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Im Iran droht die Stimmung überzukochen. Das iranische Parlament fordert Höchststrafen gegen Demonstranten und Oppositionsführer (Blick.ch berichtete).
Jetzt ist es raus, was das im Klartext zu bedeuten hat: Die Demonstranten sowie die Oppsositionsführer seien «Feinde Gottes» und müssten nach den Gesetzen der Scharia hingerichtet werden, so ein Vertreter des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei. Seine Forderung: Die Todesstrafe für aufmüpfige Regierungsgegner.
Erstmals äusserte sich heute auch Staatschef Mahmud Ahmadinedschad öffentlich zu den Protesten. Die Kundgebungen seien von «Zionisten und Amerikanern» gesteuert worden, sagte er. Diese hätten das «Drehbuch» für die Proteste geschrieben und seien deren «einzige Zuschauer».
Ahmadinedschad : Mir wird «speiübel»
Von dem «Spektakel» werde es einem «speiübel», sagte Ahmadinedschad. Sowohl diejenigen, die es geplant, als auch die, die daran teilgenommen hätten, seien «im Irrtum».
Und das Parlament steht hinter der Todesstrafe für Regime-Gegner: Der Parlamentsvize Mohammed Resa Bahonar kündigte an, die Abgeordneten würden «binnen 24 Stunden» die rechtlichen Möglichkeiten für die Todesstrafe schaffen.
Bei den Protesten am Wochenende waren mindestens acht Menschen getötet und rund 300 Demonstranten festgenommen worden. Gestern ging das Regime dann direkt gegen Oppositionelle vor. Berichte, wonach auch der ehemalige reformorientierte Präsident Mohammed Chatami festgenommen worden sei, dementierte die regimekritische Website Jaras heute.
Aufruf zum Sturz des Regimes
Auch heute wurden wieder zahlreiche Regierungskritiker verhaftet. Laut der Opposition nahe stehenden Internetseiten wurden unter anderen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten, aber auch die Schwester der Friedensnobelpreisträgerin und Anwältin Schirin Ebadi, festgenommen.
Die Vorsitzende des Nationalen Widerstandsrats des Iran (NCRI), Mariam Radschawi, rief alle Gegner der iranischen Führung auf, diese gemeinsam zu stürzen. Die Mehrheit der Regierungsgegner strebe mittlerweile einen Systemwechsel an, sagte Radschawi der Nachrichtenagentur AFP in Paris. (SDA/s5j)
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Ahmadinedschad hat genug. Ihm wird «speiübel» bei dem Anblick des Demonstranten-Packs. (AP)