Affäre mit Noemi: Berlusconi lügt!

ROM – Er kenne die 18-jährige Noemi bloss über ihre Eltern, behauptete Schürzenjäger Silvio Berlusconi. Alles gelogen, deckt jetzt die Zeitung «La Repubblica» auf und zaubert den Ex-Freund der «Praktikantin» hervor.

  • Publiziert: 25.05.2009, Aktualisiert: 13.01.2012
play Wegen der 18-jährigen Noemi will Ehefrau Veronica (l.) die Scheidung von ihrem Frauenhelden Silvio. (Reuters)

Dass Silvio Berlusconi eine Schwäche für junge und hübsche Frauen hat, ist allseits bekannt. Dass der Regierungschef von Italien am 18. Geburtstag seiner sogenannten Praktikantin Noemi – die ihn liebevoll «Papi» nennt – auftauchte, ist ebenfalls publik.

Dass er jedoch die 18-Jährige nicht, wie Berlusconi behauptet, über ihre Eltern kennt, deckte nun die italienische Zeitung «La Repubblica» auf. Ausserdem solle der Cavaliere das Model schon früher und ohne Begleitung ihrer Eltern getroffen haben.

Der Bericht ist brisant: Sollte dies zutreffen, würde dies bedeuten, dass Berlusconi öffentlich gelogen hat. Denn er hatte bisher mehrfach beteuert, Noemi nur durch ihre Eltern zu kennen und sich ausserhalb des familiären Umfelds nie mit ihr getroffen zu haben.

Noemis «Reinheit»

Die Zeitung beruft sich auf den Ex-Freund von Noemi: Berlusconi habe Fotos von Noemi entdeckt, die der Direktor einer seiner Fernsehsender bei ihm vergessen habe. Daraufhin habe er die junge Frau angerufen.
Und Berlusconi habe von ihrem «engelsgleichen Gesicht» und ihrer «Reinheit» geschwärmt, schildert der Ex-Freund.

Die Zeitung beruft sich ausserdem auf den 19. November. An besagtem Abend habe Noemi – ohne ihre Eltern – an einem Abendessen in der repräsentativen Villa Madama in Rom teilgenommen. Daran nahmen Minister und Vertreter der Industrie und der Modebranche teil. Berlusconi habe Noemi als «Tochter von guten Freunden in Neapel» vorgestellt, die ein «Praktikum» absolviere. Die damals 17-Jährige habe an Berlusconis Tisch gesessen.

Anschliessend sei sie in einer Limousine davongefahren worden – hinter dem Dienstwagen des Premiers.

«Schämt euch!»

Oje, Signore Berlusconi! Die «Repubblica» hatte schon vor rund einer Woche schriftlich zehn Fragen gestellt. Doch statt einer Antwort gabs Schmähungen und Drohungen. Auf einer Pressekonferenz erklärte der Premier: «Schämt euch!». Doch das italienische Volk scheint nicht hinter ihm zu stehen: Die Facebook-Gruppe «Berlusconi Rispondi!» (Antworte, Berlusconi!) zählt bereits 65000 Mitglieder.

Mehrere Abgeordnete der Opposition haben Berlusconi schon aufgefordert, sich öffentlich zur Affäre zu äussern. Jetzt denkt Berlusconi offenbar darüber nach: In einem Interview sagte er, er erwäge, sich vor dem Parlament zu seiner angeblichen Beziehung zu der 18-Jährigen zu rechtfertigen. «Wenn die Leute die wahre Lage verstehen, werden sich manche von ihnen schämen», sagte der Ministerpräsident. (num)

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