NEW YORK - Die Hände, die Füsse und ein Bein haben ihr die Bakterien genommen – ihren Lebensmut hat sie behalten. Aimee Copeland (24) zeigte sich erstmals einem Publikum und sprach über ihre Krankheit.
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Aimee vor dem Unfall.
(Keystone)Ihr Schicksal berührte Millionen Amerikaner: Aimee Copeland (24) wurde von fleischfressenden Bakterien befallen, kämpfte um ihr Leben und musste verschiedene Amputationen über sich ergehen lassen (Blick.ch berichtete).
Mit Krücken, einer Fussprothese und ohne Hände erschien sie gestern in der Talkshow «Katie». «Es fühlt sich so gut an», antwortete sie auf die Frage der Moderatorin Katie Couric, wie es sei wieder selbstständig gehen zu können. «Ich habe so lange nur gelegen oder gesessen.» Sie habe realisiert, dass es nicht selbstverständlich sei, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.
Offen sprach sie im einstündigen Interview über ihr Schicksal, ihre Krankheit und ihre Beschwerden. Sie lerne gerade, sich selbst anzukleiden. «Ohne Daumen sind enge Short oder Jeans ein Ding der Unmöglichkeit.»
Das Martyrium von Aimee Copeland (24) begann mit einem harmlosen Unfall: Die Studentin aus Georgia hatte sich mit Freunden an einem Fluss auf einer Seilbahn amüsiert und sich die Wade verletzt. Die Schnittwunde wurde im örtlichen Spital verarztet. Doch tief in der Wunde hatte sich ein fleischfressendes Bakterium eingenistet, das bei Aimee die Entzündungskrankheit «Nekrotisierende Fasziitis» auslöste.
Nach und nach mussten die Ärzte ihre Hände, ihre Füsse und schliesslich ihr Bein amputieren, um ein Ausbreiten der Bakterien zu verhindern. Aimee sagt in der Talkshow: «Ich schaute auf meine Hände, meine Finger waren ganz schwarz und meine Hände blutrot.» Ihr Vater habe ihr da gesagt, dass man sie amputieren müsse. Copeland erzählt: «Ich sagte: ‹Los gehts›. Was hätte ich sonst tun sollen! Mit abgestorbenen Händen leben?»
Ihren Humor hat sie nicht verloren. Sie erzählt über das Zähneputzen, das ohne Hände eine grosse Herausforderung sei. «Mit einer Standard-Zahnbürste ist es schwer, auf den Backenzähnen den richtigen Druck auszuüben. Ich konnte fühlen, wie sich Plaque bildete und dachte nur: ‹Mein Zahnarzt wird mich hassen!›»
Dann wird sie wieder ernst. «Ich mag es nicht, behindert oder handicapiert genannt zu werden. Ich sage dann immer, ich hätte einfach andere Fähigkeiten.» (num)
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