8 Antworten zum Terror im Nahen Osten «In wenigen Monaten ist der IS tot»

Der deutsche Nahostexperte und Islamwissenschaftler Udo Steinbach ist überzeugt, dass der IS bald zerstört sein wird. Steinbach beantwortet die acht wichtigsten Fragen zur Krisenregion.

Kampf um Mossul in Irak: Kann der IS geschlagen werden? play
«Kein Friede mit Assad möglich», sagt Udo Steinbach. imago/Gerhard Leber

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Konsumentenschützer warnen vor Spielzeug Hacker belauschen Kinder über...
2 Zu viele Unfälle Iran führt Nummernschild-Pflicht für Kamele ein
3 Immer weniger Lebensraum Giraffen sind vom Aussterben bedroht

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

1. Bedeutet die Rückeroberung Mossuls das Ende des IS?

Noch nicht, sie ist aber eine bedeutende Schwächung. Das Ende kommt erst mit der Rückeroberung der syrischen Stadt Rakka und dem Sieg über den IS in Syrien. Das ist nur eine Frage der Zeit: Ich rechne damit, dass der IS in wenigen Monaten geschlagen sein wird.

2. Müssen wir nach der Zerschlagung des IS mit mehr Terror­anschlägen rechnen?

Man muss davon ausgehen, dass die Dschihadisten ihren Krieg hinter der Front weiterführen werden. Nachdem die Türkei nun ebenfalls gegen den IS Stellung bezieht, kann es auch da weitere Anschläge geben. Die Aussichten auf Attentate in Europa stehen aber schlecht, da unser Bewusstsein gewachsen ist, dass man sich wehren und die Dschihadisten in ihren Vorbereitungen stören muss.

3. Warum intensiviert der IS in dieser Situation seine Propagandamaschinerie nicht? Es gibt zum Beispiel kaum noch Videos mit Hinrichtungen.

Weil der IS dazu nicht mehr in der Lage ist. Die Krieger laufen davon, für die grausame Show fehlt es an Geld und Spezialisten.

4. Wieso kündigt die irakische Armee den Sturm auf Mossul mit Flyern an? Warum kein Überraschungsangriff?

Eine Überraschung ist gar nicht möglich, da man schon lange von einem Angriff spricht und Vorbereitungen trifft. Die Ankündigung zeigt den Dschihadisten, dass sie keine Chance mehr haben und aufgeben sollen. Sie warnt auch die Zivilisten.

5. Wird es nach der Zerschlagung des IS neue islamistische Gruppierungen geben?

Die sind bereits da. Sie treten überall dort auf, wo gerade Gewalt möglich ist, etwa im Jemen. Ein Zentrum, wie es der IS hatte, wird es aber nicht mehr geben.

6. Kommt durch den Sturm auf Mossul eine neue Flüchtlingswelle auf uns zu?

Das hängt von der Dauer und vom Ausmass der Kämpfe ab. Wenn sich die Dschihadisten tatsächlich eingegraben und alles vermint haben, kann der Kampf lange dauern und eine Flüchtlingswelle – zumindest in der Region – auslösen.

7. Diese Antworten wecken Hoffnungen: Ist die baldige Zerschlagung des IS der Anfang des Friedens in Syrien?

Nein! Die entscheidende Frage ist: Was passiert in Damaskus? Es braucht eine neue, legitimierte Regierung. Denn mit Präsident Baschar al-Assad ist kein Friede möglich.

8. Werden sich die Russen und Amerikaner zu einer gemeinsamen Strategie finden – oder muss man sogar mit einer direkten Konfrontation der beiden Supermächte rechnen?

Eine gemeinsame Strategie wird es nicht geben. Ich glaube aber auch nicht an eine direkte Konfrontation, weil beide Seiten wissen, dass sie dazu global gar nicht in der Lage sind.

Publiziert am 18.10.2016 | Aktualisiert am 23.11.2016
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

5 Kommentare
  • Klaus  Müller 18.10.2016
    Die Situation zeigt deutlich, dass der IS als Staatsgebilde und kriegführende Seite nur so lange existieren konnte, wie er vom Ausland her massiv unterstützt wurde. Seit die Türkei, Saudi Arabien, USA usw. den Rebellen nicht mehr Nachschub in grossen Mengen liefern, geht es bergab. Merke: Terror funktioniert nur mit Unterstützern. Leider gibt es aber davon zu viel.
  • Meyer  Roman aus Aarau
    18.10.2016
    Ja, das ist so.

    Seit 5 Jahren sind die USA, Rebellen, EU, Nato jetzt im Krieg und seit 1 Jahr ist Russland mit Syrien und Iran dran.

    Die meisten IS Männer sind wieder ins Ausland geflüchtet.

    Syrien wird das jetzt wieder aufbauen.
    Und in 3 Jahren Spricht niemanden mehr davon.

  • Raphael  Stadler aus Eschenbach
    18.10.2016
    Die Chancen auf Anschläge in Europa stehen schlecht!? Da bin ich mir nicht sicher, vorallem wen ich sehe, dass man es in Deutschland nicht schafft, einen verdächtigen Attentäter zu verhaften, nach dem man diesen überwacht hat!
    Wie kommt das raus, wenn die "Europäer" zurück kommen, die für den IS gekämpft haben!?
    Peter Scholl Larour hat dazu klar gesagt, dass es, wen der IS am Ende ist in Europa erst richtig los gehen wird. Nur schon die Tatsache, daß die zurück kommen dürfen!
  • Thomas  Zürcher 18.10.2016
    Man darf den IS nicht unterschätzen.Die Terrororganisation ist geschwächt aber lange noch nicht besiegt.Ihre Ideologie wird weiterleben. Bisher hat der IS es immer verstanden, Taktiken und Strategien geschickt den Gegebenheiten anzupassen – und dadurch trotz aller Rückschläge neue Stärke zu erlangen. Um die territorialen Verluste zu kompensieren, wird der IS in Zukunft noch mehr auf globalen Terrorismus setzen.Der Krieg gegen den Terror wird noch lange weiter gehen eine Ende ist nicht in Sicht.
  • thomas  brunner aus Bönigen
    18.10.2016
    Wer bezahlt eigentlich solchen Experten ? Werden die vom Staat angestellt in der Lohn-Furtz-Klasse 22 oder arbeiten diese auf Mandatsbasis ? Der Experte will eine Idiologie wie diese vom IS durch einen Krieg/Schlacht gewinnen und vernichten ? Was für eine Geldverschwendung solche aussagen von Experten.