MOSKAU - Eine deutsche Airline verweigerte einer Gruppe russischer Behinderter die Beförderung. Diese wollen die Fluggesellschaft nun verklagen.
Eine Gruppe von 34 russischen Behinderten – darunter sechs Rollstuhlfahrer – wollten am vergangenen Montag mit dem Flugzeug nach Düsseldorf reisen. Doch für ein Grossteil von ihnen war schon am Flughafen Moskau-Domodedowo Endstation.
Der Pilot der Air-Berlin-Maschine erklärte den perplexen Flugästen, er könne nur zwei Personen mit eingeschränkter Mobilität an Bord nehmen - aus Sicherheitsgründen.
«Der Pilot hat plötzlich entschieden, dass wir zu viele sind», sagt Vladimir Krupennikov, ein Mitglied der Reisegruppe. «Er sagte, wir seien eine Gefahr für die Flugsicherheit.»
Für Krupennikov ist der Vorfall inakzeptabel. Für die «emotionale Belastung» verlangt er von Air Berlin eine Kompensationszahlung. Er will die Fluggesellschaft deshalb zusammen mit den anderen Betroffenen verklagen.
Air Berlin hat sich für den Vorfall, der in Russland einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat, inzwischen entschuldigt. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt: Dem Unternehmen seien im Vorfeld des Fluges falsche Informationen über die genaue Grösse der Gruppe übermittelt worden.
Air Berlin hat der Delegation nach eigenen Angaben eine Umbuchung vorgeschlagen und versprochen, sie umgehend und ohne zusätzliche Kosten nach Düsseldorf zu fliegen. Doch von diesem Angebot wollten die Russen keinen Gebrauch machen.
Ihre Tickets buchten sie schliesslich bei der einheimischen Fluggesellschaft Aeroflot – welche die Gruppe ohne weitere Zwischenfälle nach Düsseldorf brachte. (bau)
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