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Der Eichensarg wird um 6.40 Uhr heute Morgen im silbernen Mercedes-Leichenwagen ins Kärntner Landhaus gebracht. Ein Spalier aus Kränzen säumt den Hof. Zuerst treten Witwe Claudia Haider und die Töchter Ulrike und Cornelia vor den Verstorbenen. Dann schreitet die Familie die lange Schlange ab, die ihnen kondolieren will. Es sind emotionale Szenen.
Der Andrang ist riesig: Bis spätabends wird der Bevölkerung des österreichischen Bundesstaates Kärnten die Möglichkeit gegeben, von ihrem Landeshauptmann Abschied zu nehmen. Auch am morgigen Freitag kann die Öffentlichkeit Jörg Haider von 8 bis 22 Uhr die letzte Ehre erweisen, bevor er am Samstag beerdigt wird.
Auch in Wien versammelten sich gestern Abend über 4000 Menschen, um an einem Gedenkgottesdienst im Stephansdom teilzunehmen. Der polarisierende Rechtspolitiker sorgt aber sogar nach seinem Tod noch für Streit und Wortgefechte: Vor dem Dom hatten sich Gegner Haiders eingefunden, die den bei einem Autounfall Verstorbenen des Faschismus und Rassismus bezichtigten. «Jeder ist ein Mensch», verteidigten die Anhänger ihr Idol.
Unterdessen bereitet sich ganz Kärnten auf die morgige Beerdigung vor: In Klagenfurt werden Grossbildleinwände aufgestellt, die Bundesbahnen bereiten Extrazüge vor und in Klagenfurt wird die gesamte Innenstadt während den Trauerfeierlichkeiten gesperrt. (bih)