AfD steht vor Rekordergebnis an Landtagswahlen Wie rechts wird Deutschland?

Endspurt vor dem Supersonntag: Kurz vor den Landtagswahlen in drei deutschen Bundesländern bleibt das Rennen vor allem in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz spannend. Ein Rechtsrutsch ist aber in allen drei gewiss.

Anti-migrant critic: Guns should be used to protect German borders play
Fordert eine Schliessung der Grenzen: AfD-Chefin Frauke Petry (40). Keystone

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Am Sonntag lohnt sich ein Blick nach Deutschland: In drei Bundesländern wird gewählt. Und in allen drei zeichnet sich Historisches ab. Denn schon vor den Wahlen steht fest: in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt wird die Alternative für Deutschland (AfD) in den Landtag einziehen.

In Sachsen-Anhalt darf die Rechtsaussenpartei gar mit einem Rekordergebnis rechnen. Die AfD kratzt laut den jüngsten Umfragen des ZDF an der 20-Prozent-Marke und könnte im im nächsten Landtag noch vor der Linken zur zweitstärksten Kraft aufsteigen. Ob die amtierende Koalition aus CDU und SPD weiter regieren kann, ist offen.

Flüchtlingsfragen dominieren Wahlkampf

In den beiden westlichen Bundesländern ist der Aufstieg der AfD zwar nicht ganz so fulminant, doch auch dort kommt es zu einem Rechtsrutsch. Beflügelt von den Ängsten angesichts der Flüchtlingskrise und einer grundsätzlichen Unzufriedenheit mit der Politik dürften die Rechtspopulisten laut dem ZDF-Politbarometer folgende Resultate erzielen:

In Baden-Württemberg

  • CDU: 29 Prozent
  • Grüne: 32 Prozent
  • SPD: 14 Prozent
  • AfD: 11 Prozent

In Rheinland-Pfalz

  • SPD: 36  Prozent
  • CDU: 35 Prozent
  • AfD: 9 Prozent
  • Grüne: 5,5 Prozent

Bei allen drei Landtagswahlen steht das Thema Flüchtlinge kurz vor den Landtagswahlen zuoberst auf der Agenda. In den westlichen Bundesländern meint jeweils eine Mehrheit, dass Angela Merkel in dieser Frage ihre Sache «eher gut» mache (Baden-Württemberg: 57 Prozent; Rheinland-Pfalz: 62 Prozent), während rund ein Drittel der Kanzlerin ein «eher schlechtes» Zeugnis ausstellen. In Sachsen-Anhalt sind die Meinungen diesbezüglich gespalten.

Wer mobilisiert die Unentschlossenen?

Die ZDF-Projektionswerte, bei denen auch die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen sind, sollen laut dem Sender lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wiedergeben und keine Prognose für den Wahlausgang am kommenden Sonntag darstellen.

Bis dahin könne es für die verschiedenen Parteien durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge nämlich durchaus noch zu Veränderungen kommen.

In Baden-Württemberg geben derzeit 56 Prozent, in Rheinland-Pfalz 65 Prozent und in Sachsen-Anhalt 57 Prozent aller Wahlberechtigten an, sicher zu sein, ob und wen sie wählen wollen. Am Landtag-Einzug der AfD in den drei Bundesländern wird dies aber nichts mehr ändern. (gr)

Publiziert am 12.03.2016 | Aktualisiert am 12.03.2016
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  • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
    12.03.2016
    In der BRD distanziert man sich öffentlich von den Rechten, wenn die einem aber nützlich erscheinen werden sie stillschweigend geduldet. Das tat schon Kanzler Adenauer. Der bestellte den juristischen NS-Schreibtischtäter Globke zum Kanzleramtsminister. Darauf von Journalisten angesprochen sagte Adenauer: "Wenn Sie kein sauberes Wasser haben dann nehmen Sie eben schmutziges". So ergeht es der deutschen Politik wie Goethes Zauberlehrling, die Geister die sie rief wird sie nicht mehr los.
  • Klaus  Müller 12.03.2016
    Politik und Medien lancieren derzeit eine Kampagne nach der anderen gegen die AfD. Nach dem Motto: rechts, noch rechter, fast schon ...
    Dabei muss die AfD gar nichts beweisen, sondern wir erleben gerade den Ausverkauf Europas - mit Hilfe der alten Parteien von links bis rechts: Chaos im Geldsystem, Chaos in der Zuwanderung und Sicherheit und Abschaffung von Freiheiten wie Bargeld oder Redefreiheit.
    • bruno  bieri aus Nidau
      12.03.2016
      "Rechts,noch rechter...? " SVP?? ... Oder wollen Politik und Medien dann doch nicht gaar so weit gehen?
  • Rolf  Wittwer 12.03.2016
    Der zu kleine Anteil von 9 Prozent pro AfD, kann der Stimmung im Land überhaupt nicht gerecht werden! Im Volk brodelt es längst - könnte mit durchaus vorstellen, dass selbst in Deutschland beim Stimmenauszählen nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Analog den unsäglichen und extrem einseitig linksrotgrün besetzten sog. politischen"Talk Shows" der deutschen Staatssender ARD, ZDF u.a. der letzten 8 Monate! Da wird offensichtlich Augenwischerei in grossem Massstab betrieben.
  • Lilian  Hug 12.03.2016
    Man kann Stimmen aus dem Volk zensieren und ignorieren. Ob das der richtige Weg ist? Es gibt immer welche, die am längeren Hebel sitzen, aber auch dies wird die Wahrheit nicht daran hindern, irgendwann ans Licht zu treten.
  • Matthias  Neuenschwander 12.03.2016
    Die Deutschen wären schon lange reif für eine direkte Demokratie, in welcher sie sich wirksam einbringen können. Durch ihre repräsentative "Demokratie" können sie nur zwischen den Extremen pendeln wie betrunken, immer im Versuch, den je falschen Weg der Gegenpartei zu korrigieren. Ihre einzige Möglichkeit ist, Parteien bzw. ihre Exponenten zu wählen. Alles läuft deshalb übers Gefühl. Und das ist gefährlich für ganz Europa. Unterstützen wir deshalb alle, die echte Demokratie einfordern!
    • Eric  Vieira aus Frenkendorf
      12.03.2016
      Die direkte Demokratie ist die einzige Möglichkeit für die Bevölkerung korrigierend einzugreifen wenn die Politik ohne Vernunft handelt. Es zwingt die Parteien zusammen nach Mehrheiten zu suchen statt Regierung und Oppositionsblöcke zu haben die sich ständig gegenseitig bekämpfen. Dass die AfD Rechtspopulisten sein sollten: das sind aktuell alle Parteien die nicht links sind. Uebrigends, es wird behauptet die AfD hätte keine Lösungen... wo sind denn die Lösungen der Regierungsparteien?