Ärger in der spanischen Provinz Architekt «renoviert» historisches Schloss

CÁDIZ (E) - Die Ruine sollte vor ihrem Zerfall geschützt werden. Anwohner sind nun verärgert über den Architekten, denn mit dem Ergebnis können sie sich überhaupt nicht anfreunden.

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Viel Spott muss sich derzeit der Architekt Carlos Quevedo aus der Südspanischen Ortschaft Cádiz anhören. Lokale Einwohner sind in Rage, da er El Castillo de Matrera, ein aus dem neunten Jahrhundert stammendes Schloss, «zerstört» haben soll.

«Die haben Bauarbeiter anstelle von Restauratoren angestellt», beklagte sich ein Anwohner gegenüber dem spanischen Fernsehen. In unzähligen Twitter-Kommentaren können User und Anwohner die Gedankengänge des Architekten nicht nachvollziehen. Twitter-User Ben Sansom schreibt: «Das Schloss erinnert mich an ein aufgemotztes Terrassenhaus.»

Ein Historiker und Archäologie nimmt die seinem Anschein nach misslungene Arbeit gleich als Lehrbeispiel für zukünftige Restaurierungen. «‹Vorher & Nachher› – das perfekte Beispiel, wie man ein Schloss aus dem neunten Jahrhundert NICHT restauriert...», schreibt der Twitterer Dweezil VDkerckhove.

«Sorgfältig und professionell geplant»

Die Restaurierung hatte das Ziel, die Ruine zu stabilisieren und das ursprüngliche Volumen wieder sichtbar zu machen. «Es wurde sorgfältig und professionell geplant», rechtfertigte sich der Architekt. Die neuen Elemente hob er sichtbar mit weissem Stein ab. Seit 1949 steht das Schloss unter Denkmalschutz. Über das Ergebnis der Restaurierung lässt sich streiten. (lz)

Publiziert am 12.03.2016 | Aktualisiert am 12.03.2016
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3 Kommentare
  • Mario  Bernasconi aus Bellinzona
    12.03.2016
    @Mirko. Bravo! Du hast vollkommen recht. In der Schweiz und dies nur als Beispiel, wurde ähnlich eine eingestürtze Mauer renoviert auf der Ruine Thierstein im Kanton Solothurn (Schwarzbubenland). Also, sehr gute Arbeit des spanischen Architekten.
  • Mirko  Falciani , via Facebook 12.03.2016
    Das architektonische Konzept war es die ursprüngliche Grösse des Wachturms wiederzugeben und gleichzeitig den alten Bestand dadurch vor weiterem Zerfall zu bewahren. Durch die klare Sprache des Neuen entsteht eine interessante Symbiose mit dem Alten. Es zeigt die Zerbrechlichkeit des Alten aber fasst ebenfalls den patinierten Scharm der alten Mauer, es wirkt wie Efeu im Kontrast zum Alten. Grossartige Arbeit. Respekt.
    • Susanne  Reich 12.03.2016
      Für mich ist es die so ziemlich hässlichste, um nicht zu sagen, dilettantischte "Restauration". Restaurieren heisst, dasjenige, was noch vorhanden ist, zu erhalten und nicht durch irgendeinen modernen "Stoff" zu verändern. Ich glaube, dies wird so ziemlich der letzte Auftrag dieser Richtung für den Restaurator gewesen sein. Er hätte in dem Stile wie er restauriert hat, ein Stück dieser Art danebenstellen können, um die ursprüngliche Grösse zu zeigen, doch niemals das Original verändern.