40 Prozent Buchungsrückgang nach Anschlägen Schweizer haben Angst vor Türkei-Ferien

BERN/ANKARA - Die Anschlagserie in Ankara zeigt ihre verheerende Wirkung. Immer weniger Schweizer wollen in die Türkei – auch wenn das EDA bisher von einer Reisewarnung absieht.

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Nach dem jüngsten Attentat in Ankara befindet sich die Türkei in Schockstarre. Mit Grabesmiene trat Präsident Recep Erdoğan gestern Abend vor die Medien und wiederholte das Mantra der vergangenen Monate: Man werde den «Terrorismus in die Knie zwingen», die Türkei werde ihr Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen.

Doch so recht glauben mag ihm das keiner mehr. Touristen kommen fast keine mehr, und viele Einheimische würden am liebsten weg. Der gestrige Anschlag mit 37 Toten und mehr als 120 Verletzten ist bereits der dritte in einem halben Jahr, der sich in der türkischen Hauptstadt ereignet.

Ankara – die neue Hauptstadt des Terrors? Zwar hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) noch keine generelle Reisewarnung für die Türkei ausgesprochen, auf der Webseite prangt allerdings die Warnung, dass die türkischen Behörden generell auf das Risiko von Terroranschlägen hinwiesen. «Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen muss im ganzen Land mit Anschlägen gerechnet werden», so das Fazit des EDA.

Türkeieinschätzung des EDA. play
Türkeieinschätzung des EDA.

Auf Anfrage von BLICK sagt ein Sprecher: «In den Reisehinweisen des EDA zur Türkei wird schon seit längerem das Risiko von Terroranschlägen erwähnt. Der Anschlag von gestern wird in den nächsten Tagen in die Reisehinweise aufgenommen.»

«Die Türkei verliert bei den Kunden seit Monaten an Beliebtheit»

Die grossen Schweizer Reiseveranstalter verzeichnen bei den Buchungen allesamt massive Rückgänge: «Nach Ankara bieten wir ohnehin keine Reisen an. Aber auch als Badeort hat die Türkei deutlich an Attraktivität verloren. Wir haben im Vergleich zum Vorjahr einen Buchungsrückgang im zweistelligen Bereich», sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Sprecherin von Hotelplan Suisse.

 

Bei Kuoni ist die Südtürkei inzwischen aus den Top-Ten der beliebtesen Feriendestinationen gefallen. «Die Türkei verliert bei den Kunden seit Monaten an Beliebtheit», sagt Sprecher Marcel Schlatter. «Stattdessen blühen westeuropäische Destinationen wie Italien, Spanien und Portugal auf.»

Bei Tui sieht die Lage noch dramatischer aus: «Wir haben bei Türkei-Reisen im Vergleich zum letzten Jahr einen Rückgang von 40 Prozent», sagt Sprecherin Bianca Schmidt. «Nach Ankara gibt nur noch vereinzelte Flugbuchungen, sprich Buchungen ohne Hotelaufenthalt. Das sind in der Regel Menschen mit türkischen Wurzeln, die Freunde oder Verwandte besuchen. Der Tourismus stirbt dort aber zunehmend aus.»

Sollte das EDA tatsächlich einen Reisewarnung für die Türkei herausgeben, würden die Reiseveranstalter sofort nachziehen. Das sei das übliche Vorgehen in der Schweiz, wie Bianca Schmidt von Tui bestätigt: «Wir stehen im Kontakt mit dem EDA und übernehmen dessen Reisehinweise.» Es wäre der definitive Todesstoss für den türkischen Tourismus.

Publiziert am 14.03.2016 | Aktualisiert am 22.11.2016
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16 Kommentare
  • Bernd  Lehnherr , via Facebook 15.03.2016
    Die Tuerkei,war fuer mich,nie ein Thema,wenn man bereits im Gefaengnis landen kann,wenn man einen kleinen Steinn,als Souvenier aus dem Meer mit nach Hause nimmt,oder das ganze Theater mit dem jungen Deutschen,der Unschuldig Monate lang im tuerkischen Kerker sass.
    • süleyman  kovanci 15.03.2016
      Das was sie als kieselstein bezeichnen sind geschütze kulturgüter,deren ausfuhr ist strengtens verboten.Und überall in der türkei kann man lesen,wenn man kulturgüter versucht ins ausland zu schmugglen,wird man bestraft dafür !
  • Peter  Stalder aus Winterthur
    14.03.2016
    Das Risiko für Touristen ist gering. Was mich vielmehr stört ist die religiöse Intoleranz. Ich will nicht als zahlender Gast in ein Land wo ich meines Glaubens wegen ein Mensch zweiter Klasse bin.
    • Peter  Graf aus Bad Ragaz
      14.03.2016
      Klar muss man nicht 24 Stunden mit einem Angriff rechnen. Aber 3 Sekunden am falschen Ort stehen und man ist ein Terroropfer. Sobald die Touristensaison los geht, wird es auch an den Badeorten Anschläge geben. Sobald es Aufmerksamkeit erzeugt.
    • Abel  Emini 15.03.2016
      Besuch doch Mal Albanien :-)
    • Ernst  Ruetimann aus Trang
      15.03.2016
      Es gibt schlimmere islamische Laender , mit weniger oder gar keiner Toleranz . Ich war seit 1971 mehrmals in der Tuerkei .-
  • henry  loosli aus zunzgen
    14.03.2016
    nun Keiner der keine Verwandten in der Türkei hat geht dorthin in die Ferien wam weiss ja nie was der Herr ERdowahn bestimmt. also Griechenland ist Ferienland nummer eins denn diese Menschen brauchen unser Geld dringend in allen Lagen des staates also bucht Ferien in Griechenland
  • Benedikt  Richter aus Bern
    14.03.2016
    Bis das EDA reagiert !
    Da kann die halbe Welt unter gehen.
    Frage mich ob Sie lieber für die Reisebüros arbeiten, oder
    Touristen richtig informieren.
  • Willy  Bald 14.03.2016
    Wenn ihr Angst habt eure Ferien in der Türkei zu verbringen, dann fährt nicht hin, so einfach ist das !