Kweku Adoboli (32) soll 2,3 Milliarden Dollar der UBS verzockt haben. Heute sagte er erstmals vor Gericht aus. Der Ex-UBS-Banker plädiert auf nicht schuldig.
Kweku Adoboli tritt in den Zeugenstand im Geschworenengericht des Londoner Southwark Crown Court. Er wird zu seinem Vater, einem ehemaligen Uno-Diplomaten aus Ghana, seiner Kindheit und seinem Ex-Chef Mike Foster befragt, berichtet die englische Zeitung «The Guardian».
Adoboli sagt, da sein Vater oft weggewesen sei in seiner Kindheit, habe er schon früh Verantwortung übernehmen müssen. Als bekannt wird, dass sein Vater im Gerichtssaal anwesend ist, bricht Adoboli zusammen und weint minutenlang. Er kann nicht mehr weitersprechen. Ihm wird ein Taschentuch und ein Glas Wasser gereicht - erst dann kann er weitermachen.
Er äussert sich erstmals zu den Vorwürfen gegen ihn: «Es ist unfair zu behaupten, meine frühere Tätigkeit in einer Abwicklungsabteilung der UBS-Investmentbank habe mir das Computerwissen und die Fähigkeit zum Betrug vermittelt.»
Adoboli weist Betrugsvorwürfe zurück. Handelsgeschäfte, die er ausserhalb des offiziellen Buchungssystems der Bank laufen liess, habe er nur zum Besten seines Arbeitgebers getätigt. Der Ex-UBS-Banker plädiert deshalb auf nicht schuldig.
Adoboli hatte bei UBS zuletzt mit börsennotierten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) gehandelt. Er wurde im September des vergangenen Jahres festgenommen.
Nach Ansicht der Ankläger verzockte er zulasten der Bank 2,3 Mrd. Dollar. Unerlaubte Transaktionen soll er mit Hilfe fiktiver Konten im Computersystem der Bank verschleiert haben. Er plädiert auf nicht schuldig.
Adoboli sagte weiter, er sei ausdrücklich aufgefordert worden, seine Kenntnisse von der «Interaktion verschiedener Systeme» in seine Arbeit einzubringen, sagte er auf eine Frage seines Verteidigers.
In den sechs Wochen seit Prozessbeginn waren ehemalige Kollegen und solche UBS-Mitarbeitern als Zeugen gehört worden, die für die interne Überwachung und Kontrolle zuständig waren.
Die Verteidigung war bestrebt nachzuweisen, dass Adoboli mit der stillschweigenden Duldung seiner Vorgesetzten handelte. Zudem seien die internen Kontrollen zu lax gewesen und die Systeme hätten nicht immer richtig funktioniert.
Die Staatsanwälte wollen die Geschworenen dagegen davon überzeugen, dass Adoboli ein Zocker war, der aus Ehrgeiz und weil er auf hohe Erfolgsprämien scharf war, unerlaubt Risiken einging und eine «Betrugspyramide» aufbaute. (kab/SDA)
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