AfD vor Wahlerfolg – wie rechts wählt heute Deutschland? Schicksalstag für Merkel

In drei Bundesländern wird heute gewählt. Die Rechtspopulisten der AfD wollen sich Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel zu Nutze machen.

AfD vor Wahlerfolg

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In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sind die Bürger an die Urnen gerufen. Es geht um mehr als nur die Frage, welche Partei in welcher Stärke in die Landtage einzieht.

Merkel German Chancellor and leader of  CDU party attends election campaign rally in Haigerloch play
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.  KAI PFAFFENBACH

Der Wahlsonntag gilt als Stresstest für Kanzlerin Angela Merkel (61, CDU) – und als Votum zu ihrer Flüchtlingspolitik. «Wir schaffen das», erklärte die ansonsten kühle Taktiererin angesichts der Flüchtlinge im vergangenen Oktober.

Es war die gewagteste Entscheidung ihrer bislang zehnjährigen Kanzlerschaft. Deutschland öffnete seine Grenzen – und eine Million Menschen kamen.

Frauke Petry bei der Wahlkampf Abschlussveranstaltung der AfD in Rheinland Pfalz im Food Hotel Neuw play
AfD-Chefin Frauke Petry.  imago stock&people

Eine Steilvorlage für die Rechtspopulisten der Alternative für Deutschland (AfD). Die Partei, ein Sammelsurium aus enttäuschten Konservativen, Verschwörungstheoretikern und Rechtsextremen, schickt sich an, auch im Westen der Bundesrepublik zum Machtfaktor zu werden.

Wie erfolgreich wird die AfD im Westen?

Während die AfD im Osten längst etabliert ist, drängt ihre Anführerin Frauke Petry (40) darauf, in der ganzen Bundesre­publik Fuss zu fassen. So steht die AfD in letzten Umfragen in Baden-Württemberg bei einem Wähleranteil von elf Prozent.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere nimmt am Mittwoch 02 03 16 in Berlin im Bundeskanzleramt an play
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere. imago stock&people

«Wir müssen deutlich machen, dass diese Partei unserem Land schadet», warnte Thomas de Maizière (62, CDU) noch am Samstag in der Zeitung «Die Welt».

Sein Ruf droht ungehört zu verhallen. Der Innenminister weiss so gut wie seine Chefin im Kanzleramt, dass jede Stimme für die AfD eine Stimme gegen die Regierung Merkel ist.

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In diesen Bundesländern wird gewählt: Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.
So sehen die Prognosen aus

Baden-Württemberg: Keiner will mit AfD zusammenarbeiten

In Baden-Württemberg kommt die AfD laut Prognose auf elf Prozent. Das würde Rang vier im Landtag bedeuten. Die Grünen (32 %) legen um acht Prozent zu und schieben sich wohl an die Spitze, sogar noch vor die CDU (29 %). Dennoch muss die Partei von Ministerpräsident Kretschmann bangen, ob die bisherige Koalition mit der SPD mehrheitsfähig bleibt. Sicher ist, dass keine der aktuell im Landtag vertretenen Parteien mit der AfD zusammenspannen will.

Rheinland-Pfalz: AfD-Vormarsch auf Kosten der Grünen

SPD (Prognose: 36 %) und CDU (35 %) dürften in Rheinland-Pfalz die stärksten Parteien bleiben. Ihr Sitzanteil bleibt wohl unverändert. Auch hier soll die AfD aber neun Prozent der Stimmen holen. Dieser Anteil ginge zulasten der Grünen, die mit nur noch sechs Prozent hinter der FDP rangieren. Unter diesen Vorzeichen wäre eine Koalition von SPD und Grünen kaum noch möglich. Am wahrscheinlichsten ist ein schwarz-rotes Bündnis.

Sachsen-Anhalt: AfD holt auf Anhieb 18 Prozent

In Sachsen-Anhalt kann die AfD laut Forschungsgruppe Wahlen auf satte 18 Prozent hoffen. Das geht vor allem auf Kosten der SPD, die mit nur noch 14 Prozent auf den vierten Platz abrutschen könnte. Am stärksten im Landtag vertreten bleiben CDU (32 %) und Die Linke (21 %). Ministerpräsident Reiner Haseloff (62, CDU) sagte im Dezember, eine schwarz-rote Koalition bleibe das Ziel. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss er aus. 

Blick.ch berichtet über die Ergebnisse der Landtagswahlen live. Erste Trendmeldungen werden mit Schliessung der Wahllokale um 18 Uhr erwartet, gegen 18.30 Uhr gibt es erste Hochrechnungen. Die vorläufigen amtlichen Endergebnisse dürften bis Mitternacht vorliegen.

Publiziert am 13.03.2016 | Aktualisiert am 14.03.2016
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Wahl-Sonntag in Deutschland SPD siegt deutlich in Mainz

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8 Kommentare
  • Eric  Büel , via Facebook 13.03.2016
    senschaftler. "Andererseits schafft man eine Festungsmentalität bei den AfD-Anhängern, die sich umzingelt und missverstanden sehen und sich dadurch stärker zusammenscharen", sagte Falter.
  • Eric  Büel , via Facebook 13.03.2016
    Der Mainzer Parteienforscher Jürgen Falter hat die Vertreter der demokratischen Parteien vor den Landtagswahlen davor gewarnt, die Partei Alternative für Deutschland (AfD) als rechtsextrem einzustufen. "Es ist vollkommen töricht, die AfD in die rechtsextreme Ecke stellen zu wollen, wo man doch die Unterschiede zur NPD mit Händen greifen kann", sagte Falter der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post"."Man verniedlicht dadurch einerseits den Rechtsextremismus", sagte der bekannte Politikwis
  • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
    13.03.2016
    Jetzt wäre es Zeit, dass die Frau Merkel zurück- träte, um grösseren Schaden abzuwenden.
  • Yves  Ebneter aus Winterthur
    13.03.2016
    Albtraum der Zersetzungspolitik und der US Manipulationspolitik mit der Absicht Europa zu schwächen muss aufhören. Ansonsten sehe ich eine Düstere Zukunft für Europa! Merkel sollte wegen Hochverrat sich verantworten müssen! Da gibt es nur eine Strafe!
  • Ivo  Steinmann aus Zürich
    13.03.2016
    Lustig, wie immer alle konsequent eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschliessen. Und sowas nennt sich noch Demokratie. Der Anfang vom Ende einer Demokratie dürfte wohl immer dann gekommen sein, wenn man bewusst eine gewählte Kraft ausschliessen möchten.
    • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
      13.03.2016
      In der BRD wird der politische Trend in den großen westlichen Bundesländern gesetzt, ganz einfach deshalb weil dort die Mehrheit der Wähler lebt. Der AfD ergeht es wie der Partei Die Linke, im Osten stark, im Westen an den Rand gedrängt. Denn dort, in BW, RLP, NRW, Hessen und Niedersachsen hat sich in 60 Jahren Zuwanderung eine multikulturelle Gesellschaft entwickelt. Diese Gesellschaft hat mit den Verhältnissen in Bayern und den 5 neuen Bundesländern praktisch keine Gemeinsamkeit.
    • Kay  Eisendraut 13.03.2016
      Ja es ist Demokratie. Wenn man gezwungen wird mit jemanden zu regieren dann ist es keine mehr. Es wurden schon immer Parteien ausgeschlossen. Links und Rechts nicht nur in Deutschland auch in anderen Ländern.