann können Sie sich selber darüber Informieren was es da für Religionen gibt, wird wohl aber zu mühsam sein?