Abschlussbericht zum Germanwings-Absturz Arzt wollte Todes-Pilot Andreas Lubitz in Klinik einweisen

Regelmässige Tests für Piloten, ob sie aus «psychologischen oder psychiatrischen Gründen» ein Flugzeug fliegen können – das fordert die französische Flugunfallberhörde BEA im Abschlussbericht zur Germanwings-Katastrophe.

Arzt wollte Todes-Pilot Lubitz in Klinik einweisen

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Am 24. März 2015 zerschellte eine Germanwings-Maschine auf der Strecke von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen. Alle 150 Menschen an Bord starben, darunter auch eine grosse Gruppe an deutschen Schülern. Schon kurz nach dem Crash wurde klar: Der Co-Pilot Andreas Lubitz (27) hatte das Flugzeug der Lufthansa-Tochter absichtlich zum Absturz gebracht.

Heute, knapp ein Jahr nach dem Drama, stellte die französische Flugunfallbehörde BEA den Abschlussbericht vor. Darin bestätigte sie die das Ergebnis des ersten Zwischenberichts vom vergangenen Mai. Lubitz hatte vorgängig an schweren Depressionen gelitten. 

Arzt warnte vor depressivem Piloten

Der Abschlussbericht bringt mehr Licht in die Vorgeschichte des Absturzes. Gemäss den Untersuchungen legte ein Arzt dem Piloten Lubitz die Behandlung in einer psychiatirischen Klinik nahe – zwei Wochen vor dem verheerenden Absturz. Er habe Symptome gezeigt, die mit einer vorgängigen depressiven Phase übereinstimmten.

Lubitz war daraufhin zu mehreren Ärzten gegangen. Keiner von ihnen habe aber die Behörden alarmiert, obwohl er schon länger wiederholt an Depressionen gelitten hatte. Der Pilot hatte sich schon länger mit Selbstmord-Gedanken getragen, wie Auswertungen seines iPads ergaben.

 

Neue Regelungen gefordert

Die Experten der BEA fordern nun regelmässige Tests für Piloten, ob sie aus «psychologischen oder psychiatrischen Gründen» ein Flugzeug fliegen können oder nicht. Gemäss «Spiegel.de» wäre eine entsprechende Empfehlung an die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) und an die EU-Mitgliedsländer gegangen.

Der Bericht fordert weiter, dass Ärzte künftig verpflichtet werden sollen, Alarm zu schlagen, wenn der Gesundheitszustand eines Piloten für die Öffentlichkeit gefährlich werden könnte. (ent)

Publiziert am 13.03.2016 | Aktualisiert am 14.03.2016
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18 Kommentare
  • Leon  Bucher 14.03.2016
    Man sollte diese Tests nicht nur bei Piloten einführen,sondern überal in den Berufen wo man eine Gefahr für die anderen Bürger darstellt.Z.b bei den Polizisten,Zugführer all diese Menschen die solche Berufe ausüben stellen bei labilen Zuständen eine Gefahr für die Öffentlichkeit denn die haben die Mittel anderen zu schaden.
  • Marc  Heusser aus Zürich
    13.03.2016
    Eine Güterabwägung erlaubt, die Behörden zu verständigen - mindestens in der Schweiz - dass in diesem Fall der Schutz des Patientengeheimnisses weniger wiegt als die drohende Gefahr. Und nötigenfalls hätte sich ein Arzt auch noch vom Kantonsarzt decken lassen können. Was wir nicht wissen, ob das Risiko hätte richtig eingeschätzt werden können. Das wird nie zu 100 Prozent zu machen sein. Es ist zu hoffen, dass Ärzte in Zukunft eher den Mut haben werden, sich die Überlegung einmal mehr machen.
  • Johann  Rudolf aus Neuenhof
    13.03.2016
    Die Daumen runter kommen von denjenigen, welche die hundertmal aufgetischte, unverifizierbare Geschichte nicht glauben und selber denken. Politiker erzählen auch alles zehn mal und denken, dass es dann wahr wird. Ja, die Hinterbliebenen werden auch aus versicherungstechnischen Gründen nie Ruhe finden.
  • P  Allenbach 13.03.2016
    Ich als Business und Linienpilot der viele Passagiere in meine 12500 Flugstunden, inklusive Premier Minister und Mitglieder der Königsfamilie, als Kapitän fliegen durfte, sowie alle meine Kollegen, müssen jetzt gemäss neuer Richtlinie EASA periodisch zum Psychotests, wie ich diese Tests kenne, wird wahrscheinlich anhand des Rorschach Test von 1921, von einem Psychiater entschieden ob ich meinen Beruf weiter ausführen darf. Dies nur weil der Lufthansa Konzern seine Aufgaben nicht erfüllt hat.
  • Chrigel  Neff aus St. Gallen
    13.03.2016
    In Fällen, in denen die Patienten Piloten, Waffenträger, Armeeangehörige, etc. mit unmittelbarer Verantwortung über Menschenleben sind, sollten Ärzte gesetzlich verpflichtet sein, zu rapportieren. Hier ist das Arztgeheimnis fehl am Platz.